Anbau wird teurer Zwei weitere Gruppen für Neuenkirchener Kinderkrippe

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Um zwei Krippengruppen soll die Kinderkrippe St. Christophorus an der Von-Galen-Straße erweitert werden. Das Grundstück (im Vordergrund) stellt die Kirchengemeinde St. Laurentius zur Verfügung. Foto: Herbert KempeUm zwei Krippengruppen soll die Kinderkrippe St. Christophorus an der Von-Galen-Straße erweitert werden. Das Grundstück (im Vordergrund) stellt die Kirchengemeinde St. Laurentius zur Verfügung. Foto: Herbert Kempe

Neuenkirchen. Die große Nachfrage nach Krippenplätzen zwingt die Gemeinde Neuenkirchen zum Handeln. Die bestehende Krippe St. Christophorus soll um zwei Gruppen erweitert werden. Ein erster Entwurf für den Anbau liegt inzwischen auf dem Tisch.

Schon im Frühjahr 2016 hat der Neuenkirchener Gemeinderat auf den sich abzeichnenden steigenden Bedarf an Plätzen in den Kindertagesstätten reagiert. Damals stieß er erste Pläne zur Erweiterung der Kinderkrippe St. Christophorus an und brachte einen Förderantrag an das Land Niedersachsen auf den Weg, das einen Zuschuss nach der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für den Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren (RAT)“ auszahlt.

Land Niedersachsen zahlt 180.000 Euro für 15 Plätze

Im September vergangenen Jahres erhielt die Kommune die Zusage, dass die beantragten 15 Krippenplätze mit jeweils 12.000 Euro gefördert werden, macht zusammen 180000 Euro. Die ursprüngliche Idee war, die bestehende zweigruppige Krippe (30 Plätze) an der Von-Galen-Straße um zwei Gruppen zu erweitern: um eine Krippengruppe für 15 Kinder unter drei Jahren sowie um eine altersübergreifende Gruppe, mit der der Platzbedarf im Kindergarten St. Laurentius aufgefangen werden sollte.

Hohe Nachfrage nach Krippenplätzen

Doch inzwischen sei die Situation eine andere, berichtete Gemeindedirektorin Hildegard Schwertmann-Nicolay in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Ehrenamt der Gemeinde Neuenkirchen. Im Kindergarten St. Laurentius entspanne sich die Lage, sodass eine altersübergreifende Gruppe zur Entlastung der Nachfrage nicht mehr gebraucht werde. In der Krippe sei die Nachfrage dagegen deutlich höher als noch im Frühjahr 2016 angenommen. Zwar würden im kommenden Sommer zehn Krippenkinder in den Kindergarten wechseln, „aber schon heute stehen 24 Kinder auf der Warteliste“. Im Klartext: Gemeinde und die Kirchengemeinde St. Laurentius als Träger seien auf der Suche nach einer langfristigen und tragfähigen Lösung, die unbedingt auch auf die Zukunft ausgelegt sein müsse.

Neuer Entwurf sieht auch einen Bewegungsraum vor

Inzwischen hat das Architekturbüro Otte aus Neuenkirchen im Auftrag der Gemeinde mit einem ersten Entwurf auf die neue Situation reagiert. Dieser entstand in Zusammenarbeit mit Kirchengemeinde, Krippe und Gemeinde. Berücksichtigung fanden neben den erforderlichen Räumen ein Bewegungsraum, zusätzliche Abstellflächen für Kinderwagen und ein Sprechzimmer für Eltern. Schwertmann-Nicolay sah darin keine Luxusausstattung, sondern hielt diese Räume für erforderlich, weil sie dauerhaft von der Kinderkrippe genutzt würden. „Das sind keine exorbitanten Wünsche“, stellte sie klar, auch wenn der Anbau nun größer ausfalle als das bestehende Gebäude.

Durch diese Änderungen „wächst“ der ursprüngliche Anbau um 130 Quadratmeter Nutzfläche, was bei geschätzten Kosten von 1500 Euro pro Quadratmeter Mehrkosten in Höhe von rund 195.000 Euro nach sich zieht. Insgesamt lägen die Baukosten, wenn die Erweiterung der St.-Christophorus-Krippe so erfolgte, bei 952.000 Euro. Davon könnte die Gemeinde Neuenkirchen die Landesförderung in Höhe von 180.000 Euro abziehen. Angesichts der veränderten Situation empfahl die Gemeindedirektorin, für die zweite Krippengruppe ebenfalls noch einen Antrag auf Landesmittel zu stellen. „Wir sind in einem frühen Stadium der Planung, das sollten wir versuchen“, sagte sie.

Kirchengemeinde St. Laurentius stellt Grundstück bereit

Genügend Platz steht für den Anbau auf alle Fälle zur Verfügung. Die Kirchengemeinde St. Laurentius stellt 950 Quadratmeter hinter der Krippe zur Verfügung. Die Fläche ist inzwischen vermessen worden, einige Bäume wurden gerodet. Die Kirchengemeinde hat ebenfalls angekündigt, mit Abschluss des neuen Erbbaurechtsvertrages auf einen Pachtzins verzichten zu wollen. Diese Regelung solle so lange gelten, wie die Kirchengemeinde Träger der Kinderkrippe sei oder die Gemeinde Eigentümerin des Gebäudes bleibe, hieß es im Ausschuss. Beschlüsse fielen in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Familie, Soziales und Ehrenamt nicht, weil er nicht beschlussfähig war. Es waren nur drei Ratsvertreter anwesend.


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