Stadt Bramsche gefordert Freibad Ueffeln bleibt auch für Neuenkirchen ein Thema

Von Heiner Beinke und Josef Pohl

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Das Freibad in Ueffeln soll auch nach dem Willen der Neuenkirchener nicht geschlossen werden. Foto: Archiv/KapitzaDas Freibad in Ueffeln soll auch nach dem Willen der Neuenkirchener nicht geschlossen werden. Foto: Archiv/Kapitza

be/jp Ueffeln/Neuenkirchen. Das Thema des Jahres ist für den Ortsrat Ueffeln die Zukunft des Freibades Ueffeln. In der jüngsten Ortsratssitzung zeigten sich alle zuversichtlich, dass die Sanierung und nicht die Schließung des Bades kommen wird. Mit finanzieller Hilfe aus Neuenkirchen wird es aber schwierig.

Die Stadtwerke müssten sich auf den wirklichen Sanierungsbedarf konzentrieren, forderte Ortsbürgermeister Wilhelm Clausing (SPD) „Es muss gemacht werden. Und es muss gut gemacht werden“, hielt dazu Gert Borcherding (CDU) fest.

Kostenermittlung

Als Mitglied des Aufsichtsrats der Stadtwerke erläuterte er, dass nun die Detailplanung erfolgen müsse, um von einer Kostenschätzung zu einer Kostenermittlung zu kommen, auf deren Grundlage eine Entscheidung über Sanierung oder Schließung fallen könne.

Er sei aber schon jetzt „sehr optimistisch“, meinte Borcherding. „Nach 45 Jahren sind wir einfach mal dran“, fand er die Sanierung überfällig.

Zur Entlastung der Stadtwerke als Betreiber der Bramscher Bäder könne auch die Stadt beitragen, meinte der Balkumer Ortsvorsteher. Wenn die auf die jährliche Gewinnausschüttung ihrer hundertprozentigen Tochter in Höhe von drei- bis vierhunderttausend Euro verzichte, sei den Stadtwerken schon sehr geholfen. „So kann die Stadt auch ihren Beitrag für das Freibad Ueffeln leisten“, fand Borcherding.

Die Stadtwerke bemühten sich auch um Fördermittel für das Projekt, hätten es da als gewerbliches Unternehmen aber schwieriger als gemeinnützige Organisationen.

Wird Förderkreis zum -Verein

Bis zum Jahresende soll laut Clausing auch eine Entscheidung darüber fallen, ob der bestehende Förderkreis für das Freibad in einen echten Förderverein umgewandelt wird. Der könnte dann Spenden für die Sanierung annehmen. Es sei aber nicht daran gedacht, dass dieser auch Betreiber des Bades werde.

Bernhard Rohe (Linke) begrüßte die klare Positionierung der Stadtrats-CDU für den Erhalt des Freibades, während sich die SPD noch bedeckt halte. Das Bad sei ein Teil der Daseinsvorsorge, fand Rohe.

Für Erhalt stark machen

Clausing hatte zu Beginn der Ortsrats-Sitzung berichtet, dass die von den Stadtwerken in Auftrag gegebenen Gutachten keine zusätzlichen Kostenfaktoren gebracht hätten. Die Stadtwerke wollen nun mit der Feinplanung beginnen und im August dem Aufsichtsrat endgültige Zahlen als Diskussionsgrundlage vorstellen. Dann ist auch wieder eine Beteiligung der Öffentlichkeit geplant. Die Entscheidung wird dann im Oktober im Aufsichtsrat der Stadtwerke fallen, der die Mehrheitsverhältnisse im Bramscher Stadtrat widerspiegelt.

Auch in den Gesprächen mit der Samtgemeinde Neuenkirchen über eine Kostenbeteiligung gebe es „positive Tendenzen“, freute sich Wilhelm Clausing. Doch ganz so einfach sieht es aus Neuenkirchener Sicht jedoch nicht aus. Das unterstrich Hildegard Schwertmann-Nicolay in ihrer Funktion als Gemeindedirektorin in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Daniel Schweer (SPD) hatte unter dem Tagesordnungspunkt Wünsche und Anregungen die Mehrheitsfraktion aufgefordert, sich bei den Stadtwerken Bramsche für den Erhalt des Bades stark zu machen. Die Jugendkonferenz habe gezeigt, wie viel den Jugendlichen aus Merzen und Neuenkirchen an dem Bad gelegen sei.

Aufgabe des Mittelzentrums

Jede Kommune sei für ihre Infrastruktur zuständig, so Hildegard Schwertmann-Nicolay. Als Mittelzentrum erhalte Bramsche mehr Geld als Schlüsselzuweisung vom Land und habe auch bestimmte Einrichtungen für das Umland mit zu unterhalten, so zum Beispiel im Bereich Kultur oder Freibäder. Von daher stehe die Stadt Bramsche zuerst in der Pflicht, das Ueffelner Bad zu erhalten. Auch die Kommunalaufsicht würde es sicherlich für bedenklich halten, wenn sich Neuenkirchen bei der Freibadsanierung finanziell engagiere. Doch auch so würde die Gemeinde Gelder an die DLRG für den Dienst im Freibad zahlen.


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