Landkreis lehnt Weiterführung ab Neuenkirchener Nerzfarm stellt den Betrieb ein

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Gegen die Käfighaltung von Nerzen kämpft nicht nur die Tierrechtsorganisation Peta. Foto: PetaGegen die Käfighaltung von Nerzen kämpft nicht nur die Tierrechtsorganisation Peta. Foto: Peta

Neuenkirchen. Über Jahrzehnte war die Gemeinde Neuenkirchen den Tierschützern ein Dorn im Auge, genauer gesagt die Nerzzucht in der Gemeinde. Nachdem bereits vor Jahren eine Nerzfarm im Ortsteil Vinte den Betrieb eingestellt hatte, gehört ab dem 1. März 2018 nunmehr auch die Zucht im Ortsteil Lintern der Vergangenheit an.

„Nerze gehören nicht in winzige Drahtgitterkäfige und wir freuen uns, dass die vorletzte Pelzfarm Deutschlands bei Osnabrück endlich geschlossen werden soll“, zeigte sich Johanna Fuoß, Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie bei der Tierrechtsorganisation Peta, erleichtert über die Entwicklung vor Ort. Die Pelzindustrie ignoriere seit Jahren Tierschutzvorgaben – das mache ein generelles Verbot von Pelzfarmen dringend notwendig, heißt es in einer Peta-Pressemitteilung. Zusammen mit allen Tierfreunden wolle die Organisation darum kämpfen, dass Pelzfarmen im In- und Ausland geschlossen werden.

Antrag abgelehnt

Nach Informationen der Tierrechtsorganisation sollte die Tierzucht zum Ende des Monats Februar aufgelöst werden. Demnach hat der Landkreis Osnabrückeinen Antrag des Betreibers auf Weiterführung der Nerzhaltung abgelehnt. Die Tierrechtsorganisation begrüßt diese tierfreundliche Entscheidung.

Das Veterinäramt hat, wie ein Landkreissprecher bestätigt, die Räume des Züchters kontrolliert. Waren vor Wochen noch etwa 180 Nerze dort untergebracht, so hatte sich der Züchter nunmehr fristgerecht von allen Tieren getrennt. Für den Landkreis gebe es somit keinen weiteren Handlungsbedarf. Das Thema Nerzzucht sei in der Region kein Thema mehr. Der Betreiber der Nerzfarm wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht zu der Angelegenheit äußern.

Nur noch eine Pelzfarm

„Damit verbleibt die letzte Pelzfarm Deutschlands in Rahden im Nachbarkreis Minden-Lübbecke“, stellt Peta fest, nachdem in den vergangenen Monaten in Deutschland fast alle Pelzfarmen die Tierzucht eingestellt haben. Nicht zuletzt wegen der geänderten Gesetzeslage. Im September 2017 ist in Deutschland ein neues Gesetz zur Pelztierhaltung in Kraft getreten, dass größere Käfige, festen Boden und Schwimmbecken für die Tiere vorschreibt. Vorgaben, die eigentlich schon seit spätestens 2016 hätten umgesetzt werden müssen – die Pelzfarmer hatten jedoch vor den Verwaltungsgerichten geklagt.

Nach der Schließung des Betriebes in Neuenkirchen existiere nur noch die letzte große Pelzfarm in Rahden, mit knapp 5000 Tieren. Peta fordert auch den zuständigen Landkreis Minden-Lübbecke dazu auf, endlich nachzuziehen und mit der Schließung der Farm einen „historischen Beitrag für den Tierschutz zu leisten.“

Österreich, die Niederlande, Großbritannien,Tschechien und weitere Länder haben Pelzfarmen bereits verboten. „Rund 110 Millionen Tiere, wie Nerze, Füchse und Marderhunde, werden jedoch weiterhin weltweit jedes Jahr wegen ihrer Pelze erschlagen, vergast oder mit Elektroschocks getötet“, so die Tierrechtsorganisation.


Nerze leben meist in der Nähe von Gewässern und lieben es zu schwimmen. Sie können mit nur einem Atemzug 15 Meter tief tauchen. In freier Wildbahn verteidigen die Wildtiere ihr Revier sehr intensiv und sind absolute Einzelgänger, während sie auf Deutschlands Pelzfarmen in winzige Drahtkäfige gesperrt werden. Ein Umstand, der häufig zu Verhaltensstörungen und Selbstverstümmelungen bei den Tieren führt.

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