Gemeinde beklagt Vandalismus Steine fliegen in Neuenkirchener Kirchenfenster

Von Christian Geers

Die St.-Laurentius-Kirche in Neuenkirchen: In den vergangenen Wochen haben unbekannte Täter immer mal wieder Kirchenfenster mit Steinen eingeworfen. Der entstandene Schaden ist nach Angaben der Kirchengemeinde beträchtlich. Foto: Herbert KempeDie St.-Laurentius-Kirche in Neuenkirchen: In den vergangenen Wochen haben unbekannte Täter immer mal wieder Kirchenfenster mit Steinen eingeworfen. Der entstandene Schaden ist nach Angaben der Kirchengemeinde beträchtlich. Foto: Herbert Kempe

Neuenkirchen. Die St.-Laurentius-Kirche in Neuenkirchen ist in den vergangenen Wochen mehrfach Ziel von Vandalismus geworden. Immer wieder haben Unbekannte Steine in die Fenster der Kirche geworfen. Pfarrer Stephan Höne appelliert an die Einwohner, verdächtige Beobachtungen umgehend zu melden.

Der Geistliche ist entsetzt, wenn er sich die entstandenen Schäden der vergangenen Wochen ansieht. „Wir haben in der Tat ein Problem mit dem Vandalismus“, seufzt der Geistliche. Dass die Täter die Kirche in Neuenkirchen zum Ziel ihrer Attacken nehmen, macht ihn sprachlos. Kirche, so empört er sich, gelte eben nicht mehr als etwas Unantastbares.

Bei der Polizei aktenkundig sind seit dem vergangenen Monat die Steinwürfe auf die Kirchenfenster. Die Täter griffen zu den kleinen Kieselsteinen rund um das Gotteshaus und nahmen die historischen Fenster ins Visier. Mehrere Löcher dokumentieren die Taten, die Scherben mussten die Küster hinterher zusammenfegen.

Als besonders dreist empfindet die Kirchengemeinde auch einen Vorfall in der Toilette der erst kürzlich sanierten Bücherei auf dem Vorplatz. Hier haben die Täter einen sogenannten Frostwächter gestohlen, ein Heizgerät, mit dem Wasserleitungen in außen liegenden Räumen vor Frost geschützt werden.

Die Tat, das vermutet die katholische Kirchengemeinde, muss sich am verkaufsoffenen Sonntag, 9. November, in den Nachmittagsstunden, zugetragen haben. „Das ist eine richtige Frechheit. Die Toilette ist nur während der Gottesdienstzeiten für die Öffentlichkeit zugänglich“, berichtet Pfarrer Höne.

Doch ihn wie auch den Kirchenvorstand beschäftigt vielmehr die Frage, wer für die Vandalismusschäden an der St.-Laurentius-Gemeinde verantwortlich ist. Doch diese Frage lässt die Beteiligten ratlos zurück. Nicht nur Höne beobachtet immer mal wieder Jugendliche, vielleicht 16, 17 Jahre alt, die sich rund um die Kirche aufhalten. Dagegen sei im Prinzip nichts zu sagen, wenn sie sich friedlich verhielten. Erschreckend aber sei, dass manche das Eigentum anderer schlichtweg nicht achteten.

Auch über die Gründe für ein solches Verhalten kann der Pfarrer nur spekulieren: Vielleicht seien Frust und Langeweile im Spiel, vielleicht auch die pure Lust am Zerstören. Genauso erschreckend seien die Reaktionen, wenn er die Jugendlichen anspreche und sie frage, was sie an der Kirche machten. „Da wird man dann gleich angepöbelt“, schüttelt Höne den Kopf über die Umgangsformen.

Der entstandene Schaden sei beträchtlich. Nur mit großem Aufwand und oft mit Einsatz eines Hubsteigers könnten die zerstörten Fenster der St.-Laurentius-Kirche repariert werden. Es sei ziemlich zeitaufwendig, das Glas und die Bleiverglasung zu ersetzen.

Trotz der Anzeige bei der Polizei hat der Pfarrer „keine große Hoffnung, dass die Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden können“. Eindringlich fällt aber sein Appell an die Einwohner aus. „Wer etwas Verdächtiges beobachtet, sollte sich sofort im Pfarrbüro oder bei der Polizei melden“, sagt er.