Frühstück der Landfrauen Warum die Neuenkirchener "Fruslüe" ihren Haushalt ruhen lassen

Ob Chicoree-Schiffchen oder Lachsröllchen, gefüllte Eier oder selbst gebackener Stuten – das Büffet der Landfrauen war mal wieder reichhaltich bestückt. Foto: Ulrike HavermeyerOb Chicoree-Schiffchen oder Lachsröllchen, gefüllte Eier oder selbst gebackener Stuten – das Büffet der Landfrauen war mal wieder reichhaltich bestückt. Foto: Ulrike Havermeyer

Neuenkirchen. Einen unbeschwerten Vormittag haben die Landfrauen aus Neuenkirchen jetzt im Gasthaus Haarmeyer genossen. Für einen unterhaltsamen Ohrenschmaus sorgte der Hopstener Peter Junk mit Akkordeonmusik und Gedichten von Heinz Erhardt, für den Gaumenschmaus sorgten die Landfrauen selbst.

Da sage bloß niemand, den Neuenkirchener Landfrauen läge die Zukunft des Gasthauses Haarmeyer nicht am Herzen: Im Januar trafen sich die Damen in dessen frisch renoviertem Saal zur Generalversammlung, im Februar luden sie an gleicher Stelle zu einem Nostalgie-Café mit Sammeltassen ein – und im März hat nun auch erstmals das traditionelle Landfrauenfrühstück dort stattgefunden, das die Jahre zuvor im Pfarrheim ausgerichtet worden war. „Aber hier haben wir einfach viel mehr Platz“, beschreibt Landfrauen-Vorsitzende Elisabeth Jans-Westerlage die Vorzüge der Räumlichkeiten, „und der Saal ist einfach wunderschön geworden.“

Gemütliche Auszeit vom Alltag

Das sahen auch ihre Vereinskolleginnen so, die es sich an den hübsch dekorierten Tischreihen gemütlich gemacht hatten und sich an der Vielfalt des opulent bestückten Büffets erfreuten. Ob Chicoree Schiffchen oder Lachsröllchen, gefüllte Eier und selbst gebackener Stuten, Kräuterdipp und Mozzarellespießchen – der Landfrauenvorstand hatte mit Unterstützung einiger Mitglieder wieder reichlich aufgetischt. „Glaubt mir, es gibt heute Morgen nichts besseres, was Ihr hättet tun können“, begrüßte Jans-Westerlage die Gäste.

Warum an einem Werktag?

Dass die Landfrauen ihr jährliches Frühstück bewusst an einem Werktag ausrichten, hat übrigens gute Gründe und zeugt von solidem Selbstbewusstsein: Die Familie darf ruhig einmal spüren, dass die Solidarität unter den Neuenkirchenerinnen stark genug ist, um die häuslichen Aufgaben vorübergehend ruhen zu lassen. „Pünktlich zum Mittagessen sind wir dann ja auch wieder zuhause“, versichtert Jans-Westerlage mit einem fröhlichen Augenzwinkern. Für die berufstätigen Frauen ist das allerdings nicht so leicht – von den rund 250 Mitgliedern nahmen gut 80 am Frühstück teil.

Für kurzweilige Unterhaltung beim Landfrauenfrühstück sorgte Alleinunterhalter Peter Junk aus Hopsten. Foto: Ulrike Havermeyer


Geistreiche Zitate, Lieder zum Schmunzeln und Mitsingen und jede Menge heitere Gedichte von Heinz Erhardt steuerte der einzige Mann an diesem Vormittag bei: Peter Junk aus Hopsten, der vor seinem Ruhestand als Referent in der Erwachsenenbildung des Bistums Münster beschäftigt war – und nun hemmungslos seiner Leidenschaft als Alleinunterhalter frönt: „Bei Lyrik hören die Leute ja viel eher zu als bei Reden“, weiß er und hat leichtes Spiel, den Funken der Heiterkeit auf das weibliche Publikum überspringen zu lassen.


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