„Raus aus der Komfortzone“ In Neuenkirchen geht es auf die Trainingsfläche

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Neuenkirchen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Sieglind Schumann gibt einem Mitglied im Neuenkirchener Therapiezentrum Tipps auf der Trainingsfläche  Foto: Josef PohlSieglind Schumann gibt einem Mitglied im Neuenkirchener Therapiezentrum Tipps auf der Trainingsfläche Foto: Josef Pohl

Neuenkirchen. „Richtige Ernährung plus Bewegung gleich Gesundheit“ – auf diese Formel lässt sich in Kurzform das seit 2014 von der Neuenkirchener Physiotherapeutin und Ernährungsberaterin Dietlind Schumann praktizierte Ernährungskonzept bringen.

. Fit in den Frühling – so lautet der Wunsch vieler Menschen, die nach dem langen Winter und so manchem zusätzlichen Kilo etwas gegen Trägheit und Übergewicht tun wollen. Diäten werden in Zeitschriften viele angeboten. Doch nicht immer sind sie von Erfolg gekrönt, weiß Dietlind Schumann, die in Neuenkirchen an der Alten Poststraße ein Therapiezentrum betreibt.

Mit ihrem Konzept haben bereits viele Teilnehmer erfolgreich abgenommen. „Unser Kurskonzept ist keine Diät, denn Diät macht dick“, so die Neuenkirchener Ernährungsberaterin. Das Kurskonzept setze auf aktive und vitale Lebensgestaltung, auf langfristigen Erfolg ohne „Jojo-Effekt“.

Die Kombination macht es

Die effektivste Maßnahme, um Gewicht zu reduzieren und langfristig Übergewicht zu vermeiden, sei richtiges Training, kombiniert mit einer gesunden Ernährung. Als Physiotherapeutin möchte sie die Kursteilnehmer dabei begleiten, eine gute Haltung aufzubauen, verbunden mit Schmerzlinderung auf dem Weg zum Wunschgewicht.

„Die Leute essen rund um die Uhr“, empfiehlt sie nicht nur die eigenen Trinkgewohnheiten, sondern auch die Essgewohnheiten zu überdenken. Früher habe es in den Familien drei Mahlzeiten am Tag gegeben, warum solle das heute nicht mehr funktionieren. Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung führten schon im Kindesalter zu physischen und auch psychischen Problemen, dem gelte es rechtzeitig vorzubeugen.

Das Ernährungskonzept kommt ohne Nahrungsergänzungsmittel aus. Der Körper brauche Kohlehydrate, Fett und Eiweiß und nehme einem auch einen Schlemmertag nicht übel. Wichtig sei aber Aktivität, denn so lasse sich der Grundumsatz an Kalorien steigern.

Ernährungsampel

Dies Konzept sei familien- und alltagstauglich, so die Neuenkirchenerin, die nicht das typische junge Schlankheitspüppchen aus dem Fitnessstudio ist. „Ich weiß, wovon ich spreche“, so die 56-Jährige, die nicht nur berufstätig ist, sondern auch noch vier Kinder parallel großgezogen hat.

„Warum gibt es in Deutschland keine Ernährungsampel?“, lautet eine der kritischen Fragen, die sich die Neuenkirchener Ernährungsberaterin immer wieder stellt. Wahrscheinlich sei der Einfluss der Lebensmittelindustrie zu stark.

Sie ist auch nicht gerade ein Freund von E-Bikes oder Pedelecs. Die Menschen, die bereits im frühen Alter auf Unterstützung beim Radfahren setzten, würden so das Laufen verlernen. Und gerade das sei bis ins hohe Alter wichtig, um im Alltag zurechtzukommen. „Radfahren ist Sitzen“, meint sie und empfiehlt, stattdessen lieber auf längere Spaziergänge zu setzen.

Präventive Rückenschule

Aus langjähriger Erfahrung weiß die Physiotherapeutin, dass jede Problemzone auch ein Krankheitsbild ist. Von daher hat sie das Actiwita-Ernährungskonzept mit einem Bewegungskonzept aus Trainingstherapie und Rückenschule kombiniert. In der Rückenschule auf der Trainingsfläche setzt die 56-Jährige auf ein von ihr selbst entwickeltes Kurskonzept, das auf differenziertes Gruppenzirkeltraining unter Anleitung aufbaut. Dabei verbindet sie die medizinische Trainingstherapie mit der orthopädischen Rückenschule nach Dr. Brugger. Das Kurskonzept, an dem sie mehrere Jahre gearbeitet hat, ist ein von der zentralen Prüfstelle für Prävention zertifiziertes Konzept – und darauf ist sie stolz. Alle gesetzlichen Krankenkassen erstatten den Kursteilnehmern zwischen 80 und 100 Prozent der Kurskosten.

„Ich möchte die Leute aus ihrer Komfortzone herausholen, damit sie nicht ihr Krankheitsbild pflegen, sondern auf der Trainingsfläche den aufrechten Gang trainieren.“ Es sei wichtig, bis ins hohe Alter die Muskelmasse zu erhalten.

„Sitzen ist das neue Rauchen“

Beim Herausgehen gibt die Physiotherapeutin noch einen Buchtipp: „Sitzen ist das neue Rauchen“ von Dr. Kelly Starrett. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass zu viel Sitzen zur Entstehung einer Vielzahl von Erkrankungen beitragen kann – von Fettleibigkeit und Diabetes bis hin zu Krebs und Depressionen. Wer im Sitzen arbeite, erkranke häufig am Muskel- und Bewegungsapparat. „Der Stuhl ist unser Feind“, so Dietlind Schumann und bringe den Körper Stück für Stück um.

Dr. Kelly Starrett habe einen detaillierten Schlachtplan für das Überleben in der sitzenden Gesellschaft entwickelt und zeige Strategien auf, mit denen sich der Schreibtisch in einen dynamischen Arbeitsplatz verwandeln lasse.


Wer Lust auf präventive Rückenschule hat, der kann sich beim Infotermin am 14. April um 10 Uhr näher von dem Schumann-Konzept überzeugen. Eine Anmeldung unter Telefon 05465/2207 ist jedoch erforderlich.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN