Weidetierhalter in Sorge Kalb in Merzen gerissen: War es ein Hund oder ein Wolf?

Von Jürgen Ackmann

War es ein Wolf, der in Merzen ein Kalb gerissen hat? Die Frage soll in den nächsten sechs bis acht Wochen geklärt werden. Das Foto zeigt einen Wolf in der Region bei Meppen, der am 5. März 2018 nach Sonnenaufgang in eine Fotofalle getappt. Foto: Bundesforstbetrieb NiedersachsenWar es ein Wolf, der in Merzen ein Kalb gerissen hat? Die Frage soll in den nächsten sechs bis acht Wochen geklärt werden. Das Foto zeigt einen Wolf in der Region bei Meppen, der am 5. März 2018 nach Sonnenaufgang in eine Fotofalle getappt. Foto: Bundesforstbetrieb Niedersachsen

Merzen. Im Merzener Ortsteil Engelern ist in dieser Woche auf einer Wiese ein frisch gesetztes, etwa 30 Kilo schweres schottisches Highland-Kalb gerissen worden. Eine Untersuchung durch Wolfsberater Arndt Eggelmeyer am Mittwoch hat ergeben, dass dafür entweder ein Hund oder ein Wolf infrage kommt. Nach der Auswertung der genetischen Proben in sechs bis acht Wochen werde das klar sein.

Der Riss des Kalbes besorgt derzeit die Weidetierhalter in der Region. Sie fürchten, dass es sich um einen Wolf handelt, der weitere Tiere reißt, da es keinen wirkungsvollen Schutz für die Tiere gibt. Zu ihnen gehört auch Landwirt Günter Meyer, der 250 Meter Luftlinie vom Ort des Geschehens entfernt wohnt. Die Stelle sei sehr geschützt und ideal für ein Raubtier. Er bittet die Bevölkerung, die Augen offen zu halten und ihre Beobachtungen bei Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann zu melden.

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Der betont, ebenso wie Arndt Eggelmeyer, dass gegenwärtig noch nicht geklärt sei, wer das Kalb gerissen habe. Klar sei lediglich, dass es entweder ein Hund oder ein Wolf gewesen sein müsse. Das zeige unter anderem ein Beinknochen des Kalbes, der mit großer Kraft aus der Hüftschale ausgedreht worden sei. Das könne so nur ein Hund oder Wolf schaffen. Auch fehlten die kompletten Innereien.

Bereits im Jahr 2013 war in der Gemeinde Merzen ein Wolf gesichtet worden – damals der erste nach mehr als 270 Jahren im Altkreis Bersenbrück. (Weiterlesen: Wölfe töteten 2017 mehr als 500 Nutztiere in Norddeutschland)