Schutzhunde zur Wolfsabwehr Neue Arche-Tiere für das Stift Börstel

Von Alexandra Lüders

Die neuen Herdenschutzhunde Fenja und Fiete bewachen die Heidschnuckenherde. Foto: Alexandra LüdersDie neuen Herdenschutzhunde Fenja und Fiete bewachen die Heidschnuckenherde. Foto: Alexandra Lüders

Börstel. Auf dem Gelände des Stiftes Börstel arbeitet die Äbtissin Britta Rook verstärkt an dem Aufbau eines Arche-Projektes, das vom Aussterben bedrohte Haustieren eine Überlebenschance gibt. Sie knüpft damit an Zeiten bis 1968 an, als es auf dem Stift noch Schweine und Schafe gab.

Im Frühjahr haben sich im Rahmen des Arche-Projektes zu der kleinen Schafsherde mit der weißen gehörnten Heidschnucke, der ostfriesischen Möwe (Huhn) auch zwei Leinegänse, ein Hütehund und zwei Herdenschutzhunde hinzugesellt. Bei einer Führung über das Stiftsgelände stellt Britta Rook die Tiere und ihre Aufgaben innerhalb des Projektes vor.

Munter hüpft die junge altdeutsche Hütehündin Isabella in Richtung Schafsweide, wo acht Zippen (Mutterschafe) und der Bock Chio mit einem Elektroschafnetz in einer Höhe von 1,20 Meter eingezäunt sind. Der Bock hat gleichzeitig mit den Herdenschutzhunden Finja und Fiete im Frühjahr hier Einzug gehalten. Die beiden Tiere sollen die Herde insbesondere in der Nacht vor Wölfen beschützen, wie Britta Rook erklärt. „Die Mischlinge sind ein Teil der Herde und wurden vom Schäfer Kai Mitthöfer aus Settrup gezüchtet“, so die Äbtissin weiter.

Herde soll weiter wachsen

Die Herde soll nun weiter wachsen. „Im Herbst werden die Weibchen gedeckt, damit im Frühjahr unsere ersten Lämmer zur Welt kommen können“, freut sich Britta Rook auf den geplanten Nachwuchs.

Mit Sorge jedoch hat sie von drei Schafsrissen im Ohrtermersch durch eine Wölfin gehört (wir berichteten). Droht auch in Börstel eine reale Gefahr? Wird sich ein Wolf von den Stall- und Weidensicherungen abschrecken lassen? „Wir wissen nicht, ob die bisherigen Sicherungen im Falle einer Wolfattacke reichen werden. Leider brauchen die Herdenschutzhunde eine längere Zeit, bis sie einem ausgewachsenen Wolf standhalten können. Normalerweise sind die Hunde erst in etwa zwei Jahren erwachsen und verteidigungsfähig“, erläuterte die Äbtissin.

Hüteprüfung in eineinhalb Jahren

Auch die Hütehündin werde erst in 1,5 Jahren ihre Hüteausbildung an Schafen antreten können, um in etwa drei Jahren die Hüteprüfung abzulegen. Dank ihrer genetischen Abstammung zähle sie auch zu den seltenen Archetieren und sei für die Zucht auf einem Archehof zugelassen, falls sie die Hüteprüfung bestehe und ihre Ellbogen- und Hüftgelenke gesund seien.

Erfreuliche Nachrichten gibt es von den fünf Hühnern. Hier gebe es bereits Nachzuchten. Auch legten die Tiere bereits. Nur die Gänse hätten wegen der längeren Stallpflicht in diesem Jahr noch keine Eier gelegt. Für beide Rassen sei eine Aufnahme in den Zuchtring geplant.


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