Bezirksförster: Keine Panik! Eiche in Merzen kippt ohne ersichtlichen Anlass um

Von Martin Heimbrock

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Merzen. Auf dem Merzener Glinsboll ist eine alte Eiche ohne unmittelbaren Anlass einfach umgekippt. Besitzer Horst Krehe und Bezirksförster Martin Meyer Lührmann gehen davon aus, dass der Baum durch einen früheren Blitzeinschlag vorgeschädigt war. Ein Schaden ist nicht entstanden.

Es ist Freitag um kurz vor ein Uhr mittags, als Leo Nöhring auf dem Merzener Glinsboll an der Westerholter Straße gemeinsam mit seinem Bruder Horst Krehe in der Küche sitzt. Als die beiden auf ein dumpfes, heftiges Bodengeräusch aufmerksam werden, vermuten sie zunächst einen Donnerschlag, der bei sommerlichen Temperaturen ein nahendes Gewitter ankündigt. Doch das Wetter ändert sich nicht – und die beiden vergessen den Vorfall. Bis am Nachmittag ein Nachbar den tatsächlichen Grund herausfindet.

„Er berichtete, dass eine Eichenkrone im anliegenden Wald plötzlich und unvorhersehbar in Richtung Straße gefallen ist“, erzählt Leo Nöhring. Zusammen mit seinem Bruder, der als Besitzer vom zugehörigen Hof Krehe auch Eigentümer der zerborstenen Eiche ist, machte er sich zum besagten Waldstück auf und konnte gleich das Ausmaß des Schadens sehen.

Durch früheren Blitzeinschlag geschädigt?

„Ich gehe davon aus, dass schon einmal der Blitz in den Baum eingeschlagen hat“, sagt Hofbesitzer Krehe, der froh darüber ist, dass weder Personen-, noch Sachschaden zu beklagen ist. Bislang sei ihm jedoch weder eine Einschlagstelle sichtbar geworden, noch habe der Baum anderweitige Andeutungen auf eine derartige Schädigung gemacht. Dass die Baumkrone nun geborsten sei, liegt nach Aussagen Krehes neben dem Blitzeinschlag an dem vollen Baumbehang mit den Eicheln.

Martin Meyer Lührmann warnt allerdings ausdrücklich vor Panikmache im Umgang mit diesem Vorfall. „Dass ein Baum aus heiterem Himmel zerbricht, kann so gar nicht sein“, betont der Bezirksförster, selbst wenn er voll mit Früchten behangen sei. Besonders Eichen, Lärchen und auch Buchen seien derart stabile Naturgeschöpfe, die ohne Vorschädigung oder Gewalteinwirkung zum Beispiel durch Sturm niemals Brechen würden.

Ein Stück Dorfgeschichte verloren

Mit Blick auf das Glück im Unglück ist laut Horst Krehe der einzige Wermutstropfen, dass der zerborstene Baum ein geschichtsträchtiger Gegenstand ist, der einst zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Hausbegrenzugsbaum gepflanzt worden sei. Seinerzeit habe das Wohn- und Wirtschafthaus des ursprünglichen Hofes Möllenkremer genau an der Eichenbaumreihe gestanden, an der nun einer dieser Hausbegrenzungsbäume umgekippt ist.

Möllenkremer war ursprünglich ein etwa dreißig Hektar großer Bauernhof, dessen Besitzer in den 1880er Jahren nach Amerika ausgewandert ist.


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