Nach Rettungseinsatz auf A1 Voltlager Busunternehmen ungewollt in den Schlagzeilen

Von Josef Pohl

Bis in die Nacht hinein ging der Einsatz am Rastplatz an der A1, wie das Videostandbild zeigt. Foto: TeleNewsNetwork/dpaBis in die Nacht hinein ging der Einsatz am Rastplatz an der A1, wie das Videostandbild zeigt. Foto: TeleNewsNetwork/dpa

Voltlage. Welches Unternehmen macht nicht gerne Werbung und taucht in Fernsehberichten auf. Doch auf die jüngsten Berichte hätte der Voltlager Karl Hülsmann gerne verzichtet, denn einer der Hülsmann-Reisebusse rückte bei einem Rettungseinsatz auf der A1 in den Blickpunkt. Ob die Klimaanlage des Busses nicht funktioniert hat, soll nun eine Untersuchung durch die Dekra zeigen.

Die Jungen und Mädchen aus Bösel (Landkreis Cloppenburg), die auf dem Schützenplatz Langwege in Dinklage während ihres Zeltlagers übernachten, waren auf dem Rückweg vom Heidepark Soltau. Während der Fahrt klagten einige der Teilnehmer über hitzebedingtes Unwohlsein.

Reisebus erst drei Monate alt

Der Busfahrer des doppelstöckigen Reisebusses, der nach Angaben von Karl Hülsmann senior seit gut drei Monaten im Einsatz ist, und drei weitere Kleinbusse stoppten deshalb auf einem Parkplatz zwischen der Anschlussstelle Wildeshausen-West und dem Autobahndreieck Ahlhorn.

Zur Behandlung wurde zunächst ein Rettungswagen angefordert. Nachdem weitere Kinder über Beschwerden klagten, wurden Rettungsfahrzeuge nachgefordert. Insgesamt befanden sich 126 Personen – davon 105 Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren, 20 Betreuer und ein Busfahrer – auf dem Parkplatz, der von der Autobahnpolizei Ahlhorn für die Dauer der Behandlung gesperrt wurde. Zehn Kinder wurden mit Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht, waren aber schnell wieder im Zeltlager. Der Rest der Reisegruppe setzte die Fahrt zum Zeltplatz nach Langwege fort. Dafür wurde ein Ersatzbus angefordert, da eine Fehlfunktion der Klimaanlage im Doppeldeckerbus nicht ausgeschlossen werden konnte. Ein Fachmann der Dekra soll den Bus untersuchen.

Lob für Rettungskräfte

Karl Hülsmann verweist darauf, dass der Fahrer gesagt habe, dass es einigen Kinder zu kalt im Bus gewesen sei, anderen wiederum zu warm. Er geht eher davon aus, dass es kein Defekt der Klimaanlage war, sondern die Kinder über Tag zuviel in der Sonne waren. Aber die Schlagzeilen lauteten nun einmal: Klimaanlage defekt – Jugendliche kollabieren. Der Voltlager Unternehmer lobt besonders die Arbeit der Rettungskräfte, die direkt Tische am Rastplatz aufgestellt und die Kinder mit Wasser versorgt hätten.

Hitzebedingte Erschöpfung

Vom Zeltplatz mussten im Laufe des Abends drei weitere Personen aufgrund hitzebedingter Erschöpfungszustände mit Rettungswagen in Krankenhäuser gefahren werden.

Auf dem Autobahn-Parkplatz im Bereich der Gemeinde Großenkneten waren die Freiwillige Feuerwehr aus Ahlhorn mit sechs Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften und Rettungsdienste aus dem Landkreis Oldenburg mit elf Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeugen und weiteren Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Auf dem Zeltplatz in Langwege waren Rettungsdienste aus dem Landkreis Vechta mit fünf Rettungswagen und einem Notarztfahrzeug eingesetzt. Nach Auskunft der Rettungskräfte waren die Kinder zu keiner Zeit in ernster Gefahr.

Ergebnisse erst am Mittwoch

Karl Hülsmann rechnet damit, dass das Ergebnis der Dekra-Untersuchung frühestens am Mittwoch vorliegen wird, denn erst einmal müsse ein entsprechender Fachmann zur Verfügung stehen. Solange bliebe der Reisebus erst einmal auf dem Betriebshof in Voltlage stehen.


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