Heiner Brinkmann und der Gesang Merzener begeisterte mit seiner Stimme sogar Richard Wagners Enkel

Von Burkhard Dräger

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Neuenkirchen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Heiner Brinkmann bei einem seiner Gesangsvorträge. Foto: Burkhard DrägerHeiner Brinkmann bei einem seiner Gesangsvorträge. Foto: Burkhard Dräger

bdr Merzen. Schon mit 16 Jahren sang Heiner Brinkmann im Männergesangverein Merzen. Neben dem Singen im Chor interessierte der Merzener sich auch bald für den Sologesang – es war der Beginn einer beispiellosen Hobby-Gesangskarriere.

Über Radio und Schallplatte lernte er die Lieder des bekannten Tenors und Kammersängers Rudolf Schock kennen, für dessen Musik aus Oper, Operette und auch aus Volksliedern er sich zu interessieren begann. Diese übte er ein und wagte auch die ersten Soloauftritte bei Hochzeiten, Sängerfesten und anderen Festlichkeiten.

Gesangsunterricht am Konservatorium in Osnabrück

Schon bei einem der ersten Auftritte wurde er angesprochen, doch Gesangsunterricht zu nehmen, um seine Stimme ausbilden zu lassen. Damit begann er wenig später bei der Gesangslehrerin Käthe Guder-Schleuse am Musikkonservatorium Osnabrück. Durch regelmäßigen Gesangsunterricht vervollkommnete er seine Stimme und erarbeitete sich dabei zahlreiche Lieder der Komponisten Schubert, Schumann und Brahms sowie bekannte Operettenlieder und erste Opernarien für Tenor.

Während dieser Zeit begann Brinkmann auch sein Lehrer-Studium an der damaligen Pädagogischen Hochschule Osnabrück. Durch seine Gesangslehrerin, die von seiner Stimme überzeugt war, wurde ihm ein Vorsingen für die Aufnahme in den Chor der Bayreuther Festspiele vermittelt. Kurz nachdem er dieses Vorsingen erfolgreich absolviert hatte, erhielt er vom damaligen Festspielleiter Wolfgang Wagner, Enkel des Komponisten Richard Wagner, einen Vertrag zugeschickt und war damit Mitglied des Festspielchores 1972.

Größtes Erlebnis: Mitglied im Chor der Bayreuther Festspiele

Für die Zeit der Proben und Aufführungen in Bayreuth musste er sich für einige Wochen vom Studium beurlauben lassen. Neben Gesangsgrößen wie René Kollo, Karl Ridderbusch und Gwynneth Jones sang er dann die Chorpartien in den Opern „Tannhäuser“, „Lohengrin“, „Parsival“ und „Götterdämmerung“. Diese Mitwirkung in Bayreuth wurde zu seinem größten musikalischen Erlebnis. Auch für die nächste Saison wollte man ihn verpflichten, doch leider musste er seine Mitwirkung wegen anstehender Prüfungen an der Pädagogischen Osnabrück schweren Herzens absagen.

Auf Empfehlung von Karl Ridderbusch meldete sich Heiner Brinkmann an der Musikhochschule Münster bei Gesangslehrer Kurt Reinhold an, bei dem er einige Jahre sein Gesangsstudium intensivierte. Neben Liedgesang und Opernarien wurde auch das Singen im Ensemble eingeübt. Nach seiner zwischenzeitlichen Einstellung in den Schuldienst musste er die gesanglichen Ambitionen etwas zurücknehmen, wirkte aber neben seinen Soloauftritten nach wie vor im Männergesangverein Merzen mit und übernahm bald auch dessen Vorsitz, den er dann 25 Jahre innehatte.

Liederabende mit Werken von Brahms, Schubert und Schumann

Ab 1976 gab er mit verschiedenen Klavierbegleitern Liederabende, mehrfach den Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert oder auch weitere Lieder von Schubert, Schumann oder Brahms. Während dieser Zeit bildete er seine Stimme weiter aus, zunächst bei Hans-Dietrich Müller, dem damaligen ersten Leiter der Kreismusikschule Osnabrück, anschließend bei Werner Schürmann, Basssolist an den Städtischen Bühnen Osnabrück. Dabei entwickelte sich eine angenehme Zusammenarbeit mit dem Pianisten und Liedbegleiter Bernd-Dieter Helvogt, die bis heute andauert.

Über seine Heimatregion hinaus wurde er ein gefragter Tenor-Solist, der bei vielen Kirchen- und Chorkonzerten mitwirkte. Ein Höhepunkt war dabei das Weihnachtsoratorium von Bach in den Kirchen von Ankum und Hagen, wo er den Evangelisten sang. Bei den Quakenbrücker Musiktagen 1993 musste er nach der kurzfristigen Absage von Karl Ridderbusch spontan für diesen einspringen. Einen großen Anteil seines gesanglichen Hobbys nahm auch die Mitwirkung bei Trauungen, Geburtstagen und anderen Festen ein. Auch heute noch, nach seiner Pensionierung, bereichert er gelegentlich Festlichkeiten mit seinem Gesang.

Außerdem hat er seit mehr als drei Jahren einmal im Monat einen Singnachmittag für Senioren mit initiiert, der sehr gut angenommen wird. Dies sieht er als Bestätigung seiner festen Überzeugung, dass Singen zur Gesunderhaltung beiträgt und „Balsam für die Seele“ ist.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN