Franz-Josef Wilke gibt Amt ab Merzener Verein WaPlaDö sucht neuen Vorsitzenden

Von Bjoern Thienenkamp

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Dank für 18 Jahre: Michael Wehrenberg (links) und Marion Grofer (rechts) überreichten Präsente und Blumen an Franz-Josef Wilke und seine Ehefrau Marlene. Foto: Björn ThienenkampDank für 18 Jahre: Michael Wehrenberg (links) und Marion Grofer (rechts) überreichten Präsente und Blumen an Franz-Josef Wilke und seine Ehefrau Marlene. Foto: Björn Thienenkamp

Merzen. Von der Geburt bis zur Volljährigkeit. Vom Brei bis zum Abitur. Von der Windel bis zum Führerschein. 18 Jahre. Eine ganze Kindheit lang war Franz-Josef Wilke immer als Papa für seinen Indian Summer da. Das muss reichen, findet der Vorsitzende des Wandervereins Plaggenschale-Döllinghausen (WaPlaDö) und gibt die Verantwortung für sein Riesenbaby ab. Wenn auch mit Tränen.

Zunächst lief die Generalversammlung in der Schützenhalle wie immer. Wilke begrüßte und übergab an den Schriftführer Thilo Kruse. Der blickte auf die letzte Generalversammlung zurück, auf die Helferfete „Eine Seefahrt, die ist lustig“, auf den Wandertag mit 100 Leuten nach Schlichthorst, auf die Benefizgala für Ghana mit 4000 Euro Spenden, auf die Indian-Summer-Fete, die von den Helfern tagelang vor- und nachbereitet wurde, und auf den Thekendienst beim Trecker-Treck.

Den Kassenbericht trug Carina Ricke vor. Alles im grünen Bereich. Dann die Aufarbeitung „Indian Summer“ durch die anwesenden 130 Mitglieder. An der neuen Schlagerbühne im Zelt habe es „verhalten angefangen“, später sei es „gerappelt voll“ gewesen. Für jede Geschmacksgruppe sei eine Alternative geboten worden. Hinsichtlich des Gefahrenpotenzials der Bundesstraße solle enger mit der Polizei zusammengearbeitet werden. Die Toiletten seien schlecht zu finden gewesen, der Toilettenmann sehr unhöflich. Und das Beet solle weg.

Dann die Neuwahlen. Für die ausscheidende Kassenprüferin Annemarie Pöttker wurde Ralf Richter gewählt. Schriftführer Thilo Kruse und Beisitzerin Stefanie Westerfeld tauschten ihre Ämter gemäß Wahl.

„Ich kann nicht mehr motivieren“, war die Hauptbegründung, mit der Wilke der Versammlung erklärte, warum er nicht länger Vorsitzender sein wolle und könne. „Die Teamleistung hängt nicht von einer Person ab“, sagte der Schlossermeister.

„Du bist der Motor“, konterten die Mitglieder. Bei Problemen sei es ihm stets gelungen, „den Ball flachzuhalten“. Wilke war zu Tränen gerührt.

Auch aus privaten Gründen sehe er sich aber nicht mehr in der Lage, obwohl „da ziemlich viel Herzblut dranhängt“. „Wir machen hier eine Party für junge Leute“, brachte der 52-Jährige sein Alter ins Spiel.

Ein Nachfolger für „Frannes“ – wie Wilke in Plaggenschale-Döllinghausen auch genannt wird – blieb zunächst aus. Unter den 130 Mitgliedern sollte sich doch ein geeigneter Nachfolger finden? Zumindest für die nächsten 18 Jahre...


1996 saßen Franz-Josef und Marlene Wilke auf dem Königsthron in Plaggenschale-Döllinghausen. Nachdem fünf Mädels, der „Frontblock in Blond“, eine ausufernde Party gefeiert hatten, sorgte ab 1997 der „Indian Summer“ für einen geregelten Ablauf. Acht Leute leisteten eine Anschubfinanzierung von 500 D-Mark, die sie später wieder ausbezahlt bekamen. Etwa drei Jahre lang war es nur eine lose Gruppe, aus der dann der Wanderverein Plaggenschale-Döllinghausen (WaPlaDö) hervorging. Von den Gründern sind neben Wilke nur noch Marion Grofer, Wilhelm Overberg, Herbert Pöttker und Ludger Spinnecker dabei. Der Erlös des Indian Summer geht an karitative Zwecke.bt

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