Abtransport beendet Kein Asbestschutt mehr im Fürsten Forest

Die letzten Säcke warten auf den Abtransport. Foto: Katharina PreuthDie letzten Säcke warten auf den Abtransport. Foto: Katharina Preuth

Fürstenau. Nach drei Monaten ist der komplette asbesthaltige Bauschutt vom Gelände des Fürsten Forest verschwunden. Die letzten Säcke wurden am Donnerstagnachmittag abgeholt. Auf der Fläche entstehen zunächst Parkplätze.

Mit einem Bagger heben die Arbeiter auf der Fläche des Fürsten Forest seit Monaten den Schutt an, zerkleinern ihn und verpacken ihn in Säcke. Weil es sich dabei um scharfkantige Steine handelt, geht das zuständige Abbruchunternehmen Stricker auf Nummer Sicher und verschnürt den ersten Sack in einen weiteren. „Das ist eigentlich nicht nötig, aber wir wollen auch nicht, dass etwas reißt“, erklärt Jens-Henning Müller, Schadstoffberater der Stricker GmbH.

Fasern können zu Lungenkrebs führen

Auch die Mitarbeiter laufen auf der Baustelle mit Atemmaske und Schutzanzug herum. Damit ist ab jetzt Schluss. Nicht nur die letzten Säcke sind zugeschnürt auch Bauzäune, Bäume und Straßen haben die Bauarbeiter mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. „Sie verringern so die Anzahl der Asbestfasern“, sagt Jens-Henning Müller. Denn, so erklärt der Experte weiter, Asbest sei nur dann für den Menschen gefährlich wenn der Beton breche und dadurch kleine Fasern freigesetzt werden. Die Fasern könnten dann zu Lugenkrebs oder der Zerstörung des Zwerchfells führen.

Auf der Baustelle im Fürsten Forest seien wöchentlich Kontrollen durchgeführt worden, weiß der Fachmann für Schadstoffe. So hätten regelmäßig die Gewerbeaufsicht, der Landkreis oder die Umweltpolizei vorbeigeschaut. Keine der Behörden hätten demnach etwas zu beanstanden gehabt. Der Abfuhr des Bauschuttes und der Abriss der restlichen Kasernen sei planmäßig verlaufen.

15.000 Tonnen Schutt

Dabei hätten sie etwa 15.000 Tonnen Schutt abtransportiert. Für die Firma Stricker stehen in den nächsten Tagen lediglich letzte Aufräumarbeiten an. Mit dem recycelbaren Restmaterial würden sie noch den übrigen Keller auffüllen und dann eine saubere Fläche hinterlassen, erzählt Jens-Henning Müller. Die Bauzäune haben sie schon entfernt.

Schon bald steht diese Fläche zur Nutzung für den Freizeit- und Ferienpark Fürsten GmbH zu Verfügung. Zunächst sollen hier Parkplätze und Eventfläche entstehen, denn diese werden dringend benötigt, sagt Parkmanagerin Larissa de Roo. Für die Zukunft hoffe sie aber auf weitere Erweiterungen der Aktivitäten. „Ich habe so viele Ideen, ich könnte die Fläche fünfmal verplanen“, erzählt sie weiter. Larissa de Roo ist erleichtert, dass Abriss und Abfuhr letztendlich reibungslos über die Bühnen gegangen sind. „Ich werden den Park ohne die Bauzäune vermutlich nicht mehr wieder erkennen“, so die Managerin.

Bevor die Firma Stricker die Arbeiten an den ehemaligen Kasernen übernahm, hatte ein zunächst beauftragtes Unternehmen, den Schutt nicht fachgemäß getrennt und asbesthaltige Fensterbänke und Bodenbelege zusammen mit anderen Bauabfällen auf einen großen Haufen geworfen. Jahrelang lagen diese Bauabfälle, abgedeckt durch weiße Planen, auf dem Gelände. Der Firma Stricker blieb keine Wahl als somit den kompletten Schuttberg als Schadstoff zu behandeln und dementsprechend mit finanziellem Mehraufwand zu entsorgen.


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