„Pioniere“ in Vinte Immer mehr Steinkauz-Brutpaare in Neuenkirchen

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Neuenkirchen. Neuenkirchen: ein Brutpaar – das war jahrelang in der Statistik der AG Naturschutzjugend im ANTL (Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land) zu lesen. Die Nisthilfe auf dem Resthof von Ulrike Mohn und Bernd Lankuttis leistete Pionierdienst für den Steinkauz.

Neuenkirchen Mittlerweile hat sich die Lage, sehr zu Überraschung von Friedhelm Scheel, dem langjährigen Leiter und Moderator der Naturschutzjugend, aber erheblich verbessert. Als Naturschützer bemüht er sich seit Jahren mit der Aktion „Wir bringen die Steinkäuze über die Landesgrenze“ um die Verbreitung des Steinkauzes in Niedersachsen. Betrachtete der Westerkappelner das Land auf der anderen Seite des Kanals eher als Einöde in Sachen Steinkauz, so änderte sich ab 2016 die Situation.

„Ideale Bedingungen“

Bis dahin waren Ulrike Mohn und Bernd Lankuttis Pioniere in Sachen Steinkauz auf Neuenkirchener Gebiet. „Der Steinkauz findet hier ideale Bedingungen vor“, erläutert Scheel bei einem Ortstermin am Vogelknapp in Vinte, bei dem neben Greta und Marike von der Naturschutzjugend auch Enkel Leon mit von der Partie ist. Nicht nur den drei Pferden und den bis zu 30 Jahren alten Ponys geht es hier bestens. Auf dem Hof wurde bei der Sanierung des Daches ein Quartier für den Waldkauz geschaffen. Auf der anderen Seite des Hauses fand in einem Baum auch eine Nisthilfe für den Steinkauz noch einen artgerechten Platz. Und wenn sich ansonsten die beiden Kauzarten nicht gerade gut verstehen, so harmonisieren sie auf dem Anwesen in Vinte ganz gut miteinander, da sie dort getrennte Reviere haben.

Auch Waldkauz vor Ort

Und Nachwuchs gab es in diesem Jahr bei beiden Kauzfamilien, wie Ulrike Mohn erzählt. Über den Waldkauznachwuchs wäre sie am Abend des Muttertages fast gestolpert, als der erstmals das Nest verlassen hatte. Was so in der Niströhre für den Steinkauz so los war, konnte sie vom Küchenfenster gut verfolgen. Mit der Kamera wurde dann schnell mal festgehalten, wenn der Nachwuchs den Kopf vorsichtig nach draußen streckte. Aber es kam auch schon einmal vor, dass der Hund der Familie ganz vorsichtig einen noch nicht flüggen Steinkauz apportierte.

Zuhause gerettet

Als der Baum vor zwei Jahren vom Sturm umgeweht wurde, machte sich Bernd Lankuttis gleich daran, ihn wieder aufzurichten. Das Anbinden hat allem Anschein nach geholfen, der Steinkauz sein Zuhause nicht verloren.

Vor zwei Jahren hat Friedel Scheel auf einen Artikel im „Bersenbrücker Kreisblatt“ reagiert, als bei der Familie Eislage in Neuenkirchen Steinkauznachwuchs im Waschkessel entdeckt wurde. Das war der Auftakt für eine stattliche Zahl an Nisthilfen, die mittlerweile in der Samtgemeinde hängen.

Jetzt 16 Brutpaare

Und die Aktion ist von Erfolg gekrönt, denn bei zuletzt 29 Nisthilfen verzeichneten die jungen Naturschützer im vergangenen Jahr 16 Brutpaare. Mehr zählte die Gruppe an keinem niedersächsischen Standort, an dem sie aktiv ist. Und Friedhelm Scheel hofft, dass die Entwicklung so weiter- geht. Und die Kontrolle der Nisthilfen in diesem Jahr bestärkt ihn in dieser Auffassung, denn nicht nur auf dem Resthof in Vinte gab es Nachwuchs. Und damit es mit dem Steinkauz noch weiter voran- geht, macht sich Scheel mit seinen jungen Helfern am Abend noch auf, um im Ortsteil Ägypten eine weitere Nisthilfe anzubringen.


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