Niederlassung wird aufgehoben Netter Schwestern verlassen die Gemeinde Merzen

Von Josef Pohl

Auch Schwester M. Gerburg verlässt Mitte Juli Merzen.

            

              
                Foto: Archiv/Christian GeersAuch Schwester M. Gerburg verlässt Mitte Juli Merzen. Foto: Archiv/Christian Geers

Merzen. Die katholische Kirche klagt nicht nur über Priestermangel, auch die Ordensgemeinschaften bekommen keinen Nachwuchs mehr. Von daher haben die Missionsschwestern Mariens aus dem Kloster Nette beschlossen, die Niederlassung in Merzen aufzugeben.

Seit 75 Jahren gehören die Netter Schwestern, wie sie im Volksmund genannt werden, in Merzen zum Gemeindeleben und zum Ortsbild dazu. Sie nahmen dort verschiedene Tätigkeiten wahr, sowohl im pädagogischen als auch pastoralen Bereich. Einige Schwestern haben ehrenamtliche Tätigkeiten nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst übernommen und waren für viele Merzener wichtige Ansprechpartnerinnen und sehr geschätzt.

Nur noch zwei Schwestern vor Ort

Seit 2003 wirkt Schwester zum Beispiel Maria Gerburg in Merzen, im Jahr 2011 durfte sie vor Ort ihr 50-jähriges Ordensjubiläum feiern. Derzeit sind mir ihr, die der Pfarrbücherei neues Leben einhauchte, und Schwester M. Ortrud, beide sind mittlerweile 79 Jahre alt, nur noch zwei Ordensschwestern in der Merzen Niederlassung. Nach längeren Überlegungen und Gesprächen mit den Schwestern hatte der Bezirksrat der Netter Schwestern vorgeschlagen, die Niederlassung aufzuheben.

Kein Austausch möglich

„Ich bedauere sehr, dass es uns nicht möglich ist, einen Austausch der Schwestern vorzunehmen und damit den Verbleib der Niederlassung zu sichern, so die Generaloberin der Missionsschwestern Mariens, Schwester M. Andrea aus dem Kloster Nette. In der Generalratssitzung war dem Vorschlag der Bezirksleitung zugestimmt worden, die Niederlassung zum 15. Juli 2018 aufzuheben. Bereits Anfang des Jahres war die Niederlassung der Kongregation in Schleswig aufgegeben worden.

Aufhebungsbeschluss getroffen

„Zum einen stoßen die beiden Schwestern kräftemäßig an ihre Grenzen, zum anderen ist ihre Versetzung in unser ordenseigenes Haus St. Anna, Twist, vorgesehen, wo die Schwestern noch manche Dienste übernehmen können“, heißt es in der Mitteilung über den Aufhebungsbeschluss der Merzener Niederlassung durch den Generalrat an Bischof Dr. Franz-Josef Bode.

„Liebe Gemeindemitglieder, gerade mal einige Wochen bin ich ihr/euer Pastor und schon muss ich eine sehr traurige Nachricht übermitteln“, gab Pfarrer Detlef Perk die Entscheidung der Netter Schwestern im Mitteilungsblatt der Kirchengemeinde bekannt. „Ich fühle mich den Missionsschwestern Mariens aus dem Kloster Nette verbunden, muss diese Entscheidung akzeptieren und hätte doch gern Schwester Gerburg und Schwester Ortrud noch einige Jahre hier in Merzen gehabt. Danke für Ihre segensreiche Tätigkeit!“, der der Geistliche.

Abschied vor den Sommerferien

Ihm sei durchaus bewusst, dass die meisten Ordensgemeinschaften bereits seit Jahrzehnten kaum oder keinen Nachwuchs mehr finden, der Altersdurchschnitt zunehmend steige, kann Pfarrer Perk die Entscheidung durchaus nachvollziehen.

Schwester Gerburg und Schwester Ortrud sollen vor den Sommerferien in Merzen aber noch eine dem segensreichen Wirken in Merzen eine entsprechende Abschiedsfeier bekommen. .