Artgerechte Pflege und Betreuung Warum sich Tiere auf dem Merzener Wülmihof wohlfühlen

Von Nicole Diekmann


nid Merzen. Wer schon immer wissen wollte, wie es auf dem Wülmihof eigentlich zugeht, hatte jetzt die Gelegenheit: Beim „Wintertag“ versorgten die Betreiber ihre Gäste mit Informationen rund um die fell- und federtragenden Bewohner.

Egal ob Hund, Katze, Schwein oder Schaf – jedes Tier findet auf dem Wülmihof Zuflucht und ein neues Zuhause. Interessierte Tierfreunde können das Projekt mit Spenden unterstützen, eine Patenschaft übernehmen oder auch selber tatkräftig mit anpacken. Besucher sind jederzeit willkommen – am besten vorher kurz per E-Mail oder Facebook anmelden. Anlässlich des veranstalteten Wintertages bekam jeder Besucher die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von der Arbeit auf dem Wülmihof zu machen und sich unter anderem mit den Verantwortlichen – Vanessa Schultz und ihrem Partner René Hiller – sowie mit anderen Gästen auszutauschen. Der Wülmihof beherbergt gerettete Nutztiere, aber auch zahlreiche andere Arten wie Seniorenhunde, unvermittelbare Katzen oder ungewollte Hähne. Genauso werden dort verhaltensauffällige Hunde therapiert und dauerhaft gehalten. Der Hof ist privatfinanziert, unter anderem durch den Hofladen, auf dem nicht nur Hühnereier aus eigener Produktion, sondern auch vielen selbst gemachte Artikeln, zum Beispiel Schlüsselanhängern, angeboten werden. Der Verein „Tier und Naturfreunde Merzen“ unterstützt den Wülmihof außerdem durch seine Spenden.

Verein unterstützt die Arbeit mit Spenden

Bei diesem Verein handelt es sich um eine weitere Herzensangelegenheit von Vanessa Schultz, um die sie sich gemeinsam mit ihrem Team rund um Sonja Stadtler- Schmidt, Lars Schmidt, Martin Fuchs, Julia Böttchers und weiteren Mitgliedern kümmert. Vor anderthalb Jahren hat der Verein aus einer spontanen Idee seinen Anfang gefunden. Die Gründungsmitglieder Vanessa Schultz, die sich bereits seit 20 Jahren überregional für Tiere einsetzt, und Sonja Stadtler-Schmidt, eine gelernte Zoopflegerin, lernten sich durch ein soziales Netzwerk kennen, tauschten sich über ihre beruflichen Erfahrungen aus und beschlossen, sich für den Tierschutz zusammenzutun. Der Wülmihof stellt den Mittelpunkt des Vereinslebens dar, wird häufig für Treffen genutzt, und hat maßgeblich zu seiner Gründung beigetragen. Die Aufgaben der „Tier- und Naturfreunde Merzen“ ähneln denen auf dem Wülmihof. Regionale Fundtiere, verletzte Wildtiere, Abgabetiere und Nutztiere werden versorgt, gepflegt und gegebenenfalls weiter vermittelt oder gesund wieder an der ursprünglichen, ihnen bekannten Stelle, ausgewildert. Außerdem kümmern sich die Mitglieder um Futterstellen und darum, dass Streunerkatzen aus der Umgebung kastriert werden. Diese Kastrationspflicht dient dazu, die Population der verwilderten Hauskatzen in der Gegend einzudämmen.

Besucher sind jederzeit willkommen

Auch vor einer Rettungsaktion aufgrund eines Anrufs auf ihrem Notfalltelefon schreckt keines der Vereinsmitglieder zurück. Sie fahren raus, schätzen die Situation ein und kümmern sich um das Tier. Zunächst kommt es in Quarantäne, um mögliche Krankheiten auszuschließen. Wildtiere werden – wenn nötig – auch an die Wildtierhilfe Osnabrück gegeben. Zum Teil werden die „Tier- und Naturfreunde Merzen“ auch durch Städte im Umkreis wie Fürstenau, Merzen oder Osnabrück, mitfinanziert. Um weiter alle Tiere vom Hund bis zur Katze über den Igel bis hin zur Schildkröte unterstützen zu können, sind jedoch weitere Spenden nötig: für Futter, häufige Tierarztrechnungen und vieles mehr. Auch materielle Spenden seien sehr hilfreich für den Verein, zum Beispiel für den Hofladen auf dem Wülmihof. „Wir würden uns sehr über Spenden freuen“, versichert Sonja Stadtler-Schmidt. Außerdem mangele es momentan noch an Pflege- und Endstellen. „Viele Katzen sind noch auf der Suche nach einem schönen und artgerechten Zuhause“, erklärt sie weiter. Selbst passive Mitgliedschaften dienten durch die geringen Beiträge als Unterstützung für die vielen Tiere. Jeder, der sich für die Arbeit auf dem Wülmihof interessiert, ist eingeladen, auf einen Kaffee und ein nettes Gespräch vorbeizuschauen.


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