Neue Aufgaben für Ortsplanung Bezahlbarer Wohnraum wird auch im Nordkreis knapp

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Neuenkirchen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bezahlbarer Wohnraum: Die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück hat an der Artlandstraße in Quakenbrück Wohnungen errichtet, für die es eine große Nachfrage gibt. Foto: Christian GeersBezahlbarer Wohnraum: Die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück hat an der Artlandstraße in Quakenbrück Wohnungen errichtet, für die es eine große Nachfrage gibt. Foto: Christian Geers

Merzen. Die kommunale Ortsplanung und Wohnungspolitik muss sich auf neue Aufgaben einstellen. Das machte Arndt Hauschild, Fachdienstleiter Planen und Bauen beim Landkreis Osnabrück, bei der Vorstellung des Wohnraumversorgungskonzeptes in Merzen deutlich.

Bürgermeister, Bauausschussvorsitzende, Bauamtsleiter und weitere wichtige Ansprechpartner in den Kommunen waren der Einladung der Ilek-Region zu der Informationsveranstaltung im Saal Maassmann in Merzen gefolgt. Dort präsentierte ihnen Arndt Hauschild in einem engagierten Vortrag das vom Landkreis gesammelte Zahlenmaterial und die entsprechenden Schlussfolgerungen.

Mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte

Das Wohnraumversorgungskonzept 2017 zeigt auf, dass sich der Wohnraumbedarf in den Kommunen in der Art und Anzahl der Haushalte unterschiedlich entwickeln wird. Die Zahl der kleineren Haushalte mit ein oder zwei Personen wird in den nächsten Jahren vor allem wegen der wachsenden Zahl von Senioren kräftig ansteigen. Bei den größeren Haushalten, „Papa – Mama – Kind – Kind“, wie Hauschild es formulierte, sei dagegen mit deutlichen Rückgängen zu rechnen.

Der Landkreis sieht einen großen kreisweiten Bedarf an mietpreisgebundenen Wohnungen. Es gehe auch für die Samtgemeinden im Nordkreis darum, die Struktur der lokalen Wohnungsmärkte so mitzugestalten, dass diese auch weiterhin attraktiv, marktgerecht und im interkommunalen Wettbewerb konkurrenzfähig seien.

„Renaissance der Planerszene“

Ob „Start-up-Pärchen“, junge Familien, Alleinerziehende, Best-Ager oder Senioren – sie alle seien auf der Suche nach dem passenden Wohnraum. Und für viele rücke dabei „bezahlbarer Wohnraum“ in den Vordergrund. Hauschild machte von daher eine Renaissance in der Planerszene („Sie brauchen immer Flächen!“) aus, denn dem kapitalgesteuerten Wohnungsmarkt könne auch ein politisch gesteuerter entgegengesetzt werden, im Landkreis gehe die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung deutlich zurück.

Kenntnis der lokalen Wohnungsmarktdynamik, Ermittlung und Mobilisierung marktgängiger Flächen, Sicherung und Entwicklung von Ein- und Zweifamilienhausgebieten, Wohnlotsen-Funktion für ältere Menschen, Konzeptvergabe kommunaler Grundstücke für den Wohnungsbau – der Landkreisvertreter führte Beispiele auf, die über die klassische hoheitliche Planung hinausgingen.

Thema in Mittelschicht angekommen

Bezahlbarer Wohnraum sei mittlerweile auch für die Mittelschicht ein Thema, nicht nur für Haushalte mit einem Einkommen unter 1500 Euro. Um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu decken, müssten nach dem Landkreiskonzept bei einer 100-prozentigen Bedarfsabdeckung jährlich 47 entsprechende Wohnungen in der Samtgemeinde Artland erstellt werden. 31 in Bersenbrück, 30 müssten für Fürstenau her und gerade einmal drei für Neuenkirchen.

Menslages Bürgermeister Jürgen Kruse gab zu bedenken, dass vor Ort frei werdende Häuser schnell von Investoren aufgekauft würden. Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe machte deutlich, dass allein innerhalb der Samtgemeinde Artland die Anforderungen sehr unterschiedlich seien. Und wo bezahlbarer Wohnraum anfange oder aufhöre, wollte der Bersenbrücker Rolf Gelinsky wissen. An der Diskussion wurde sichtbar, wie individuell der Wohnungsmarkt allein schon in den Nordkreisgemeinden ist.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN