Dobermann misshandelt Polizei lässt Video nach Drohungen gegen Merzener löschen

Von Josef Pohl

Eine Dobermannhündin ist in Merzen misshandelt worden. Symbolfoto: TierhofEine Dobermannhündin ist in Merzen misshandelt worden. Symbolfoto: Tierhof

Merzen. Hohe Wellen hat auf Facebook die Misshandlung einer Dobermannhündin in Merzen geschlagen. Die Polizei ließ nach massiven Drohungen gegen den Hundehalter das Video entfernen, den Hund hat mittlerweile das Veterinäramt abgeholt.

Bereits am 24. April 2018 hatte der Verein Tier- und Naturfreunde Merzen e.V. Strafanzeige gegen einen Hundehalter gestellt, nachdem die Tierschützer ein Video erhalten hatten, auf dem zu sehen ist, wie der in Merzen wohnhafte Hundehalter einen Dobermann misshandelt. Die Polizei schaltete das Veterinäramt ein, doch erst in dieser Woche erlebt die Geschichte eine unheimliche Eigendynamik, weil plötzlich das Video im Internet auftaucht und massenhaft, ja tausendfach unter den Facebookusern geteilt wird. Fernsehsender und Zeitungen werden von Facebooknutzern angeschrieben, damit sie über den Fall berichten.

Ohne Rücksprache ins Netz gestellt

„Wir wollten kein Video öffentlich ins Netz stellen, und wenn, dann zumindest so, dass der Täter unkenntlich gemacht wird. Leider ist dies durch Dritte nun doch geschehen“, zeigte sich Vanessa Schultz, Vorsitzende der Tier- und Naturfreunde Merzen, überrascht vom Vorgehen einer größeren Tierschutzorganisation, den der kleine Verein um Unterstützung in der Sache gebeten hat. Statt einen Rat zu erteilen, stellte die Organisation das Video ohne Rücksprache ins Internet. Auch auf Aufforderung seitens des Merzener Vereins, das Video zu löschen, habe es keine Reaktion gegeben, so dass sich der Verein mit der Polizei in Verbindung gesetzt habe.

Präventiv Löschung beantragt

Am Dienstag, 15. Mai, war der Link mit dem Video auf Facebook dann aber nicht mehr abrufbar, nachdem zum Teil zu massiver Gewalt gegen den Hundehalter aufgerufen worden war. Mittlerweile war die Polizei, genauer gesagt die Pressestelle der Polizeiinspektion Osnabrück, noch einmal aktiv geworden Sie sorgte präventiv für die Löschung des Videos, auf dem der Hundehalter klar zu erkennen war. Die Facebookuser, die zum Teil dazu aufrufen, den Hundehalter daheim zu besuchen und auf handfeste Art zu überzeugen, dass diese Tiermisshandlung nicht geht, haben wohl keine Strafverfolgung zu befürchten, denn nach Auskunft der Polizeipressestelle sei der Status eines Straftatbestandes noch nicht erfüllt.

Anzeige liegt beim Staatsanwalt

Seit der vergangenen Woche liegt die Strafanzeige der Tierschützer, wie die Polizeiinspektion Osnabrück bestätigt, mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Es werde gegen den Hundehalter wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.

In fachkundige Hände

„Die Behandlung des Hundes war in der Tat nicht gut, unsere Veterinäre haben das Tier deshalb heute mit Einverständnis des Halters bei ihm in Merzen abgeholt und unter amtlicher Aufsicht zur Pflege und Betreuung in fachkundige Hände übergeben“, hieß es zu der Angelegenheit am Dienstagnachmittag aus dem Osnabrücker Kreishaus.