Verkaufsoffener Sonntag Roter Teppich für Kunden im Altkreis Bersenbrück


bt/jesc/kemp Altkreis Bersenbrück. Diese Aktion wäre ausbaufähig: Am Sonntag öffneten Geschäfte in Alfhausen, Bersenbrück, Berge und Neuenkirchen. Vorstufe zur Wiedergeburt des Altkreis-Sonntags?

„Martinsshopping“ war der verkaufsoffene Sonntag in Bersenbrück überschrieben. Und Martinsgänse aus Sprühkreide vor dem roten Teppich lockten die Kunden in die teilnehmenden Geschäfte.

„Viele Leute nutzen den Shuttlebus alle halbe Stunde von und zum Martinsmarkt in Gehrde“, sagte Rainer Lagemann. Mareike Dobbelhoff sah sich derweil im Schuhgeschäft des 46-Jährigen um und bekam so neben den ersten festen Schuhen für ihren zehn Monate alten Fritz zehn Prozent und auch noch eine Flasche Sekt dazu. „Damit der Abend schön ausklingt“, sagte Lagemann.

Zum Spielzeugflohmarkt hatte das Jugend- und Bildungshaus ins Obergeschoss geladen. „Ein paar Interessenten waren da, die Resonanz war nicht besonders groß“, urteilte Jürgen Renze, der Spielsachen von seinen Söhnen Bjarne und Tilo anbot. „Die Standgebühr haben wir reingeholt“, sah es der 45-Jährige sportlich. Wenngleich Marike Wojtun sich für den großen Gabentisch interessierte, so hatte die Vierjährige ihr Geld mit Mama Nicole und Papa Jan doch schon für Bücher ausgegeben.

Im Erdgeschoss präsentierte das Jugend- und Bildungshaus sieben neue Spiele. „Die haben wir auf der Spielemesse in Essen ausprobiert und ausgesucht, da haben wir eine Auswahl für die Jugend und auch für die Kleinen“, sagte Irina Penner. Fiete Droppelmann versuchte sich so etwa als „Geister Geister Schatzsuchmeister“. Unterstützt wurde der Fünfjährige dabei von Spieleexpertin Svenja Meier. „Die Spiele hat uns das Spielefachgeschäft Grewing zur Verfügung gestellt und wir können hier auch Bestellungen annehmen“, verriet Jugendpfleger Maik Bienk.

Für das Buch von der Kuh Lieselotte interessierte sich eine Straße weiter Jonas Pier in der Buchhandlung, wobei der Zweieinhalbjährige hin- und hergerissen war zwischen Lektüre und Gummibärchen. „Die 20 Prozent Rabatt auf Kalender sind gut angenommen worden“, sagte Edeltraud Richter. „Bereits zum vierten Mal haben wir Tee, Kaffee, Kekse, Gummibärchen und Orangensaft angeboten, hinzu kam das gute Wetter“, zeigte sie sich ganz zufrieden

Mit 15 Prozent Geburtstagsrabatt zu seinem 80-jährigen Bestehen warb das Modehaus Wobbe am verkaufsoffenen Sonntag in Alfhausen. Das füllte die Parkplätze ebenso wie den Verkaufsraum. Und auch die Geschäfte drum herum waren gut besucht.

„Bereits ab 13 Uhr hatten wir einen tollen Zulauf und sind sehr zufrieden, aber nach der Kaffee- und Kuchenzeit nach 16 Uhr rechnen wir mit noch mehr Kunden“, sagte Markus Wobbe. „In der Dunkelheit machen wir auch noch ein Feuerchen vor dem Haus“, kündigte der 41-Jährige an.

Ein roter Teppich für die Kundschaft lag auch vor der Bäckerei Steinkamp. „Kaffee und Kuchen satt für fünf Euro, das wird gerne angenommen“, sagte Christa Steinkamp. „Viele Auswärtige kommen, die über die Jahre immer wieder aufkreuzen“, freute sich die 70-Jährige, die von ihren Kindern Gaby und Thomas tatkräftig unterstützt wurde.

„Wo die Wurzeln sind, da geht man immer wieder hin“, sah das auch Erna Starmann so, während sich die in Alfhausen geborene Bersenbrückerin an einer Käse-Sahne-Torte erfreute. „Wir kommen nächstes Jahr wieder“, versicherte ihr Mann Theo.

Ausgefallene Kinder- und Damenmoden versprechen „nilo kids“ und „lilo wear“ im Atelier Lienesch, wo Sekt, Orangensaft und Kekse für die Kundschaft bereitstanden. „Wir wollen eine alte Kiste für Spielzeug mit Stoff ausschlagen“, erklärte Birgit Hesselkamp. Von Ulrike Brell bekam sie nicht nur das Material, sondern auch noch gute Ratschläge zur Verarbeitung. Und für die einjährige Loki gab es noch eine Tüte Kekse dazu – von Steinkamp natürlich.

Ständiges Kommen und gehen herrschte beim verkaufsoffenen Sonntag in Berge. Die teilnehmenden Berger Geschäftsleute waren mit der Resonanz durchaus zufrieden. Egal, ob bei Schreibwaren Runge oder im Schuhaus Rocho. Überall ließen sich die Kunden informieren und kauften in entspannter Atmosphäre auch schon mal das eine oder andere Weihnachtsgeschenk oder lange gesuchte Artikel für den nicht alltäglichen Bedarf. Die Geschäftsleute hatten zum Teil noch einmal den roten Teppich ausgerollt. Überall gab es ein Glas Sekt, Orangensaft oder aber auch ein kühles Blondes sowie leckeres Gebäck. Der Museumsbeauftragte Christoph Otten informierte ständig über die Exponate des Museums Meyer-Haus. Auch dort riss der Besucherstrom nicht ab. Und auch im Jugendheim ging es rund. Der von der katholischen Frauengemeinschaft angebotene Kuchen war am späten Nachmittag restlos ausverkauft. Im Jugendheim stellten mehrere Hobbykünstler und Handwerker aus. Neben weiteren war auch Heinz Specker mit seinen liebevoll gestalteten Vogelhäusern und Futterhäuser dabei. Tunscheren gab es ebenso wie Arbeiten aus Sandstein sowie Leckeres für den Abendbrottisch. Auch hatte Heiners Schusterstübchen geöffnet. Apfelpunsch mit Sahnehäubchen und einer Prise Zimt schmeckte hervorragend. Der Erlös dort ist für die katholische öffentliche Bücherei geplant. Resüme: Ein Besuch in Berge lohnte sich

Verkaufsoffene Geschäfte und ein Rahmenprogramm, das Vereine und Verbände mitgestalten – diese Mischung hat am Sonntag auch viele Besucher nach Neuenkirchen gelockt. Während die Einzelhandelsgeschäfte sich auf die sonntägliche Kundschaft vorbereitet hatten, sorgten die Vereine für Unterhaltung. Die Pfadfinder entzündeten auf dem Dorfbrunnenplatz ein Lagerfeuer und luden zum Stockbrotbacken ein. Ungewohnte Einblicke boten sich den Gästen auch in der St.-Laurentius-Kirche: Dort präsentierten Mitglieder des Kirchenvorstandes die aus dem Jahr 1899 stammende Turmuhr, die bis heute den Neuenkirchenern anzeigt, was die Stunde geschlagen hat.