Elternbefragung zur IGS Bramsche IGS Bramsche: Geringes Interesse bei Infoabend in Merzen

Außer drei Müttern und einem Vater besuchten ausschließlich Vertreter der Kommune den Informationsabend zur Elternbefragung „IGS Bramsche“ in der Grundschule in Merzen. Foto: Ulrike HavermeyerAußer drei Müttern und einem Vater besuchten ausschließlich Vertreter der Kommune den Informationsabend zur Elternbefragung „IGS Bramsche“ in der Grundschule in Merzen. Foto: Ulrike Havermeyer

Merzen. Ehemalige Merzener Grundschüler, die die Klassenräume einer Integrierten Gesamtschule (IGS) in Bramsche füllen? Wohl kaum. Jedenfalls nicht, wenn man vom Interesse der Eltern an der Informationsveranstaltung des Landkreises zur Elternbefragung auf potenzielle Anmeldezahlen schließt: Gerade mal drei Mütter und ein Vater hörten sich die Ausführungen von Fachdienstleiter Stefan Zumstrull in der Grundschule an.

„Warum sollte ich mein Kind, falls es eine Gymnasialempfehlung bekommt, zu einer IGS nach Bramsche schicken, wenn gleich daneben bereits ein klassisches Gymnasium steht?“ – „Warum sollte ich mein Kind, wenn es eine Haupt- oder Realschulempfehlung bekommt, zu einer IGS nach Bramsche schicken, wo wir doch eine gut funktionierende Oberschule in Neuenkirchen haben?“ Fragen aus einer eher skeptischen Elternschaft, die Stefan Zumstrull, Fachdienstleiter Bildung, Kultur und Sport beim Landkreis Osnabrück, nicht beantwortete. „Ich bin nicht hier, um zu bewerten“, machte er den Zuhörern klar, „sondern um zu informieren. Die Entscheidung, auf welche weiterführende Schule Sie Ihr Kind schicken, treffen allein Sie.“

Beginnen wir am Anfang: Warum werden die Grundschuleltern im nördlichen Landkreis derzeit überhaupt befragt, ob sie ihr Kind zu einer IGS nach Bramsche, die momentan noch ein reines Gedankengebäude ist, schicken würden? Statistiken zeigen, dass die Schülerzahlen drastisch sinken werden: Bis zu einem Drittel weniger Kinder werden in den nächsten zehn Jahren allmorgendlich ihren Ranzen aufschnallen – „Und darauf müssen wir natürlich frühzeitig mit einer entsprechenden Schulentwicklungsplanung reagieren“, erläuterte Zumstrull.

Ziel der Politiker sei es, eine möglichst breite Schullandschaft vorzuhalten: „Jedes Kind soll bei uns auf die Schulform gehen können, auf die es gehen möchte – und das in allen Regionen unseres Kreises.“ Das bedeute zum einen: Die bestehenden Schulen vor Ort sollten möglichst gestärkt und erhalten werden. Zum anderen heißt das aber auch: mehr Gesamtschulen anbieten. „Denn bei einer früheren Befragung der Eltern im Landkreis ist herausgekommen, dass 16,5 Prozent von ihnen ihr Kind gern auf eine IGS schicken möchten“ (Realschule: 16,5 Prozent, Gymnasium: 42,8 Prozent, Oberschule: 5,3 Prozent, Hauptschule: 1,2 Prozent). Und diesem Elternwillen wolle der Kreis nun eben nachkommen, indem er mögliche Standorte für diese Schulform prüfe. „Für den Nordkreis wäre das dank zentraler Lage, guter Verkehrsanbindung und vorhandener Gebäude die Stadt Bramsche.“

Sinkende Geburtenzahlen? Zusätzliche Schulen? Eine breite, von allen Regionen des Landkreises gleich gut zu erreichende Schulvielfalt? „Wo sollen denn die ganzen Schüler dafür herkommen?“, brachte eine Mutter ihre Zweifel an dieser Vision auf den Punkt. Eigentlich ein Anlass, um eine generelle Diskussion über die Zukunft der Bildung anzustoßen. – „Aber das ist heute nicht die Aufgabe“, nahm Stefan Zumstrull wieder Kurs auf das Wesentliche: IGS Bramsche – ja oder nein? Wichtig für alle Grundschuleltern: „Damit die Umfrage aussagekräftig wird, bitte den Bogen unbedingt ausfüllen und abgeben – egal wie Sie zur IGS in Bramsche stehen.“ Und: „Wenn Sie sich für die IGS aussprechen, ist das keine verbindliche Anmeldung – alle personenbezogenen Daten werden nach der Auswertung vernichtet.“ Die Abgabefrist endet am Freitag, 26. September.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN