Erst aufkreuzen, dann ankreuzen Katholiken im Altkreis Bersenbrück wählen Gremien

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Mit Plakaten und Flyern haben die katholischen Kirchengemeinden auf die Gremienwahlen am Wochenende aufmerksam gemacht. Foto: Björn DieckmannMit Plakaten und Flyern haben die katholischen Kirchengemeinden auf die Gremienwahlen am Wochenende aufmerksam gemacht. Foto: Björn Dieckmann

cg/zm Altkreis Bersenbrück. Erst aufkreuzen, dann ankreuzen: 400000 Wahlberechtigte im Bistum Osnabrück sind am Wochenende aufgerufen, ihre Kirchenvorstände und Pfarrgemeinderäte neu zu wählen. „Aufkreuzen“ lautet der Slogan der zweitägigen Wahl am Samstag, 15. November, und Sonntag, 16. November. Auch in den Kirchengemeinden im Altkreis Bersenbrück, die zum Dekanat Osnabrück-Nord gehören, wird für diese Abstimmung geworben.

Doch vor der Abstimmung heißt es, Kandidaten für die Gremien zu finden. Menschen, die Lust haben, eine ehrenamtliche Aufgabe in ihrer Gemeinde zu übernehmen. Die Suche dazu beginnt meist schon in den Monaten zuvor. Dann ist für viele Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und der Kirchenvorstände bereits entschieden, ob sie für eine erneute Kandidatur zur Verfügung stehen oder neuen Gesichtern Platz machen möchten.

„Beziehungen und persönliche Kontakte sind entscheidend“, sagt Pfarrer Ansgar Stolte von der Pfarreiengemeinschaft Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp. Für die anstehenden Wahlen zeichne sich ein ähnliches Bild ab wie bei gesellschaftlichen Vereinen und Verbänden auch: „Menschen, die Bereitschaft zum Ehrenamt zeigen, sind oft auch schon in verschiedenen anderen Kontexten engagiert“, sagt er.

Wichtig aus seiner Sicht bei der Gewinnung von Kandidaten sei vor allem die persönliche Ansprache, ein möglichst klares Aufgabenprofil und die Möglichkeit, aktiv etwas mitzugestalten und nicht nur die Beschlüsse anderer umzusetzen. Eine Mitarbeit in Pfarrgemeinderat oder Kirchenvorstand erfolge ja nicht „auf Lebenszeit“, wie Pfarrer Stolte anmerkt. Alle vier Jahre würden die Gremien neu gewählt. „Danach kann man frei entscheiden, ob man in dieser Form weitermachen möchte.“

Viel Arbeit hatten auch die Wahlausschüsse in der Pfarreiengemeinschaft Merzen-Neuenkirchen-Voltlage. Denn: „Von sich aus bewirbt sich niemand um eine Mitarbeit“, berichtet Pfarrer Stephan Höne. Vor vier Jahren sei es nicht so schwierig gewesen, Kandidaten für die Gremien zu gewinnen. Ein Grund für die Zurückhaltung unter den Gemeindemitgliedern könnte nach seiner Einschätzung sein, dass viele vor den Aufgaben im Pfarrgemeinderat und im Kirchenvorstand zurückschrecken, „weil sie in den vergangenen Jahren immer größer geworden sind“. Mit immer neuen Aufgaben sei auch die Verantwortung gewachsen, so Höne. „Und das sagen wir auch ehrlich, wenn wir für die Gremien werben.“

Gerade in den drei katholischen Gemeinden in Merzen, Neuenkirchen und Voltlage müssten viele kirchliche Einrichtungen geführt werden. „Dazu zählen die Kindertagesstätten mit Kindergarten und Kinderkrippe, die Friedhofsverwaltung und eben auch die Unterhaltung der Gebäude.“ Zwar stehe er als Pfarrer den drei Kirchenvorständen vor, doch er versuche, die anfallenden Aufgaben zu delegieren. Allerdings: Manchmal täten sich die Mitglieder der Kirchenvorstände schwer, eigenständig Entscheidungen zu treffen.

Am Ende bekamen die Wahlausschüsse gerade genügend Kandidaten für den gemeinsamen Pfarrgemeinderat, dessen Ortsausschüsse und die Kirchenvorstände zusammen. Höne: „Dafür waren einige Hundert Telefonat nötig, und fast ebenso viele Absagen hat es gegeben.“

Für das Wochenende wünscht sich Pfarrer Höne, dass möglichst viele Gemeindemitglieder von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Mit jeder abgegebenen Stimme werde den Kandidaten für die künftige Arbeit der Rücken gestärkt.

In der Pfarreiengemeinschaft Quakenbrück, Badbergen und Nortrup sind laut Pfarrer Bernhard Lintker 5711 Katholiken aufgerufen, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Gewählt wird für alle vier Pfarreien – St. Marien Quakenbrück, St. Paulus Quakenbrück, St. Marien Badbergen und St. Aloysius Nortrup – nur ein gemeinsamer Pfarrgemeinderat. Seine Besetzung entspricht dem Anteil der jeweiligen Gemeindemitglieder. Ein Kirchenvorstand wird für jede der vier Kirchengemeinden gewählt.

Für beide Gremien Kandidaten zu finden war auch in der Artländer Pfarreiengemeinschaft nicht einfach. Insbesondere nicht für den Pfarrgemeinderat, dessen Aufgaben, so Bernhard Lintker, wesentlich vielfältiger seien als die des Kirchenvorstandes. Während Letzterer sich um das Vermögen der jeweiligen Kirchengemeinden kümmere, sei es Aufgabe des Pfarrgemeinderates, das Gemeindeleben zu gestalten.


Bistumsweit werden am 15. und 16. November in 221 Gemeinden die Gremien für vier Jahre neu gewählt. Allein in den Dekanaten Osnabrück-Nord, Osnabrück-Stadt und Osnabrück-Süd sind nach Bistumsangaben mehr als 1000 ehrenamtliche Mandate zu vergeben. Wählen darf jedes Gemeindemitglied ab 16 Jahren, in den meisten Pfarreien gibt es zusätzlich ein Familienwahlrecht. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates beschäftigen sich mit Fragen der liturgischen Gestaltung und der Kinder- und Jugendarbeit. Auch die Caritas-Arbeit und ökologische Ausrichtung der Pfarrei sind Themen. Nicht zuletzt ist das Gremium aber Verknüpfungspunkt für Gruppen der Gemeinde. Der Kirchenvorstand befasst sich mit dem Haushalt der Gemeinde, trifft Personalentscheidungen und ist für Gebäude und Einrichtungen der Pfarrei verantwortlich.

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