Egbert wechselt in den Vorstand Voltlager Overberg-Stiftung schlägt niedrigen Zinsen ein Schnippchen

Mit dem Erlös von 2800 Euro aus dem Wintermarkt unterstützt die Overberg-Stiftung die Sanierung der Orgel in der St-Katharinen-Kirche. Foto: Ulrike HavermeyerMit dem Erlös von 2800 Euro aus dem Wintermarkt unterstützt die Overberg-Stiftung die Sanierung der Orgel in der St-Katharinen-Kirche. Foto: Ulrike Havermeyer

Voltlage. Im zehnten Jahr ihres Bestehens ist das Kapital der Overberg-Stiftung auf 59.000 Euro angewachsen. Wegen der mauen Zinserträge hat die Stiftung im Einvernehmen mit den beteiligten Vereinen und Verbänden jedoch beschlossen, den Erlös des Wintermarktes nicht als Zustiftung zu verwenden.

„Was machen wir mit dem Geld?“, wollten Maria Knuf, Vorsitzende des Stiftungsvorstands, und ihr Stellvertreter Hermann Dreising nicht alleine darüber entscheiden, wie die 2800 Euro, die beim jüngsten Wintermarkt am 2. Dezember 2018 zusammengekommen sind, angelegt werden sollen. Daher hatten sie die Vertreter der am Wintermarkt beteiligten Vereine und Verbände ins Overbergheim eingeladen, um mit ihnen gemeinsam zu beratschlagen, wie sich der Betrag am sinnvollsten für das Wohl der Voltlager einsetzen ließe.

Hintergrund: Die Bürgerstiftung hat sich laut ihrer Satzung „die nachhaltige Förderung und Entwicklung des Gemeinwohls der in Voltlage lebenden Menschen“ zum Ziel gemacht. Ihr besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, dem Bereich Sport und Bildung, der Heimatpflege und Heimatkunde sowie auf dem Naturschutz und der Landschaftspflege.

Knackpunkt: Da das Stiftungskapital nicht angetastet werden darf, können nur die über Zinsen erwirtschafteten Erträge als finanzielle Unterstützung für die jeweils in den Fokus genommenen Projekte verwendet werden. Durch beständige Zustiftungen soll sich das Stiftungskapital und mit ihm auch die Zinserträge immer weiter erhöhen. Doch wegen der aktuellen Niedrigzinsen bewegen sich diese Erträge nach Angaben von Maria Knuf zurzeit nur im zweistelligen Bereich. Projekte lassen sich damit nicht nennenswert fördern.

Orgelsanierung bewegt die Voltlager

Alternative: Neben dem Allgemeinwohl der Voltlager Bürger bewegt „ein zweites großes Thema“, wie Dreising erinnerte, die Overberg-Stiftung: die Sanierung der Orgel in der St.-Katharinen-Kirche, eine der ältesten Orgeln des Bistums. Dazu hat die Stiftung 2015 sogar ein eigenes „Orgelkonto“ eingerichtet, auf dem sich mittlerweile 16.000 Euro befinden. Insgesamt würden sich die Kosten für die Restaurierung voraussichtlich auf 350.000 Euro belaufen, erläuterte Knuf, von denen die Hälfte der Bund – aber keinesfalls mehr als 175.000 Euro – übernehme. Mit 20 Prozent, also rund 70.000 Euro, beteiligt sich das Bistum Osnabrück. Zuzüglich weiterer Spenden „bleibt immer noch ein Defizit von 70.000 Euro“, rechnete die Stiftungsvorsitzende vor, „und die müssen irgendwo herkommen.“

Entscheidung: „Zwar ist die Kirche Eigentümerin der Orgel“, sagte Knuf, „aber es ist doch genauso auch unsere Orgel – wie es ja auch unsere Dorfkirche ist.“ Wer vor diesem Appell noch nicht überzeugt war, war es jetzt: Einstimmig sprachen sich die Anwesenden dafür aus, die 2800 Euro Erlös aus dem Wintermarkt auf das Sonderkonto „Orgel“ einzuzahlen.

Ausblick: Auch in diesem Jahr will die Overberg-Stiftung am ersten Adventssonntag wieder einen Wintermarkt organisieren. „Wir als Stiftung sind der Initiator“, merkte Knuf an, „aber ohne die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden wäre ein solcher Markt nicht auf die Beine zu stellen.“ Neben dem ehrenamtlichen Engagement lobten Knuf und Dreising besonders die hochwertigen Preise, die die Firmen und Unternehmen für die Tombola gespendet hätten. Wie in der abschließenden Diskussion anklang, wünschen sich einige der Beteiligten künftig eine weihnachtlichere Atmosphäre und „neue Reize“ für den Markt, die den Standort attraktiver machen. Angedacht wurde das Aufstellen von Feuerschalen und das Bauen und der Einsatz von einheitlichen „Wintermarktbuden“.

Personalwechsel: Neu im Stiftungsvorstand ist Voltlages Ex-Bürgermeister Bernhard Egbert, der vorher bereits im Stiftungsrat aktiv war. Er tauscht die Plätze mit Reinhard Menke, der aus dem Vorstand in den Stiftungsrat wechselt.


Die Overberg-Stiftung

Die Overberg-Stiftung ist im Jahr 2009 von 24 Stiftern aus der Taufe gehoben worden. Sie ist nach Bernard Heinrich Overberg (1754–1826) benannt, dem berühmten Sohn der Gemeinde, der als Priester, Erzieher und „Lehrer der Lehrer“ entscheidenden Anteil an der Reform des Landschulwesens hatte. Der Vorstand der Overberg-Stiftung unter dem Vorsitz von Maria Knuf besteht aus fünf Mitgliedern. Der siebenköpfige Stiftungsrat tagt unter dem Vorsitz von Karl-Heinz Fullenkamp. Weiteres Gremium ist die einmal jährlich tagende Stiftungsversammlung. Diese Bereiche will die Overberg-Stiftung laut Satzung unterstützen: Bildung und Erziehung, Kinder-, Jugend- und Altenhilfe, Integration und interkulturelle Beziehungen, Sport, Brauchtum, Heimatpflege, Kultur, Naturschutz und Landschaftspflege.

Informationen: Gemeinde Voltlage, Telefon 05467 221. cg

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