Keinen Beschuldigten ermittelt Verfahren nach Vinter Karnevalsunfall eingestellt

Von Josef Pohl


Neuenkirchen. „Eine Kuh macht Muh, viele Kühe machen Mühe“ – dieses Wortspiel galt auch für die Ermittlungen der Polizei nach dem Unfall beim illegalen Karnevalsumzug im vergangenen Jahr im Neuenkirchener Ortsteil Vinte. Doch trotz aller Anstrengungen der Polizei waren die Bemühungen am Ende nicht von Erfolg gekrönt, denn die Vinter hielten dicht.

Da kein Beschuldigter ermittelt werden konnte, musste die Staatsanwaltschaft Osnabrück, wie sie auf Anfrage mitteilte, das Verfahren einstellen.

Noch einmal kurz zum Sachverhalt. Ein betrunkener 19-Jähriger hatte sich in Vinte beim Sturz von einem Karnevalswagen leichte Verletzungen zugezogen, als in einer Linkskurve eine Wand des Motivwagens zerbrach und der junge Mann auf die Straße fiel.

Fahrer machte sich davon

Der 19-Jährige war stark betrunken und kam ins Krankenhaus, ein weiterer betrunkener Mitfahrer kam ebenfalls in eine Klinik.

Der Fahrer fuhr nach dem Unfall mit dem Karnevalswagen davon, die ermittelnde Polizei entdeckte den leeren Wagen wenig später auf einem Hof. Der Umzug in Vinte war nicht angemeldet, wie spätere Recherchen ergaben.

Verräterisches Kostüm

Wie viele Personen vorher auf dem Motivwagen Platz genommen hatten, das konnte die Polizei nicht feststellen. Aber schnell hatten die Beamten eine Mitfahrerin ausgemacht, das Kuh-Kostüm hatte sie verraten, denn es passte zum Motivwagen – Motto „Muh“. Allerdings verweigerte die Dame damals die Aussage. Und sie war nicht die Einzige.

„Mauer des Schweigens“

Die Polizei Bersenbrück ermittelte dennoch weiter wegen Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung, befragte mehrere Personen, die auf dem Fahrzeug oder an der Unfallstelle gewesen sein dürften. Doch die Ermittler stießen auf eine Mauer des Schweigens im Dorf. Und daran änderte sich auch nicht viel, als die Staatsanwaltschaft sich einschaltete und die Befragten aussagen mussten. „Der eine hatte den Fahrer wegen der hohen Aufbauten nicht sehen können, der nächste hatte Erinnerungslücken“, fasste ein Sprecher der Staatsanwaltschaft das Ergebnis zusammen, dass die befragten Vinter unisono wohl nichts mitbekommen hatten. Warum die Vinter nichts gesehen hatten oder sich nicht erinnern konnten, das wäre aus Sicht der Polizei reine Spekulation.

Fahrer nicht zu ermitteln

Das Ende vom Lied: Die Staatsanwaltschaft musste das Verfahren einstellen, weil kein Beschuldigter zu ermitteln war. Außerdem hatte der 19-Jährige keinen Strafantrag gestellt und kein Verfolgungsinteresse gezeigt. Und wer ist der verschwundene Fahrer, gegen den die Polizei Bersenbrück wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht ermittelt hat? Dies bleibt auf alle Fälle das Geheimnis eines begrenzten Personenkreises. Freiwillig gestellt hat sich auf alle Fälle niemand.

Im Rathaus liegt kein Antrag vor

Ob es am Wochenende wieder einen Karnevalsumzug in Vinte gibt? Offiziell auf alle Fälle nicht, denn dem Ordnungsamt der Gemeinde Neuenkirchen liegt kein entsprechender Antrag vor, wie eine Anfrage ergab. Die Zeiten, in denen die Narren munter ihre Wagen bauten und zu Karneval einfach auf den Straßen den Jecken präsentierten, sind längst vorbei. „Wir werden ein Auge darauf haben“, heißt es aus dem Neuenkirchener Rathaus, denn für Karnevalsumzüge und die beteiligten Fahrzeuge gibt es ganz klare Vorgaben, die es zu beachten gilt.