Wo bleiben die weiblichen Blauröcke? Im Neubau der Feuerwehr Merzen gibt es auch Spinde für Frauen

Von Burkhard Dräger

Statt eines gebundenen Kranzes hatten die Nachbarn eine ganz besondere "Löschwasser"-Zapfstelle mitgebracht... Foto: Burkhard DrägerStatt eines gebundenen Kranzes hatten die Nachbarn eine ganz besondere "Löschwasser"-Zapfstelle mitgebracht... Foto: Burkhard Dräger

Merzen. Mit ihrem neu eingeweihten Anbau verfügt die Feuerwehr Merzen ab sofort über ein technisch und energetisch modernes Feuerwehrhaus. Auch Spinde und separate Sanitäranlagen für Frauen sind vorhanden - fehlen bloß noch die weiblichen Mitglieder, die die bisher rein maskuline Gruppe der Merzener Blauröcke vervollständigen.

Was lange währt, wird endlich gut: Vor zweieinhalb Jahren hat die Samtgemeinde Neuenkirchen mit der Planung eines Anbaus für das Feuerwehrhaus in Merzen begonnen, das den heutigen energetischen, brandschutz- und technischen Standards entsprechen sollte.

Die Ortsbrandmeister aus Neuenkirchen und Voltlage, Dieter Dohm und Richard Hölscher (von links), gratulieren. Foto: Burkhard Dräger


Architekt Gregor Schröder junior entwarf ein Gebäude, das auf rund 130 Quadratmetern Grundfläche Umkleide-, Dusch-, Sanitär- und Lagerräume mit einer Ausstattung nach modernsten Gesichtspunkten umfasste. Das heißt, dass nicht nur eine Fußbodenheizung eingebaut wurde, sondern dass vorausschauend auch separate Dusch- und Umkleideräume für Damen und Herren eingeplant waren, obwohl es noch keine weiblichen Feuerwehrleute in Merzen gibt. Einhergehend mit dem Neubau musste auch die alte abgängige Ölheizung für das Feuerwehrgebäude und das angrenzende Wohnhaus ersetzt werden. Es wurden zwei separate Gasbrenner installiert, und auch die Wasserkreisläufe wurden getrennt. Es entstand also eine Gesamtanlage nach neuesten Gesichtspunkten, die auch noch durch eine komplett neue Schließanlage mit integriertem Zutritts-Kontrollsystem gesichert wurde.

"Löschwasser" zur Einweihung

Merzens Ortsbrandmeister Martin Kornhage zeigte sich bei der Einweihung des Anbaus erfreut darüber, dass nun auch Merzen, wie die Feuerwehren in Neuenkirchen und Voltlage, über eine komplette moderne Feuerwehrhaus-Anlage verfügt. Er bedankte sich bei Rat und Verwaltung, dass sie dies möglich gemacht haben, ganz besonders aber auch bei Architekt Gregor Schröder jun. und den am Bau beteiligten Firmen. Zur Einweihung begrüßte er neben den Vertretern der benachbarten und befreundeten Wehren zahlreiche Ehrengäste, unter anderem Kreisrat Winfried Wilkens, Kreisbrandmeister Cornelius van der Water, Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay, Pfarrer Detlef Perk, Bürgermeister Gregor Schröder, Elke Vox vom Vorstand der Kirchengemeinde Ueffeln und die Nachbarn. Diese brachten zur Einweihung reichlich "Löschwasser" mit.

Pfarrer Detlef Perk segnet die neuen Räume der Feuerwehr. Mit dabei: Ortsbrandmeister Martin Kornhage. Foto: Burkhard Dräger


Alle Gastredner lobten die neu entstandene Gesamtanlage des Feuerwehrhauses in Merzen und hoben ganz besonders die tollen Eigenleistungen der Feuerwehrmitglieder hervor, die nicht nur die gesamte Spindanlage hergestellt, sondern auch bei der Anlegung der Außenanlagen tatkräftig mit anpackt hatten. Hildegard Schwertmann-Nicolay hob hervor, dass es erfreulicherweise in keiner der drei Wehren der Samtgemeinde Nachwuchsprobleme gebe. Nachdem es nun auch in Merzen Räume für Frauen gebe, wäre es schön, wenn wie in Neuenkirchen auch in den anderen beiden Feuerwehren Frauen einen Aufnahmeantrag stellen würden. Mehr Frauen in die Feuerwehren, meinte sie. Merzens Bürgermeister Gregor Schröder stellte fest, dass die Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde bestens funktionieren und dass die Politik wisse, was die Kameraden leisteten. "Und wenn mal etwas nicht in Ordnung ist, dann meldet euch", sagte er.

Die Weichen richtig gestellt

Bevor Pfarrer Detlef Perk unter dem Gesang aller Feuerwehrmänner mit "Großer Gott wir loben Dich" gemeinsam mit Ortsbrandmeister Martin Kornhage durch die neuen Räume ging und diese segnete, betonte Gemeindebrandmeister Herbert Kempe, dass die Samtgemeinde die richtigen Weichen gestellt habe und wünschte den Wehren immer guten Teamgeist und gute Kameradschaftspflege. Pfarrer Detlef Perk geht auf den Einsatz der Feuerwehrkameraden beim Moorbrand auf der Wehrtechnischen Dienststelle 91 der Bundeswehr in Meppen im Herbst 2018 ein und betont, dass ihr Einsatz und ihre Hilfe weit über die Grenzen hinausgehe, und er erbat vor der Segnung der Räume für alle Feuerwehrleute den Schutz des Heiligen Florian, des Schutzpatrons der Feuerwehren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN