Neuer Standort kommt gut an Merzener Dorfkirmes ist ein Publikumsmagnet

Von Martin Heimbrock

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Merzen. In vielen Gemeinden steht die Zukunft der Dorfkirmes, die in der Regel ihren Ursprung aus dem Kirchweihfest hat, oftmals auf nicht ganz so soliden Beinen. In Merzen ist das nicht der Fall.

Mit der Kirmes ist es vielerorts so eine Sache: Wird sie angenommen? Wie sind die Besucherzahlen? Wie wird das Wetter? Da machten die Veranstalter der Merzener Kirmes quasi aus der Not eine Tugend und gestalteten ihr traditionelles Dorffest neu, da die bisherige Veranstaltungsform aus organisatorischen Gründen so nicht mehr umgesetzt werden konnte. Und das kam nicht nur bei den Besuchern außerordentlich gut an.

Kein Preis von St. Lambertus

Zwar fand das erstmalig geplante Bobbycar-Rennen mit dem „Großen Preis von Sankt Lambertus“ wegen zu geringer Teilnehmerzahl und umsetzungstechnischer Probleme nicht statt, aber mit den Kirmes-Evergreens wie Kinderflohmarkt, Benefizlauf, Fassbieranstich sowie traditionellen als auch modernen Fahrgeschäften entpuppte sich die diesjährige Merzener Kirmes kombiniert mit bestem Sommerwetter als Publikumsmagnet.

„Wir haben zwar vielleicht nicht alles richtig gemacht, aber wir haben es besser gemacht“, resümiert ein überaus zufrieden scheinender Bürgermeister Gregor Schröder beim Fassbieranstich. Ursprung der Standortänderung der Veranstaltung war die Tatsache, dass der Autoskooter nicht auf dem bisherigen Standort aufgebaut werden konnte. Und da sich die Kirmes bislang sowohl entlang der Hauptstraße als auch auf der Westerholter Straße abspielte und somit weit auseinandergezogen war, zentrierten die Veranstalter das Fest auf die Grün- und Parkplatzflächen rund um die zentral gelegene St. Lambertus-Kirche.

„Da gehört eine Kirmes ja eigentlich auch hin“, betonte Pfarrer Detlef Perk, der als neuer Gemeindepfarrer am Samstagabend erstmals das Freibierfass anstechen durfte. Perk erinnerte in seiner Ansprache daran, dass die Kirmes ursprünglich vom Kirchweihfest abstammt, und somit an sich ja an sich bereits eine kirchliche Veranstaltung sei, wenngleich in Merzen die politische Gemeinde sowie die örtliche Werbegemeinschaft als hauptsächliche Veranstalter gelten würden.

Ein Gemeinschaftswerk

„Dass die Kirmes in Merzen so gut angenommen wird, mag allerdings auch daran liegen, dass sie ein Gemeinschaftswerk ist“, beschrieb Bürgermeister Schröder den guten Festverlauf. Bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, wie viele Vereine und Verbände aus dem kleinen Ort aktiv waren: Die Frauengemeinschaft hatte die Bewirtung des Kirmeslaufs übernommen, der Förderverein der Grundschule die Kaffeetafel am Sonntagnachmittag, die Landjugend unterstützte den vom Merzener Lauftreff organisierten Benefizlauf, die Kolpingsfamilie, der Wanderverein WaPlaDö, der Reit- sowie der Sportverein wie auch verschiedene Kegelklubs waren Teilnehmer der Benefizlaufes. Die Feuerwehr regelte den Straßenverkehr, der Musikzug bot musikalische Unterhaltung, die Tanzgruppe „Girls-Dance“ brachte eine Tanzeinlage und die Heimatmusikanten sorgten für Stimmung im Festzelt am Samstagabend.

Renate Vox Weinkönigin

Zudem gab es auf der gegenüberliegenden Straßenseite beim Bioladen „Mein Markt“ ein kleines Weinfest veranstaltet, bei der mit Renate Vox erstmalig eine Merzener Weinkönigin auserkoren wurde. Sie konnte sich als Gewinn über eine Reise nach Bad Kreuznach freuen.

Neben den kulinarischen Angeboten sowie verschiedenen Fahrgeschäften wie dem „fliegenden Teppich“, Autoskooterbahn sowie Kinderkarussells war der Bob-Express mit Baujahr 1937 das Highlight der Kirmes. Im Vorfeld hatte Besitzer und Karussellbetreiber Timo Fischer versprochen, dass jeder, der 1937 geboren sei, eine Freifahrt auf dem historischen Gefährt bekommen würde. Die Nachfrage, wie viele 81-jährige Freifahrtteilnehmer denn das Angebot angenommen hätten, wurde allerdings eher nüchtern beantwortet: „Bis jetzt noch gar keiner“, schmunzelte Fischer am frühen Sonntagnachmittag.


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