Erste Bilanz nach „Bankenhochzeit“ VR-Bank Osnabrücker Nordland legt Zahlen für 2018 vor

Premiere: Die 2018 aus der Fusion der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück und der Volksbank Osnabrücker Nordland hervorgegangene VR-Bank Osnabrücker Nordland hat ihre erste Jahresbilanz vorgelegt. Symbolfoto: Christian GeersPremiere: Die 2018 aus der Fusion der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück und der Volksbank Osnabrücker Nordland hervorgegangene VR-Bank Osnabrücker Nordland hat ihre erste Jahresbilanz vorgelegt. Symbolfoto: Christian Geers

Neuenkirchen/Altkreis Bersenbrück. Die VR-Bank Osnabrücker Nordland hat ihre erste Jahresbilanz vorgelegt. Der Vorstand meldet ein Wachstum in allen Bereichen und sieht sich bestätigt: Die „Bankenhochzeit“ war die richtige Entscheidung.

„Richtungsweisende Entscheidung“, „geräuschlose Verschmelzung“, „motivierte Mitarbeiter, die sich schon vor der formellen Fusion als neue Einheit verstanden“ – so beschreiben die Vorstände der VR-Bank Osnabrücker Nordland die im vergangenen Jahr erfolgte Verschmelzung der VR-Bank im Altkreis Bersenbrück und der Volksbank Osnabrücker Nordland.

Der Vorstand der VR-Bank Osnabrücker Nordland: Ralf Stolte, Herbert Niemann und Reinhard Lewandowski (von links). Foto: VR-Bank Osnabrücker Nordland


Neue Organisationsstruktur gilt seit Oktober

Nachdem die Mitglieder beider Genossenschaftsbanken im Juni 2018 den Weg frei gemacht hatten, folgten juristische und technische Fusion im September, seit 1. Oktober gelten die neuen Organisationsstrukturen. „Das hat sehr gut geklappt“, zieht Vorstand Reinhard Lewandowski nach vier Monaten im Gespräch mit unserer Redaktion ein erstes Fazit. 

Das System der kurzen Wege war in der Vergangenheit unsere große Stärke und wird es auch bleiben.Ralf Stolte, Bankvorstand


Zufrieden ist auch Vorstandskollege Ralf Stolte. Die neue Bank werde mit ihrer dezentralen Organisation und den Hauptstandorten Fürstenau, Neuenkirchen und Merzen weiterhin in allen zwölf Orten Präsenz zeigen. „Das System der kurzen Wege war in der Vergangenheit unsere große Stärke und wird es auch bleiben.“ Das koste zwar Ressourcen, doch diese werde die Bank so lange wie möglich in Kauf nehmen, um die Nähe zu den Kunden zu halten. Ein Servicecenter, in dem Kundenanrufe zentral bearbeitet werden, ist für den Vorstand „derzeit kein Thema“.

Die Zeiten, in denen Kunden in drei Reihen vor dem Schalter stehen, sind auch vorbei.Reinhard Lewandowski, Bankvorstand


Allerdings: Seit 1. Februar hat die VR-Bank die Öffnungszeiten an ihren zwölf Standorten angepasst und dabei die Größe der Filiale und die Kundenfrequenz zum Maßstab gemacht. In Fürstenau, Merzen, Neuenkirchen und Nortrup zum Beispiel bleiben die Geschäftsstellen montags und mittwochs nachmittags geschlossen. „Diese Anpassung ist nötig, damit die nicht unerheblichen Vor- und Nachlaufarbeiten zu bewältigen sind, die Beratung und Service mit sich bringen“, verwies Lewandowski auf geltende Vorschriften wie umfangreiche Dokumentation. Er hielt die Änderung für vertretbar, gleichzeitig stünden die Kundenberater nach Absprache werktags zwischen 8 und 20 Uhr für eine persönliche Beratung zur Verfügung. „Die Zeiten, in denen Kunden in drei Reihen vor dem Schalter stehen, sind auch vorbei.“ Onlinebanking per PC und Smartphone-App würden vermehrt in Anspruch genommen, „das schafft in der Filiale Freiraum für Beratung und Service“, erläuterte Lewandowski. Und beides wünsche der Kunde vor Ort, gerade wenn es um „große Dinge wie einen Kredit geht“.


Die Jahresbilanz 2018 der VR-Bank Osnabrücker Nordland. Quelle/Foto: VR-Bank Osnabrücker Nordland Grafik: NOZ/Heiner Wittwer


Bilanzsumme steigt auf 590 Millionen Euro

Die Bilanzsumme der VR-Bank Osnabrücker Nordland wuchs 2018 um zehn Millionen auf 590 Millionen Euro. Der Vorstand schlägt eine Dividende von acht Prozent je Geschäftsanteil vor, darüber entscheidet die Generalversammlung im Sommer. 330 000 Euro würden auf diese Weise an die Mitglieder ausgezahlt.

Das Kreditvolumen stieg um 1,5 Prozent auf 419 Millionen Euro. Rechnet man die Verbundpartner (Bausparkasse, Hypothekenbank, Versicherung) hinzu, sind es sogar 517 Millionen Euro. 77,5 Millionen Euro vergab die Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Fürstenau im vergangenen Jahr an neuen Krediten, jeweils 29 Millionen Euro (inklusive Fremddarlehn) entfallen auf Privat- und Firmenkunden. Die Einlagen der Kunden stiegen um 1,3 Prozent auf 377 Millionen Euro (inklusive Verbundpartner 545 Millionen Euro). Das betreute Kundengeschäftsvolumen – es setzt sich zusammen aus der Summe der Kundenkredite und dem der Bank anvertrauten Geld – wuchs um zwei Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Das Sparbuch sei auch für viele Kunden immer noch eine buchstäblich sichere Bank, auch wenn das Geld so gut wie keine Zinsen bringe, stellt Ralf Stolte fest. Zwar mache die Bank auf Alternativen wie Investmentfonds aufmerksam, „aber gefragt sind eher konservative Anlagemöglichkeiten“. Offenbar hätten sich viele Kunden an die Null-Zins-Zeit gewöhnt, so Reinhard Lewandowski.

Die VR-Bank Osnabrücker Nordland steht nach den Worten des Vorstands auf sehr soliden Füßen angesichts einer deutlich über den Vorschriften liegenden Eigenkapitals, das 2018 rund 91 Millionen Euro ausmachte.

Warenumsatz bei Raiffeisenagrar liegt bei 95 Millionen Euro

Gute Zahlen erwirtschaftete auch der Zweigbetrieb Raiffeisenagrar, der 2018 einen Warenumsatz von rund 95 Millionen Euro erreichte (2017: 91 Millionen Euro). Einfluss auf das Ergebnis habe der Dürresommer gehabt, wie Stolte ausführte. Dennoch sei es gelungen, den Absatz von Futtermitteln aus eigener Herstellung um 3500 auf insgesamt 133.000 Tonnen zu steigern.

Die VR-Bank Osnabrücker Nordland ist keine gewöhnliche Genossenschaftsbank. Sie betreibt außerdem noch die Warengenossenschaft Raiffeisenagrar, die ihren Sitz in Ankum hat und zwölf Standort betreibt. Foto: Georg Geers/Archiv


2018 hat die VR-Bank 54.000 Euro an Spenden an Vereine und Verbände in ihrem Geschäftsgebiet ausgeschüttet, 2,7 Millionen Euro investierte sie in Modernisierung und Ausbau der zwölf Bankstellen und der zwölf Warenstandorte. Veränderungen wird es in diesem Jahr in Bippen geben: Hier wird die Filiale in das Gebäude der Raiffeisen-Warengenossenschaft umziehen. „Der Service bleibt bestehen“, stellte Ralf Stolte klar.


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