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Festakt und Umzug Neue Höckeler Schützenfahne Symbol für Zusammenhalt

Von Christian Geers


Voltlage. Elf Schützenvereine, drei Musikkapellen, ein Anlass – mit einem Festakt und einem Umzug hat der Schützenverein Höckel seine nagelneue Vereinsfahne der Öffentlichkeit vorgestellt. Für die Schützen ist das neue 1,20 Meter mal 1,20 Meter große Aushängeschild ein Schmuckstück und zugleich ein Symbol für den Zusammenhalt.

Als etwa 300 Schützen auf dem Platz hinter dem Vereinshaus aufmarschieren und auf die zackigen Kommandos von Kommandeur Stefan Schluchter hören, ist unter den vielen Fahnenabordnungen auch die bisherige Fahne des Höckeler Schützenvereins zu sehen. Fast auf den Tag genau 89 Jahre ist es her, dass sie mit einem ebenso feierlichen Akt und einer Weihe in Dienst gestellt wurde. Ein Anlass, der damals wie heute zu den besonderen Momenten in einem Schützenverein zählt. „Es hat viele fröhliche, aber auch viele traurige Ereignisse gegeben, bei denen die Fahne dabei gewesen ist“, sagt Präsident Norbert Wulfern.

Zwei Jahre habe sich der Schützenverein mit der Frage beschäftigt, die alte Fahne zu restaurieren oder gleich eine neue anzuschaffen. Eine Restaurierung hätte nach den Worten des Präsidenten bedeutet, erhaltenswerte Motive aus dem bisherigen Tuch herauszuschneiden und sie auf die neue Fahne aufzunähen. Doch mit dem Gedanken, das fast 90 Jahre alte Aushängeschild zu zerschneiden, „konnten wir uns nicht anfreunden“. So hätten sich die Mitglieder für eine neue Fahne entschieden.

Die besteht wie die Vorgängerin aus zwei Motiven: Auf der einen Seite ist Wilhelm Tell abgebildet, jener populäre Schweizer Freiheitskämpfer mit der Armbrust. Darunter ist der Spruch „Scharfes Aug’ und sichre Hand – Bringen Glück am Schützenstand“ zu lesen. Auf der anderen Seite ist eine Ansicht der 2007 fertiggestellten Schützenhalle in Höckel aufgenäht, dazu die Wappen des Landes Niedersachsen und der Gemeinde Voltlage. „So wird Tradition mit Gegenwart und Zukunft verbunden“, erläutert Präsident Wulfern den Entwurf, bevor Pfarrer Stephan Höne das neue Vereinssymbol segnet und Anja Sloot für die Damenschießgruppe ein Fahnenband als Geschenk überreicht.

Eine Fahne sei ein Schmuckstück und ein Symbol für den Zusammenhalt und für die Werte, für die ein Verein stehe. Das stellt Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay heraus. Der Höckeler Schützenverein habe sich den Erhalt von Traditionen und Brauchtum auf die Fahnen geschrieben. Gleichzeitig leiste er eine aktive und vorbildliche Jugendarbeit, „die dem Verein und der Samtgemeinde Neuenkirchen zugute kommt“.

An einer Fahnenweihe teilzunehmen sei ganz sicher ein besonderes Ereignis, bekräftigt Voltlages Bürgermeister Bernhard Egbert. Auch er hebt die Bedeutung des Schützenvereins für die Jugendarbeit hervor und wünscht, dass die neue Vereinsfahne auch zukünftig „ein Symbol für Frieden und Frohsinn sein möge“. Auch die elf Schützenvereine sind nicht ohne Gastgeschenk gekommen und überreichen Fahnennägel.

Bevor sich nach einer guten Stunde der Festumzug durch Höckel in Marsch setzt, folgen aber noch zwei Ehrungen, die für beide Mitglieder überraschend kommen:

Zunächst ehrt Präsident Norbert Wulfern den früheren Schriftführer Gregor Friemerding. Er hat 24 Jahre lang in den Mitgliederversammlungen die Protokolle geführt. Die werden bis heute handschriftlich in eigenen Büchern festgehalten, was wiederum eine klare, lesbare Handschrift voraussetzt. Gewissenhaft habe Friemerding diese Aufgabe übernommen. „Auf diese Bücher sind wir besonders stolz, deshalb wird er heute besonders ausgezeichnet“, so Wulfern.

Die zweite Ehrung an diesem Abend gilt dem Präsidenten selbst. Der guckt einigermaßen verdutzt, als sein Stellvertreter Reinhard Ostermann ans Mikrofon tritt und sich bei Wulfern für dessen Mitarbeit im Vorstand bedankt. „Du warst elf Jahre stellvertretender Präsident, seit sechs Jahren bist du Präsident“, zählt er auf. Der Schützenverein könne auf seinen Präsidenten bauen, der sei immer da, „wenn man ihn braucht“. Deshalb habe sich Wulfern diese Ehrung auch „längst verdient“. Gleiches gelte für Ehefrau Marianne, denn solche Ämter seien auf die Unterstützung der Familie angewiesen.


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