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Mit Schloss und zwei Kirchen Neuenkirchen bei Melle ist ein kleines Zentrum – Acht Ortsteile bilden den Stadtteil

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<em>Der Stadtteil Neuenkirchen</em> bietet in acht Ortsteilen für 4900 Einwohner ein Zuhause.Foto: Michael HehmannDer Stadtteil Neuenkirchen bietet in acht Ortsteilen für 4900 Einwohner ein Zuhause.Foto: Michael Hehmann

Neuenkirchen. Neuenkirchen gehört mit 4900 Einwohnern zu den größeren Meller Stadtteilen und erfüllt zumindest teilweise die Funktionen eines Unterzentrums. Vier Kindergärten, zwei Schulen, ein Altenzentrum, zwei Dorfgemeinschaftshäuser und zwei Kirchen bilden Angebote, die längst nicht in jedem Stadtteil zu finden sind.

Der Ortsname Neuenkirchen ist vermutlich im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Kirche entstanden. Neu war dieses Gotteshaus allerdings vor sehr langer Zeit, denn es wurde bereits im elften Jahrhundert an der Stelle der heutigen Kirche errichtet. Schriftlich tauchte der Ortsname Nyenkerken erstmals in einer Urkunde des Jahres 1160 auf.

Neuenkirchen ist der Mittelpunkt für seine acht Ortsteile. Im Ortszentrum steht die Grundschule, die von Schülern aus Holterdorf, Insingdorf, Küingdorf, Ostenfelde, Redecke, St. Annen, Schiplage und Suttorf besucht wird. Der Einzugsbereich der Oberschule erstreckt sich sogar bis auf die Nachbarstadtteile Riemsloh und Wellingholzhausen. Neben den beiden Schulen gibt es vier Kindergärten – den ev. Christophorus-Kindergarten, den Montessori-Kindergarten, den Kindergarten St. Anna in St. Annen und den Bunten Kreisel. Die Jugendfreizeit- und Bildungsstätte an der Wieboldstraße wird gelegentlich auch von auswärtigen Gruppen für Ferienfreizeiten und Workshops genutzt.

Nähe zu Bielefeld

Von Neuenkirchen im Südosten des Meller Stadtgebietes ist der Weg nach Bielefeld nicht mehr so weit. Die Orientierung zur Ostwestfalen-Metropole ist deshalb ausgeprägter als in anderen Teilen des Grönegaus. So mancher Neuenkirchener hat seinen Arbeitsplatz im Kreis Herford und vor allem in Bielefeld. Auch die Einkaufsmöglichkeiten und kulturellen Angebote der 330000-Einwohner-Stadt werden zuweilen genutzt. Dazu gehört bei einigen Fußballfans auch die Vorliebe für den DSC Arminia.

Eine ganz besondere Zuneigung haben die Neuenkirchener für ihr mehr als 80 Jahre altes Freibad, das oft als „Kultbad“ bezeichnet wird. Die rührige Freibad-Initiative FBI kümmert sich (mit Unterstützung der Stadt) jedes Frühjahr um weitere Verschönerungen und Verbesserungen auf dem Freibadgelände. Das Schwimmbad erfüllt die Funktion eines Sommer-Jungendzentrums und Familientreffs.

Tatkräftig sind aber auch die anderen Vereine im Ort. Der Heimatverein hat ein Heimathaus in der ehemaligen „Alten Pfarre“ eingerichtet. Dort finden zahlreiche Veranstaltungen statt, und ebenso wird dort das Andenken an Wilhelm Fredemann gepflegt. Nach dem berühmten Heimatdichter und Ehrenbürger ist auch die Oberschule benannt.

Eine typisch Neuenkirchener Initiative ist VIVA („Viele Ideen verschiedener Altersgruppen“). Die stets ausverkauften Aufführungen künstlerischer und kreativer Talente sind ein Höhepunkt im gut gefüllten dörflichen Veranstaltungskalender. Die immer wieder überraschend guten und neuen Ideen haben die Dorfbevölkerung von 8 bis 80 mit dem VIVA-Virus infiziert.

TV als größter Verein

Der größte Verein im Ort (1300 Mitglieder) ist der Turnverein Neuenkirchen mit einem breit ausgeprägten Angebot aller klassischen Sportarten. Aber auch Besonderheiten, wie Tai Chi, Einradfahren, Skilauf oder Prellball gehören zum TVN-Programm. Mit dem MGV Concordia St. Annen, dem GV Eintracht und den St. Annen Sisters gibt es gleich drei aktive Gesangvereine. Zum regen Vereinsleben tragen außerdem freiwillige Feuerwehren, Landjugend, Landfrauen, Reit- und Fahrverein, Siedlergemeinschaften, Geflügelzüchter, Brieftaubenfreunde, der Teckelclub und weitere Vereine bei.

Die Bürgervereine Schiplage und Suithorpa leisten engagierte und qualifizierte Beiträge zu den derzeit stattfindenden Dorferneuerungen. Außergewöhnlich sind die Küingdorfer Schützen, die mit den Kerßenbrockern (aus dem Stadtteil Wellingholzhausen) seit Jahrzehnten eine grenz- und konfessionsübergreifende, harmonische und gut funktionierende Einheit bilden.

An der Warmenau und der Grenze zu Nordrhein-Westfalen befindet sich das Wasserschloss Königsbrück. Die im Stile der Weserrenaissance errichteten Gebäude und Brücken wurden unter großem Einsatz der Eigentümerfamilie von Richthofen seit 1978 stufenweise restauriert und ergänzt.

Das zweite Gotteshaus des Stadtteiles, die katholische Kirche St. Anna, steht im Ortsteil St. Annen. Es wurde im Jahr 1505 als Wallfahrtskirche erbaut. Im Ortsteil Schiplage-St. Annen befindet sich zudem ebenfalls ein Dorfgemeinschaftshaus im dortigen ehemaligen Schulgebäude.


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