Viele Erstspender dabei Auf die Schnelle in Neuenkirchen Blut gespendet – zum 113. Mal

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Neuenkirchen. Schenke Leben, spende Blut – das steht auf den Poloshirts der Kräfte des DRK-Blutspendedienstes. Und diesen Lebenssaft spendet der Neuenkirchener Ludger Pinke an diesem Nachmittag in der Mensa der Goode-Weg-Schule zum 113. Mal, andere sind erstmals dabei.

Bei der Anmeldung erhält jeder Spender – egal ob Erstspender oder Wiederholungstäter – ein Formular, das außer den Personalien auch Informationen zum allgemeinen Gesundheitszustand, Erkrankungen, Operationen, Drogenkonsum, Medikamenten oder Auslandsaufenthalten abfragt.

Infektionsrisiko klären

„Diese Daten sind wichtig“, erklärt Maria Kemme von der Frauengemeinschaft, die seit Jahren zusammen mit dem DRK-Blutspendedienst die Termine in Neuenkirchen ausrichtet. Der Spenderfragebogen diene zur Vorbereitung des persönlichen Gespräches mit dem anwesenden Arzt oder der Ärztin. Vor jeder Blutspende müssen der aktuelle Gesundheitszustand und mögliche Infektionsrisiken abgeklärt werden.

„Für den Arzt ist durch die Angaben ersichtlich, ob der Spender überhaupt für eine solche infrage kommt“, so Kemme, die zusammen mit Theo Jans-Westerlage am Empfang sitzt. Die beiden gehören zum Helferteam, das die Frauengemeinschaft bei jedem Spendetermin in Neuenkirchen stellt, aus fünf Kräften plus Arzt besteht das DRK-Team an diesem Tag.

Hämoglobinwert ermitteln

Nach dem Ausfüllen des Fragebogens steht für jeden Spender der Gang zum Arzt an. Vor der Tür zum Mediziner erfolgt allerdings noch ein Pikser in einen Finger. „Der Tropfen Blut reicht aus, um den Hämoglobinwert sowie den Eisengehalt im Blut feststellen zu können“, weiß Spender Ludger Pinke aus seiner jahrelangen Erfahrung. Zudem wird hier auch die Körpertemperatur gemessen. Diesmal ist ein zweiter Pikser am Ohrläppchen notwendig, danach geht es ins Arztzimmer. Das Gespräch mit dem Doktor fällt in der Regel kurz aus. Spender und Mediziner gehen gemeinsam den Fragebogen durch. Der Arzt entscheidet, ob eine Spendefähigkeit vorhanden ist. (Weiterlesen: Blutspende-Engpass: „Wenn es so weiter geht, bekommen wir Probleme“)

„Das Blut verdünnt“

Im Spenderaum werden Ludger Pinke Laborröllchen und Blutbeutel ausgehändigt, zielsicher steuert er eine der neun Liegen an. „Herr Pinke, jetzt bitte ich etwas um ihre Aufmerksamkeit“, meint die Mitarbeiterin des Blutspendedienstes, bevor sie die Nadel für die Blutentnahme setzt. Vorher hatten mehrere Herren im Raum etwas gescherzt. „Ich habe gestern Abend das Blut noch kräftig verdünnt“, meint einer der Männer auf den Liegen. Eine Aussage, die die Helferinnen nicht so gerne hören, die aber eher als Spaß für die Presse gedacht war.

Für eine Blutspende wird zumeist in rund zehn Minuten etwa 450 bis 500 Milliliter Blut entnommen. Bei Ludger Pinke läuft es an diesem Tag besonders flott. Gute fünf Minuten benötigt er, bis die 500 Millimeter zusammen sind. „Darf ich ihnen eine pflastern?“, fragt die DRK-Mitarbeiterin die Nadel entfernt. Dann klebt sie ein Pflaster über eine kleine Kompresse.

Nach der Spende wird das Blut zum Zentralinstitut des DRK nach Springe transportiert. Dort werden sämtliche Blutkonserven aus Niedersachsen, Oldenburg und Bremen verarbeitet. Die Blutkonserven werden untersucht, die Blutgruppen ermittelt sowie das Blut auf Infektionskrankheiten untersucht. Danach werden die Blutkonserven verarbeitet. Dabei entstehen die drei Präparate Blutplasma, Blutplättchen und rote Blutkörperchen.

Gesundheitscheck vor Ort

Eine Spende hat auch den Vorteil, dass das eigene Blut kontrolliert wird. „Es ist quasi ein Gesundheitscheck vor Ort“, verrät Pinke. Sollten Werte auffällig seien, bekomme der Spender umgehend eine Nachricht. Das sei bei ihm auch schon einmal der Fall gewesen, habe sich aber nicht als gravierend herausgestellt, so der selbstständige Handwerker. „Ich habe schon eher einmal die Gelegenheit, zwischendurch zur Blutspende zu gehen“, sagt der Geschäftsführer eines Heizungs- und Sanitärbetriebes und verrät, dass anschließend im Büro noch Arbeit warte. Für ihn sei es leichter, zwischendurch zur Blutspende zu gehen als zum Beispiel für einen Arbeitnehmer, der bei Kabelmetall in Osnabrück im Schichtbetrieb arbeite. Seit 25 Jahren ist er in Neuenkirchen regelmäßig bei den Blutspendeterminen dabei. Nur einmal ist er „fremdgegangen“ und hat in Voltlage Blut gespendet. Mit seinen 55 Jahren hat er, wie Maria Kemme bestätigt, gute Aussichten, Neuenkirchener Rekordspender zu werden, denn schließlich kann er sich noch bis zum 69. Geburtstag zur Ader bitten lassen. (Weiterlesen: Warum Osnabrücker Blut spenden – und warum nicht)

Frauentrio als Erstspender

An diesem Tag sind es 118 Personen, die in Neuenkirchen ihr Blut freiwillig abgeben. Mit Elisabeth Dyckhoff (90. Spende) ist nur eine Jubiläumsspenderin dabei. Während Pinke sich vom Spenderaum zu dem von den Helferinnen der Frauengemeinschaft vorbereiteten Büffet begibt, stehen an der Anmeldung immer noch Freiwillige an, darunter mit Stefanie Meier-Pohlmann die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Neuenkirchen – mit zwei Freundinnen im Gepäck. Eigentlich wollten die Damen zu viert Blut spenden, aber eine Freundin ist erkrankt.

„Wir haben uns in lockerer Runde auch einmal über das Thema Blutspenden unterhalten und dabei festgestellt, dass noch keine von uns Blutspenderin ist. Da haben wir uns entschieden, doch zusammen zur Blutspende zu gehen“, verrät Ina Eversmann. Das Trio stellt 50 Prozent der Erstspender an diesem Tag, sehr zur Freude von Maria Kemme und ihrem Team. Nicht nur für die Erstspender gibt es an diesem Sommertag zusätzlich einen Gutschein über ein Eis, denn draußen wartet der aus dem Emsland angereiste „Eismann“ mit seinem Wagen.


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