Konzept gegen Schulverweigerung Goode-Weg-Schule Neuenkirchen erhält Zertifikat "Schule auf Kurs"

Haben die Jugendlichen im Blick: Cornelia Heimbrock (von links), Jutta Stockmann, Marion Pohlmann, Susanne Steininger, Carmen Höveler, Hildegard Schwertmann-Nicolay und Kai Gaubitz. Foto: Ulrike HavermeyerHaben die Jugendlichen im Blick: Cornelia Heimbrock (von links), Jutta Stockmann, Marion Pohlmann, Susanne Steininger, Carmen Höveler, Hildegard Schwertmann-Nicolay und Kai Gaubitz. Foto: Ulrike Havermeyer

Neuenkirchen. Gerade mal acht Wochen im Dienst hat Carmen Höveler, neue Leiterin der Goode-Weg-Schule, jetzt als eine ihrer ersten offiziellen Amtshandlungen die Auszeichnung „Schule auf Kurs – aktiv gegen Schulverweigerung“ für die Einrichtung in der Hülsengemeinde entgegengenommen.

„Dabei habe ich für dieses Zertifikat ja gar keine Vorarbeit geleistet“, räumt sie ein und verweist auf das Engagement ihres Kollegiums. Dessen pädagogische Ambitionen habe sie in der kurzen Zeit an der Oberschule (OBS) bereits zu schätzen gelernt. „An dieser Schule haben wir wirklich jeden einzelnen Schüler im Blick“, macht Höveler keinen Hehl aus ihrer Begeisterung über die individuelle Begleitung der Jugendlichen an der OBS in Neuenkirchen. Und wer das tägliche Miteinander von Lehrern, Schülern, Schulsozialarbeiterin und Eltern erlebe, merke sofort, „dass das kein leeres Gerede ist.“

„Jeder junge Mensch ist eine Fachkraft von morgen – auch wenn er eine Zeit lang nicht zur Schule geht.“Susanne Steininger

Das sieht Susanne Steininger von der Maßarbeit des Landkreises genauso. Zusammen mit ihrer Kollegin Marion Pohlmann hat die Bereichsleiterin Übergang Schule-Beruf das Zertifikat „Schule auf Kurs“ in ihrem Gepäck – eine wetterfeste Variante für die Außenfassade und eine gerahmte fürs Büro. „Ich würde sagen: Alles richtig gemacht“, fasst Steininger den in den vergangenen Monaten ausgearbeiteten Handlungsplan der Goode-Weg-Schule zusammen, der den Umgang mit Schülern regelt, die „den Unterricht vorübergehend aus ihrem Fokus zu verlieren drohen“, wie Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay das mehrfach unentschuldigte Fehlen, das in kompletter Schulverweigerung gipfeln kann, umschreibt. Im Landkreis Osnabrück, erläutert Steininger, gebe es in jedem Schuljahr im Schnitt zwischen 400 und 460 Schulverweigerer. Ihre ermutigende Haltung zu diesem Phänomen lautet: „Jeder junge Mensch ist eine Fachkraft von morgen – auch wenn er eine Zeit lang nicht zur Schule geht.“

Ideen und Lösungsansätze bündeln

Um die Voraussetzungen für das Zertifikat zu erfüllen, hatte sich an der Goode-Weg-Schule eigens eine Arbeitsgruppe um Beratungslehrerin Cornelia Heimbrock und Schulsozialarbeiterin Jutta Stockmann gegründet. Deren Mitglieder bündelten die Ideen und Lösungsansätze, wie sich Schulverweigerung von vorn herein vermeiden lässt oder betroffene Jugendliche möglichst schnell wieder in den Unterricht zurückgeholt werden können. Viele der in den „Handlungsplan Absentismus“ aufgenommenen Schritte haben sich schon über Jahre an der OBS in Neuenkirchen bewährt.

„Uns ist es wichtig, dass die Schule im Umgang mit diesem Thema eine Struktur vereinbart, an die sich jeder Lehrer hält“, betont Susanne Steininger. Das umfasse die regelmäßige Anwesenheitskontrolle, die genaue Dokumentation von unentschuldigtem Fehlen, Gespräche mit dem Schüler und den Eltern, bei weiterer Eskalation das Einschalten der Schulsozialarbeiterin und das Informieren der Schulleitung – gegebenenfalls eine Klassenkonferenz und das Einleiten eines Bußgeldverfahrens (als Verstoß gegen die Schulpflicht) sowie ein möglicher Jugendarrest.

„Sie sind nah dran an ihren Schülern.“ Susanne Steininger

Was sich auf dem Papier drastisch anhören mag, wird in der Goode-Weg-Schule mit persönlichem Einsatz und pädagogischer Feinfühligkeit umgesetzt. „Die Grundhaltung dieser Schule, alle Schüler – sowohl die, die es zu fördern als auch die, die es zu fordern gilt – gleichermaßen im Blick zu haben, zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche“, lobte Steininger. Ob beim Schulmotto „Stark werden für das Leben“, bei der Elternarbeit, beim Präventionskonzept, beim Medienkompetenztraining oder beim Einsatz der Schulpaten. „Sie sind nah dran an ihren Schülern.“

Als Schulträgerin freute sich auch die Samtgemeindebürgermeisterin über die Auszeichnung. „Es tut einer Schule gut, auch nach außen zu zeigen, wie sie sich für die Belange ihrer Schüler einsetzt“, so Schwertmann-Nicolay. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Goode-Weg-Schule von der Aktionsgemeinschaft Gütesiegel Weser-Ems zum wiederholten Male das Zertifikat „Startklar für den Beruf“ erhalten. 


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