Neue Ordnung In Merzen wird jetzt weniger geläutet

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Mit einem Gewicht von 1,4 Tonnen und einem Durchmesser von 1,23 Meter ist diese Glocke die größte im Turm von St. Lambertus. Sie stammt aus dem Jahr 1495. Foto: Christian Geers/ArchivMit einem Gewicht von 1,4 Tonnen und einem Durchmesser von 1,23 Meter ist diese Glocke die größte im Turm von St. Lambertus. Sie stammt aus dem Jahr 1495. Foto: Christian Geers/Archiv

Merzen. Die Glocken von St. Lambertus werden in Zukunft weniger zu hören sein als in den Vorjahren. Um das Geläut und ganz besonders das Glockenjoch zu schonen, haben Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat nach einer Wartung für eine neue Läuteordnung gestimmt.

Die St.-Lambertus-Kirche in Merzen verfügt über drei Bronzeglocken, die älteste von Johann Frese stammt aus dem Jahr 1495 und hat die Wirren der Zeit unbeschadet überstanden. Die beiden anderen Glocken der Firma Otto (Hemelingen) stammen aus dem Jahr 1948. Die Tonfolge „es“-„ges“-„as“ der drei Glocken ergibt ein feierliches, melodisches Geläute – das Klangmotiv „Tedeum“.

Pfarrer: Vorsichtiger Umgang mit Kulturgut

Auch Kirchenglocken unterliegen einer Abnutzung. Bei schlechter Wartung und äußerst häufigem Gebrauch droht schnell ein Sprung der Glocke oder das Joch (die Glockenhalterung) bekommt Risse. „Wenn dann die Glocke gerettet werden muss, wird eine Sanierung richtig aufwendig und kostspielig“, so Pfarrer Detlef Perk, der mit dem wichtigen Kulturgut vorsichtig umgehen und die wertvollen Glocken schonen möchte.

In Merzen wurde bislang im Vergleich zu anderen Kirchengemeinden äußerst häufig – und vor allem lange geläutet. So erklangen die Glocken bereits eine halbe Stunde vor Beginn eines Gottesdienstes, in Zukunft wird das Geläut eine Viertelstunde vorher eingeschaltet und läutet dann für zehn Minuten, so zum Beispiel wird für die Vorabendmesse samstags um 16.45 Uhr geläutet. Sobald die technischen Voraussetzungen vorliegen, soll am Samstag um 16 Uhr für zehn Minuten „der Sonntag eingeläutet werden“.

Besondere Regelung an Festtagen

An Feiertagen, so zum Beispiel zu Weihnachten oder an Ostern, gelten besondere Festtagsregelungen wie beim „Tedeum-Läuten“ zum Auszug aus der Kirche. Im Todesfall ist nach der neuen Ordnung einmal Läuten um 11.30 Uhr für Verstorbene der letzten 24 Stunden für 15 Minuten, dann zur Beerdigung wie bei Gottesdiensten. Beim anschließenden Requiem wird zudem auf dem Weg zur Kirche geläutet.


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