200 Närrinen feiern ausgelassen Die Bibos erleben beim Frauenkarneval in Voltlage ihren Durchbruch

Von Bjoern Thienenkamp

Das Team der KFD Voltlage bedankte sich nach der rund vierstündigen Karnevalssitzung insbesondere bei Tanzmariechen Elisabeth Lammers. Foto: Björn ThienenkampDas Team der KFD Voltlage bedankte sich nach der rund vierstündigen Karnevalssitzung insbesondere bei Tanzmariechen Elisabeth Lammers. Foto: Björn Thienenkamp

Voltlage. Nur alle drei Jahre findet der Frauenkarneval der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Voltlage statt. Am Freitagabend war der Voltlager Hof nun wieder das Narrenschiff, auf dem die Akteure ihr Publikum mitnahmen auf einer Route durch witzige Worte und temperamentvolle Tänze. Und die Bibos erlebten ihren Durchbruch.

„Voltlage helau, Weese helau, Höckel helau“, begrüßte Anne Stricker aber auch die Gäste aus anderen Orten, ebenso die Ehrengäste Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay und Pfarrer Detlef Perk. Schmetterlinge waren hier versammelt, aber auch Sträflinge und Lämmer folgten amüsiert dem Bühnengeschehen. Bestens unterstützt wurde Stricker von Moderationskollegin Martina Ameling, Tanzmariechen Elisabeth Lammers und Musiker Herbert Westpfahl. 

Anne Stricker führte zusammen mit Martina Ameling durch das Programm. Foto: Björn Thienenkamp



Zu „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ wurden Damen mit Rollator jeweils von einer Krankenschwester auf die Bühne geleitet, erwiesen dort mit dem medizinischen Hilfsmittel jedoch tänzerische Wendigkeit, gingen als „Die flinken Füchse“ gar zum Rock ’n‘ Roll über.

Mit Krankenschwester auf die Bühne, waren „Die flinken Füchse“ dort aber sogar zum Rock ’n‘ Roll fähig. Foto: Björn Thienenkamp



„Der Streit mit dem Ehemann“ war das Thema von Annette Brinkmann, die als Frau Bachmann ihr Leid klagte, von ihm etwa mit bekannten Schokoladenmarke verglichen zu werden: Quadratisch. Praktisch. Gut. Sollte bei den fünf Kindern das Karlchen mit den roten Haaren etwa ein Beweis des Fremdgehens sein? Nun ja, eigentlich ist nur er eben kein Resultat daraus.

Die acht Mädel der Landjugend brachten als „Die jungen Hüpfer“ Schwung auf die Bühne. Foto: Björn Thienenkamp



Als „Die jungen Hüpfer“ zeigten sich die acht Mädel der Landjugend in blauen Overalls, waren stolz, Dorfkinder zu sein und Deutz zu fahren, stampften bei „Jumpin All Over The World“ so kräftig auf, dass es Musiker Scooter eine Freude gewesen wäre.

Petra statt Petrus wartete am Himmelstor auf die Ankommenden, die quasi einchecken wollten. Foto: Björn Thienenkamp


„Wir kommen alle, alle in den Himmel“, waren die neun am Himmelstor Angekommenen sicher, hatten dort aber nicht Petra statt Petrus erwartet. Nur 999 Punkte auf der Karte sind da einfach ein Punkt zu wenig. Und von Reiserücktrittsversicherung und Schnupperwochenende konnte eh keine Rede sein. Nach Abzug von 200 Punkten bleiben 799 für ein Hinterzimmer ohne Ausblick auf das Weltgeschehen.

„Ich ziehe hier nicht aus.“ Pfarrer Detlef Perk als Kirchenmaus Fifi


Als Kirchenmaus Fifi berichtete Pfarrer Detlef Perk humorvoll und feinsinnig über deren Erlebnisse. Foto: Björn Thienenkamp


Apropos, Pastor: Genau der war „Das große Fragezeichen“ im Programm. Pfarrer Perk gab ab, zunächst Stepptanz habe vorführen zu wollen, was jedoch an der Deckenhöhe gescheitert sei. Und so berichtete er dann halt als Kirchenmaus Fifi von deren Erlebnissen mit dem Fazit: „Ich ziehe hier nicht aus.“ 

Die Nachbarn der Lehmkuhle traten als „Die fünf Lederhosen“ in eben solchen auf. Foto: Björn Thienenkamp


Die Nachbarn der Lehmkuhle traten als „Die fünf Lederhosen“ in eben solchen auf, gingen vom liebevollen „I mag dich“ zum dynamischen „Rock mi“ vom voXXclub über. Pause.

Als sieben Bibos tanzten die „Die scha(r)fen Obstler“ so temperamentvoll, dass beim Abgang die Rampe krachte. Foto: Björn Thienenkamp


Quasi sieben auf einen Streich waren die Damen, die als „Die scha(r)fen Obstler“ zur Titelmusik der Sesamstraße die Bühne und das dortige Bibo-Mobil bestiegen. In Kostümen des großen gelben Vogels verlief der tänzerische Auftritt gekonnt souverän, ihren Durchbruch hatten die Bibos allerdings erst beim Abgang, als die Rampe unter dem temperamentvollen Schwung knackend brach.

Martina Ameling und Agnes Gerfeller wollten „Die Versicherung“ abschließen, hatten aber ein grundlegendes Kommunikationsproblem. Foto: Björn Thienenkamp


„Die Versicherung“ war das Thema von Martina Ameling und Agnes Gerfeller. Die Kundin wollte Max und Moritz, ihre strammen Burschen, versichern. Ein pikantes Thema für den Makler, der darunter die großen Brüste verstand, sah er doch nicht die beiden Hunde unter dem Tisch, um die es tatsächlich ging.

„Die Witwen“ waren „wieder mal zu haben“, wie sie schwungvoll sangen. Foto: Björn Thienenkamp



„Wieder mal sind wir zu haben“, sangen „Die Witwen“. Alle fünf hatten ihre Männer verloren, hatten dabei aber auch reichlich nachgeholfen. Und so wünschten sich die Damen in Schwarz doch wieder neue Männer – zumindest, wenn sie erst einmal aus dem Gefängnis freikommen.


„Mich hat ein Engel geküsst“ von Mickie Krause ist nicht immer eine gute Ausrede für einen Knutschfleck. Foto: Björn Thieienkamp


Das Programm endete mit der Disco, deren erste drei Titel detailgetreu und passgenau nachgestellt wurden: Auf „Mich hat ein Engel geküsst“ von Mickie Krause folgte „Cordula Grün“ im Stil der Draufgänger als Cover-Version von Josh. Und auch nach „Mama Laudaaa“ von Almklausi ging die Party noch ausgelassen weiter.

„Cordula Grün“ tanzte in Voltlage im Stil der Draufgänger als Cover-Version von Josh. Foto: Björn Thienenkamp
„Mama Laudaaa“ von Almklausi war die klare Aufforderung, noch eine lange Disco-Nacht folgen zu lassen. Foto: Björn Thienenkamp




Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN