Bahnhalt Alfhausen reaktivieren? Grüne wollen öffentlichen Nahverkehr im Nordkreis stärken

Im Café KlönSchnack sprachen die Nordkreis-Grünen mit Landratskandidatin Anna Kebschull. Foto: Nordkreis-GrüneIm Café KlönSchnack sprachen die Nordkreis-Grünen mit Landratskandidatin Anna Kebschull. Foto: Nordkreis-Grüne

Neuenkirchen. Mehr Einfluss für die Gemeinden hat Anna Kebschull laut einer Pressemitteilung der Partei beim Nordkreis-Treffen der Grünen gefordert. „Der Landkreis muss nicht alles bestimmen“, wird die Kandidatin für die Wahl zur Landrätin zitiert. Erforderlich sei ein anderer Stil, der den Gemeinden mehr Spielraum lasse.

Als ihr zentrales Projekt habe Kebschull die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Raum benannt, heißt es in dem Schreiben weiter. „Bus oder Bahn müssen für alle Menschen in der Nähe erreichbar sein“, so Kebschull. Für den Nordkreis müssten Chancen wie die Verlängerung des Moobilplus aus Vechta über Gehrde bis Bersenbrück, die Reaktivierung des Bahnhaltes Alfhausen und der Einsatz der Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn bis Bramsche genutzt werden. Zudem bedürfe es der Busbeschleunigung zwischen Ankum und Bersenbrück, um den Bahnanschluss nicht zu verpassen.

Bestrebungen des Landkreises, die Kommunen zu drängen, der Übertragung der Strom- und Gasnetze in eine Holding mit RWE-Innogy übereilt zuzustimmen, kritisierte Annette Specht. „Es fehlen Informationen und Sicherheiten darüber, dass die neu zu gründende Netzgesellschaft den Fortbestand unser Stadtwerke und der anderen Akteure im Energiebereich nicht gefährden wird“, wird die Kreistagsabgeordnete aus Bramsche zitiert. 

Engagement für „Fridays for Future“

Über ihr Engagement für „Fridays for Future“ berichteten Sebastian Kleine-Kuhlmann und Jan-Simon Ostendorf. Ihr Ziel sei es, eine Gruppe der Grünen Jugend in der Samtgemeinde Bersenbrück zu gründen, um den Einsatz für mehr Klimaschutz zu stärken. Über Aktionen der Grünen Jugend gegen die Verschärfung des Polizeigesetzes und der EU-Urheberrechtsreform berichtete Marvin Wilke.

Als Katastrophe für den Naturschutz kritisierte laut Grünen-Schreiben der Badberger Ratsherr Holger Fuchs-Bodde-Gottwald die Entscheidung des Kreistages, das Ausbringen von Ackergiften und Kunstdünger bis auf einen Meter an die Gewässerränder zu erlauben. Kebschull sagte dem rechtlichen Widerstand Unterstützung zu, wobei Landwirten Nutzungsentschädigungen geboten werden könne.

Überflutungsflächen besser sichern

Die bessere Sicherung von Überflutungsflächen nach dem Scheitern des Baugebietes „Woltruper Wiesen“ habe der Bersenbrücker Ratsherr Josef Weissmann gefordert. Wie lange das Bauen in die Fläche noch so weitergehen könne, werde er häufig von älteren Menschen gefragt, bekräftigte der Ankumer Ratsherr Ralf Gramann.

Bei innerstädtischen Bauvorhaben müssten die Belange der Anwohner bereits bei der Planung stärker berücksichtigt werden, um deren Wohn- und Lebensqualität zu erhalten, so Andreas Henemann, der sich für eine ortstypissche und solarenergetisch optimierte Bauweise einsetzt. "Wir müssen wesentlich mehr für den Klimaschutz tun", forderte der Quakenbrücker Fraktionsvorsitzende.

Noch keine Einigung im Fürsten Forest

Über die Verlängerung der Aufsuchungserlaubnis im Schiefergasgebiet des Osnabrücker Nordkreises berichtete Maria Entrup-Henemann. Die Ratsfrau aus Quakenbrück kündigte Akteneinsicht in das Arbeitsprogramm für den Verlängerungszeitraum an. Die Nortruper Ratsfrau Agnes Merschendorf wies auf den Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen hin, weshalb die Gemeinde ein neues Gewerbegebiet suche.

Noch keine Einigung gebe es mit den Betreibern des Fürsten Forest hinsichtlich der Schonung der Natur bei der Umsetzung des Bebauungsplans, berichtete die Bippener Ratsfrau Hedwig Eger. Über das Projekt „Westerholter Wurzelwerk“ mit Seminaren zum Gemüseanbau berichtete Günter Hugenberg. Zehn Hektar pro Gemeinde für Biotope mit Insektenparadies zu entwickeln, schlug der Merzener Ratsherr Ronald Hülsmann vor. Appelliert wurde, die Zahl der Osterfeuer zu begrenzen und den Strauchschnitt alternativ zu nutzen, zum Beispiel für die Gestaltung von Wegeseitenrändern und Waldböden, wie es der Hegering Neuenkirchen anbiete.


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