Zaun im Naturrückzugsgebiet Merzener Jäger setzen auf Bewusstseinsbildung


mhei/jp Merzen. Vor einiger Zeit haben die Merzener Jäger die vor Jahren angebrachte Einzäunung im Naturrückzugsgebiet entfernt, damit auch Niederwild wie Fasanen, Hasen oder Rebhühner die Rückzugsfläche nutzen kann. Doch jetzt sehen sich die Jäger gezwungen, erneut einen Zaun aufzustellen.

Seit einigen Jahren betreut die Merzener Jägerschaft die Ausgleichsfläche der Gemeinde Merzen an der Straße „In den Bergen“ zwischen Merzen und dem Ankumer Ortsteil Westerholte. Nun hatten die Jäger erneut mit einer Naturschutzaktion auf sich aufmerksam gemacht und pflanzten weitere 30 Kopfweiden, so dass dort nun insgesamt 60 Gewächse dieser Art gedeihen können.

Kostspielig eingesät

„Zudem haben wir auf der etwa ein Hektar großen Naturschutzwiese aber auch großflächig autochthone, also heimische Kräuter aufwendig und kostspielig neu ausgesät“, betont Hegeringsleiter Martin Meyer Lührmann. Vor einiger Zeit sei von den Jägern die damalige Einzäunung entfernt worden, damit auch Niederwild wie Fasanen, Hasen oder Rebhühner die Rückzugsfläche nutzen können.

„Die Fläche ist an sich ausschließlich für frei lebende Tiere vorgesehen, aber leider lassen an dieser Stelle viele Spaziergänger ihre Hunde laufen. Hierdurch werden die gesäten Kräuter sowie auch die Kopfweiden beschädigt, womit die eigentliche Nutzung für die Wildtiere gefährdet wird“, ist Meyer Lührmann nicht gut auf so manche Zeitgenossen zu sprechen, die zum Beispiel das Tor aufgemacht hätten und einfach auf die Fläche gelaufen seien.

Schilder sollen helfen

Leider müsse diese Einzäunung jedoch wegen der genannten Gründe wieder aufgestellt werden, ein notwendiger Eingriff in die Natur, der die Mitglieder der Jägerschaft nicht unbedingt freut. Zusätzlich werden auch noch Schilder aufgestellt, damit die Spaziergänger auf den sensiblen Bereich aufmerksam gemacht werden und die Fläche nicht mehr betreten. Ziel der Jäger ist es, das Bewusstsein bei Wanderern, Spaziergängern und Hundehaltern für den Naturschutzgedanken noch mehr zu schärfen.

Drahtzaun aufgestellt

Während Johannes Kemme unterdessen mit dem Ausrollen des neuen Drahtzauns beschäftigt ist, pflanzt Markus Brüwer eine Silberweide nach der anderen in die von Sebastian Fürst vorgebohrten Bodenlöcher am Rande der Ausgleichsfläche ein. „Salix Alba ist der offizielle Name der Pflanze,“ berichtet Markus Brüwer, dem als ausgebildeter Gärtner nicht nur der Umgang mit den lateinischen Namen, sondern auch der fachmännische Umgang mit den Gewächsen vertraut ist.

Wichtig sei nicht nur das Einsetzen der landschaftstypischen Pflanzen, auch eine anschließende regelmäßige Pflege sei erforderlich. Ohne fachgerechte Kopfschnitte der Gewächse würden die Äste mit der Zeit zu dick und schwer, so dass die Bäume unter der Kopflast auseinanderbrechen würden.

Insektenreiche Lebensräume

Mit der von den Merzener Jägern gestalteten Ausgleichsfläche werden Lebensräume für Wildvögel und Eulen vorgehalten. Aber auch sogenannte Epiphyten, also Pilze und Pflanzen, die sich an Gastgeberbäume ansiedeln, ohne diese zu schädigen, sammeln sich durch die Kopfweiden auf der Naturschutzfläche an. Hierdurch werden insektenreiche Lebensräume geschaffen, deren seltene Geschöpfe mehrjährige Entwicklungs- und Reifezeiten benötigen. Im Kreislauf der Natur ist dies eine Grundlage für die Ansiedlung weiterer verschiedenster Lebewesen und Gewächse.