E-Mail aus Norwegen Merzenerin Merlitt Heile nimmt Abschied vom Land und den Leuten

Von Merlitt Heile

Während der Norwegen-Rundreise mit ihren Eltern war Merlitt Heile auch auf dem Berg Ryten. Foto: Merlitt HeileWährend der Norwegen-Rundreise mit ihren Eltern war Merlitt Heile auch auf dem Berg Ryten. Foto: Merlitt Heile

Merzen/Tromsø. Die 19-jährige Merlitt Heile aus Merzen arbeitet ein Jahr lang als Au-pair in Norwegen. Regelmäßig berichtet sie für das „Bersenbrücker Kreisblatt“ über ihren Alltag – heute mit ihren letzten Bericht über den Abschied und die Norwegenreise.

Ha det bra, Norge!  Heute melde ich mit einem letzten und abschließenden Bericht aus Norwegen. Ich bin mittlerweile schon wieder in Deutschland und bald steht der nächste Abschnitt an, das Studium. Jetzt noch was zu meinen letzten Wochen in Tromsø und der Reise durch Norwegen. Ich habe mit meinen Freundinnen noch ein paar Dinge von unserer To-do Liste abgehakt. Die Highlights waren Wild-Camping und Mitternachtssonnenschwimmen. Da es in Norwegen eigentlich so gut wie überall erlaubt ist zu campen, haben wir das einfach mal ausgenutzt und sind an einem Samstagabend aufgebrochen. 

Unser Ziel war ein Berg namens Nattmålsfjellet. Der war nämlich nicht allzu hoch und die Aussicht sollte trotzdem gut sein. Außerdem war der Berg gut mit dem Bus zu erreichen. Auch wenn wir Pech mit dem Wetter hatten und wir im Nebel den Berg hochgewandert sind, war das Gefühl am nächsten morgen im Zelt auf der Spitze des Berges aufzuwachen einfach unbeschreiblich schön. Sonntags war das Wetter wieder gut, sodass wir die Aussicht genießen konnten. 

Schwimmen bei sechs Grad

An meinem letzten Wochenende waren wir dann noch bei sechs Grad nachts schwimmen. Dazu ging es mit dem Auto nach Grøtfjord zum Strand. Unterwegs haben wir Rentiere gesehen, die neben uns auf der Straße liefen und weil die Sonne ja noch geschienen hat, war alles in Sonnenlicht getaucht. Angekommen am Strand waren wir um Mitternacht nicht die einzigen. Das Wasser war allerdings kälter als erwartet, sodass wir es nicht lange im Wasser ausgehalten habe. 

Am Sonntag kamen dann meine Eltern und am Montag hieß es Abschied nehmen. Ich war sehr traurig, denn das Jahr ist so schnell umgegangen und ich habe die beiden Kinder echt in mein Herz eingeschlossen. Genauso traurig waren aber auch meine Gastmama und Angelica. Die hätte mich am liebsten in ihren Koffer gepackt und mit in Urlaub genommen. Ich hatte das Gefühl ein Teil der Familie zu sein und es wird für mich auch immer meine zweite Familie bleiben. Dafür bin ich meiner Gastfamilie sehr dankbar, auch wenn es vielleicht nicht immer einfach war. Ich habe sogar mehrmals das Angebot bekommen zu bleiben, in Tromsø zu studieren und gleichzeitig noch auf die Kinder aufzupassen. Das war jedoch von vornherein für mich ausgeschlossen, weil ich nicht auf Dauer so weit von meiner Familie und meinen Freunden entfernt leben wollte. Aber ich werde sie auf jeden Fall in Tromsø besuchen kommen.

3300 Kilometer durch Norwegen

Nach dem Abschied ging es dann für uns los Richtung Heimat. Ich hatte eine Reise über zehn Tage von Tromsø bis nach Hause geplant. Insgesamt waren es über 3300 Kilometer. Die Reise war unglaublich schön. Wir waren auf Senja, den Lofoten, die wohl schönste Inselgruppe Norwegens, sind entlang der Atlantikstraße gefahren, entlang des Geirangerfjords, waren in Trondheim und in Bergen, sowie in Stavanger und Kristiansand. Außerdem haben wir eine der schönsten Wanderungen auf den Berg Ryten gemacht. Dieser ist sehr beliebt, weil es von dort auch zum Kvalvika Strand geht, ein Strand den man nicht mit dem Auto erreichen kann. 

Übernachtet haben wir in Hütten, einmal sogar in einer alten Fischerhütte oder in privat vermittelten Zimmern oder sogar Häusern. Einen Teil der Route haben wir typisch norwegisch mit dem Hurtigruten-Schiff zurückgelegt. Leider hatte das Schiff aber einen Motorschaden, sodass wir an einem Tag 600 Kilometer von Bodø bis zur unserer nächsten Unterkunft mit Auto zurücklegen mussten. 

In Kristiansand haben wir dann Norwegen verlassen und sind mit einer Fähre nach Hirtshals, Dänemark und von da nach Hause gefahren. So schnell ist dieses Jahr, vollgepackt mit schönen Erlebnissen und Eindrücken dann auch vorbeigegangen . Ich bereue es nicht, für ein Jahr nach Norwegen gegangen zu sein und ich würde  mich immer wieder für ein Au-pair Jahr entscheiden. 

In Norwegen ist es typisch sich sehr oft zu bedanken, also bleibt mir nur noch zu sagen: takk for dette året- Danke für dieses Jahr!


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