Rettung mit Drehleiter Wärmebildkamera bei Übung in Merzen getestet

Von Henning Stricker

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Merzen. Blaulichter zucken durch die Dämmerung, Männer und Frauen mit roten und gelben Westen rennen durch die Gegend, Feuerwehrleute tragen Schläuche und Tragen umher, während aus dem Gebäude der AWO-Wohnanlage in Schlichthorst dichter Rauch aus mehreren Fenstern im Obergeschoss dringt. Neun Personen werden in dem alten Gutshaus vermisst, so eine erste Lagemeldung.

Glücklicherweise ist das schaurige Szenario, welches sich den Mitarbeitern, Bewohner und Feuerwehrleuten an der Schlossallee im Merzener Ortsteil Schlichthorst bietet, nur eine Übung. Aber eine, die es in sich hat. Schließlich leben und arbeiten auf dem weitläufigen Gelände mehr als 150 Patienten plus etliche Mitarbeiter der Einrichtung. An den Ernstfall möchte man hier gar nicht denken. Und dennoch ist der Leiter der Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung, Alf Börsch, mit dem Verhalten seines Mitarbeiterteams recht zufrieden. „Die Maßnahmen zum Verhalten im Brandfall haben gegriffen, dennoch gibt es durchaus Verbesserungspotenzial“, so Börsch der nachviereinhalb Jahren als stellvertretender Leiter der Einrichtung im Juli deren Leitung übernommen hat.

Auch die beteiligten Feuerwehren der Samtgemeinde Neuenkirchen haben die zunächst unübersichtliche Lage schnell im Griff, wie auch später die Übungsbeobachter aus der Samtgemeinde Fürstenau – Uwe Brinkers, Heinz Krehe und Hendrik Oevermann – den Feuerwehrleuten aus Merzen, Neuenkirchen, Voltlage und der Besatzung der Drehleitereinheit aus Ankum bestätigen. „Klasse war zum Beispiel die Übergabe der durch die Atemschutztrupps geretteten Bewohner an Drehleiterbesatzung am Balkon im ersten Obergeschoss“, so Brinkers.

Und auch Krehe und Oevermann, die die Löschwasserversorgung, die Verletztensammelstelle und das Einsatzumfeld kritisch beäugten, waren mit der Vorgehensweise der Brandschützer sehr zufrieden, fanden aber dennoch den einen oder anderen Kritikpunkt. Kleinigkeiten – wie ein auf dem Boden abgelegter Halogenstrahler, der aber ein Unfallrisiko berge.

Beeindruckt von der Vorgehensweise und der schnellen Rettung der vermissten Personen zeigten sich auch Samtgemeindebürgermeister Martin Brinkmann und die drei anwesenden Bürgermeister der einzelnen Gemeinden.

Bernhard Egbert, Gregor Schröder und Christoph Lührmann ließen sich nach Übungsende dann auch erklären, warum die neun Vermissten Personen innerhalb von 25 Minuten durch die Atemschutztrupps gefunden, gerettet und an die Schnelle Einsatzgruppe (SEG 1) übergeben werden konnten. In der Samtgemeinde ist derzeit eine Wärmebildkamera als Vorführgerät im Dienst, mit der zum Beispiel Personen in einem verqualmten Raum schneller geortet werden können. Und dies ist nur eines von vielen Anwendungsbeispielen, wie Samtgemeindebrandmeister Herbert Kempe und Merzens Ortsbrandmeister Martin Kornhage den Politkern praxisnah erläuterten.


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