Bundesverdienstmedaille Ehrung für Herbert Joseph aus Neuenkirchen-Vinte

Von Franz Buitmann

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Neuenkirchen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Herbert Joseph erhielt für seine Mitarbeit im phänologischen Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes die Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, überreicht vom Leiter des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung in Braunschweig, Franz-Josef Löpmeier (links), mit auf dem Foto Ehefrau Maria. Foto: Franz BuitmannHerbert Joseph erhielt für seine Mitarbeit im phänologischen Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes die Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, überreicht vom Leiter des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung in Braunschweig, Franz-Josef Löpmeier (links), mit auf dem Foto Ehefrau Maria. Foto: Franz Buitmann

Neuenkirchen-Vinte. Der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Joachim Gauck, hat Herbert Joseph aus Neuenkirchen-Vinte für seine ehrenamtliche Mitarbeit im phänologischen Beobachtungsdienst des Deutschen Wetterdienstes die Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Auszeichnung übergab in feierlichem Rahmen im Heimathaus Neuenkirchen Regierungsdirektor Franz-Josef Löpmeier, Leiter des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung in Braunschweig (DWD).

Neben dieser Arbeit wurden auch die weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten Herbert Josephs gewürdigt, der am Tag vor der Ehrung seinen 95. Geburtstag feiern konnte.

Herbert Joseph, 1919 in Oberhermsdorf, Kreis Neiße, Oberschlesien geboren, machte sein Abitur 1939 in Münsterberg/Schlesien, es folgten von 1939 bis 1949 Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht, sowjetische Kriegsgefangenschaft und Verlust der schlesischen Heimat. 1952 machte er die Erste Lehrerprüfung in Alfeld, die erste Lehrerstelle war Berge, dann Südmerzen, Neuenkirchen und Vinte, in Vinte war er als Hauptlehrer tätig, in Merzen von 1977 bis zu seiner Pensionierung 1984 als Konrektor. Seine dauerhafte Heimat wurde Vinte, dort kaufte er 1972 das Lehrerhaus.

Franz-Josef Löpmeier betonte, Herbert Joseph habe 40 Jahre lang die phänologischen Beobachtungen für seinen Heimatort Neuenkirchen durchgeführt. Die Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens solle Dank und Anerkennung sein für langjährige, gewissenhafte und mit persönlichen Opfern verbundene ehrenamtliche Tätigkeit im Dienste der Wissenschaft und des Gemeinwohls. In den Dank eingeschlossen sei auch Gattin Maria, die durch ihr Verständnis und ihre Rücksichtnahme dazu beigetragen habe, dass die Beobachtungen in dieser Vollständigkeit zustande gekommen seien.

Im Zentrum für Agrarmeteorologische Forschung in Braunschweig, so Löpmeier, würden die Zusammenhänge zwischen Wetter und Landwirtschaft erforscht. Das Endprodukt sei eine agrarmeteorologische Computersoftware, die von hier und von weiteren Kollegen deutschlandweit zur Beratung der Landwirtschaft eingesetzt werde. Der DWD betreibe dazu Telefonansagedienste mit vielen Millionen Abrufen pro Jahr und Faxangeboten für Tausende von Landwirten. Für diese Arbeiten seien phänologische Daten von großer Bedeutung, wie Herbert Joseph sie über 40 Jahre geliefert habe. Eine weitere Anwendung der phänologischen Beobachtungen sei die Verbesserung der Pollenflugvorhersage für Allergiker, mit am wichtigsten aber die hierdurch mögliche Beratung von Landwirten.

Herbert Joseph dankte tief bewegt für die Auszeichnung. Nach dem Verlassen seiner Heimat Schlesien habe er in Neuenkirchen-Vinte eine neue Heimat gefunden, besonders freue er sich, dass neben seiner Familie so viele Gäste an seiner Ehrung Anteil nähmen. Besonders berührt habe ihn das Lied „Blaue Berge, grüne Täler“, das „Riesengebirgslied“ aus der alten Heimat, vorgetragen von Christian Meyer-Perkhoff, der die Feierstunde musikalisch gestaltete.

Neuenkirchens Bürgermeister Christoph Lührmann gratulierte namens des Rates und der Verwaltung und auch im Namen von Gemeindedirektorin Hildegard Schwertmann-Nicolay. Es sei nicht selbstverständlich, dass Herbert Joseph noch bis heute, trotz seines Alters, mit großer Disziplin die Natur beobachte und die dabei wahrnehmbaren Veränderungen akribisch genau dokumentiere. Seine ehrenamtliche Arbeit sei für das Gemeinwohl unersetzlich. Darüber hinaus habe sich der Geehrte aber auch in ganz vielen Bereichen der Gemeinde engagiert, sei es in der Katholischen Erwachsenenbildung, als Schriftführer im Rat der damals noch eigenständigen Gemeinde Vinte oder im Pfarrgemeinderat. Auch als Chronist in der Heimatpflege habe er sich große Verdienste erworben.

Der ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins Neuenkirchen, Clemens Kaup, würdigte die Arbeit Herbert Josephs für die Heimatpflege in der Gemeinde, der Vorsitzende des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB), Franz Buitmann, gratulierte ebenfalls zur verdienten Auszeichnung. Der Vorsitzende des Landvolk-Verbandes Neuenkirchen, Andreas Höger, bestätigte die wertvollen Hilfen für die Arbeit der Landwirte durch die phänologischen Beobachtungen. Rückblick auf die gemeinsame Arbeit in der Schule hielt Gerta Harbecke. Auch Wilhelm Haskamp und Anneliese Meißner erinnerten sich an gemeinsame Jahre in der Schule. Leo Brackmann als ehemaliger Schüler stellte fest, Herbert Joseph sei nicht ein „Pauker“ gewesen, er habe Werte vermittelt. Die Naturverbundenheit von Herbert Joseph bestätigten in ihren Beiträgen zu der Feierstunde die Töchter Anette und Margarete, Enkeltochter Lara und Ehefrau Maria.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN