Neue Leitungen für geplantes Umspannwerk Amprion präsentiert Pläne für Netzknoten in Merzen

Von Christian Geers und Josef Pohl

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cg/jp Merzen/Neuenkirchen. Der Stromnetzbetreiber Amprion muss den bestehenden Netzknotenpunkt südlich von Merzen umbauen, um die geplante Umspannanlage im Hackemoor einzubinden. Erste Pläne hat das Unternehmen nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mithilfe von Luftbild und Karte erläuterten Mitarbeiter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion während einer als Bürgerinfomarkt betitelten Informationsveranstaltung im Gasthof Dückinghaus in Merzen, welche Umbauarbeiten am Netzknotenpunkt südlich von Merzen erforderlich sind, um die geplante Umspann- und Schaltanlage im Hackemoor anzuschließen.

Das Vorhaben: Es werden nach derzeitiger Planung elf Hochspannungsmasten demontiert, die neue Leitungsführung allerdings verlangt insgesamt 15 neue Standorte für die Stahlgittermasten, die wie die bestehenden zwischen 60 bis 70 Meter hoch sein könnten.

Die Markierungen in Luftbild und Karte, die während der zweistündigen Veranstaltung erläutert wurden, waren den betroffenen Grundstückseigentümern bereits bekannt, sie waren vor Beginn des Informationsabends in einer eigenen Zusammenkunft informiert worden. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Amprion den Kontakt zu ihnen gesucht.

Ein Blick auf die schematische Darstellung macht deutlich, dass ein Teil der bisherigen Hochspannungsleitung Lingen–Wehrendorf nach Süden (in Richtung Ueffeln) verschwenkt wird. Sie wird die Bundesstraße 218 demzufolge nicht mehr an der bisherigen Stelle kreuzen. Amprion stellt fest, dass an dieser Stelle „durch die optimierte Leitungsführung eine Verbesserung des Wohnumfeldes im südlichen Teil des Gemeindegebietes erreicht wird“. Gemeint sind damit die Anwohner an der Bundesstraße, die ab Ortseingang Hauptstraße heißt.

Teilweiser Abbau von Masten

Teilweise abgebaut werden den Plänen zufolge auch Leitungen nördlich der Straße Zum Hülshof. Dort befindet sich aktuell das Leitungsdreieck. Hier zweigt die Höchstspannungsleitung von der Leitung Lingen–Wehrendorf nach Westerkappeln ab. Auf einem Teilstück wird nun die Leitung aus Richtung Lingen nach Süden geführt, bis sie in Höhe des Standorts für die geplante Schalt- und Umspannanlage nach Osten geführt wird. Parallel dazu verläuft die Trasse von der Anlage in Richtung Süden (Neuenkirchen).

Durch die Verschwenkung nach Süden muss der Übertragungsnetzbetreiber Amprion einen Teil der Hochspannungstrasse Lingen– Wehrendorf durch ein Waldgebiet führen. Eine Rodung von Bäumen ist nach den Worten von Patrick Körner, bei Amprion zuständig für die Genehmigungsverfahren, allerdings nicht vorgesehen. Die Bäume sollen „auf den Stock gesetzt werden“. Außerdem würden die Masten zur Überquerung der Bundesstraße 218 höher als die übrigen ausfallen.

Baubeginn 2020?

Das Verfahren: Der für die Anbindung der Umspannanlage notwendige Neubau von Stahlmasten erfolgt im Zuge eines Planfeststellungsverfahrens, zuständig ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover. Für die Genehmigung der Umspannanlage im Hackemoor nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz ist dagegen das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg zuständig. Deren Bau sei auch erforderlich, um die regional erzeugte Energie aus erneuerbaren Energiequellen in Zukunft abführen zu können.

Amprion hofft, dass beide Verfahren in etwa zeitgleich abgeschlossen werden, so- dass Anfang 2020 mit den Bauarbeiten sowohl für die Umspannanlage – sie liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Neuenkirchen – als auch für die Stahlmasten beginnen können.

Die Diskussion: Eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutz ist aus Sicht der Samtgemeinde Neuenkirchen und des Landkreises Osnabrück für die Umspannanlage nicht ausreichend. Vielmehr wird von dieser Seite die Aufnahme in das Raumordnungsverfahren für zwingend erforderlich erachtet. Von daher beäugte nicht nur der Neuenkirchener SPD-Fraktionsvorsitzender Daniel Schweer („Nicht viel Neues!“) die Veranstaltung in Merzen mit kritischen Augen.

„Anlage wird kommen“

Den Verlauf der parallel geplanten 110-Kilovolt-Leitung vermisste er auf den vorgestellten Planungen völlig. Auch Gerald Bruns, Abteilungsleiter Planen und Bauen beim Landkreis Osnabrück, der mit Interesse die Bürgerinformation verfolgte, machte in Gesprächen den Standpunkt des Landkreises zu dieser Sache noch einmal deutlich.

„Die Anlage wird kommen“, waren für manchen Bürger die Würfel für den Standort Hackemoor aber schon längst gefallen. Der eine oder andere brachte auch zum Ausdruck, dass der Protest gegen die geplante Umspannanlage entschieden zu spät gekommen sei.

Leitungseinführung in die geplante Umspannanlage Merzen. Quelle: Amprion/Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

So geht es weiter: Amprion hat nach eigenen Angaben nach der Bürgerinformation noch Anregungen zu den geplanten Maststandorten erhalten. Diese würden nun einem weiteren „Prüfblick“ unterzogen. Außerdem müssten Gutachten aktualisiert werden. „Bis Ende 2019 könnte das Planfeststellungsverfahren für die neuen Masten abgeschlossen werden und eine Genehmigung vorliegen“, so Körner im Gespräch mit unserer Redaktion. Damit wäre ein Bau Anfang 2020 möglich.


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