Infoabend am 21. Februar AGV informiert in Voltlage über Biogaserzeugung durch Güllevergärung

Von Anita Lennartz

Eine Biogasanlage wird das Herzstück des Projektes. Foto: Weltech Biopower GmbHEine Biogasanlage wird das Herzstück des Projektes. Foto: Weltech Biopower GmbH

Voltlage. Biogaserzeugung auf Basis von 100 Prozent Güllevergärung mit Totalnährstoffaufbereitung – mit diesem Projekt geht die Agrar-Güter-Vermittlung (AGV) das „Problem Gülle“ an. Und was bedeutet das? Das erklärt die Geschäftsführung mit Christine Gärke und Michael Kruse bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 21. Februar 2018, um 19.30 Uhr im Voltlager Hof.

Die Planungen umfassen unter anderem den Bau eines Gewächshauses zur Erzeugung von Mikroalgen (Bionahrungsmittel). „Die Alge ist derzeit wortwörtlich in aller Munde“, erläutert Christine Gärke, zähle sie doch zu den sogenannten Superfoods, enthalte hochwertiges Eiweiß und Vitamin B12 und sei reich an Eisen und Omega-3-Fettsäuren.

Außerdem soll eine Biogasanlage entstehen mit 100-prozentiger Güllevergärung. „Das bedeutet, dass kein Mais oder andere nachwachsende Rohstoffe dort zum Einsatz kommen“ ergänzt Michael Kruse. Stattdessen sollen 100.000 Kubikmeter regionale Rinder- und Schweinegülle verwertet werden. Die entstehende Wärme wird komplett im Betrieb genutzt für die Erwärmung der Fermenter und des Gewächshauses.

Die Vorteile liegen laut der AGV darin, dass keine Emissionen entstehen, da nur Gülle vergoren und im geschlossenen System gepumpt wird und keine offenen Silolagerplätze vorgehalten werden. „Durch die Vergärung in der Biogasanlage homogenisieren wir die Gülle, um ein einheitliches Produkt schaffen zu können. Zudem ,kochen‘ wir Antibiotikareste raus und vermindern Ammoniak- und Methanemissionen“, erklärt die Geschäftsführung die Vorgehensweise.

Der entstandene Gärrest soll dann in einer Totalaufbereitung veredelt werden, so dass von der vorne eingebrachten Menge 60 Prozent als vorfluterfähiges Wasser in den Graben und damit in den natürlichen Wasserkreislauf eingeleitet werden können.

Übrig bleiben ein Feststoff und ein phosphorfreier Flüssigdünger. Ziel des Projektes ist es, den Landwirten ein preisgesichertes Verwertungskonzept anbieten zu können, das diesen eine langfristige Planung ermöglicht.

In der Projektvorstellung am 21. Februar um 19:30 Uhr im Voltlager Hof in Voltlage wird das Verfahren und das Vorhaben an sich im Einzelnen vorgestellt. Zudem gibt es für die anwesenden Landwirte und Biogasanlagenbetreiber Informationen über die Möglichkeiten einer Beteiligung.

Initiator ist die AGV – Agrar Güter Vermittlung aus Kettenkamp. Als Geschäftsführer und Ideengeber stellen Michael Kruse und Christine Gärke ihr Projekt vor. Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, des Maschinenringes Artland und der Politik werden an dem Abend teilnehmen.