Rat will Knoten durchschlagen Langer Weg zur Verkehrsberuhigung in Berge

Von Jürgen Ackmann

Im Schreibwarengeschäft Runge in Berge lagen 2010 Unterschriftenlisten•aus, um gegen die testweise Vollsperrung von Wacholder- und Tannenweges zu protestieren. Bis zum heutigen Tage ist die Verkehrsberuhigung dort ein Thema geblieben. In den vergangenen Monaten ging es um die Frage, ob Aufpflasterungen oder mobile Betonkübel besser sind. Foto: Jürgen AckmannIm Schreibwarengeschäft Runge in Berge lagen 2010 Unterschriftenlisten•aus, um gegen die testweise Vollsperrung von Wacholder- und Tannenweges zu protestieren. Bis zum heutigen Tage ist die Verkehrsberuhigung dort ein Thema geblieben. In den vergangenen Monaten ging es um die Frage, ob Aufpflasterungen oder mobile Betonkübel besser sind. Foto: Jürgen Ackmann

Berge. Verkehrsberuhigung am Tannenweg und am Wacholderweg in Berge? Im Prinzip ja. Aber wie? Das ist eine Frage, mit der sich der Rat der Gemeinde Berge erstmals 2010 beschäftigt hat. Nun will die Kommune den Verkehrsknoten entgültig durchschlagen.

Die Geschichte der Verkehrsberuhigung in den beiden Straßen begann mit dem Hinweis von Anwohnern, dass viele Autofahrer die beiden Straßen, die parallel zueinander verlaufen, als Schleichweg zum Einkaufszentrum benutzten. Der Berger Rat nahm sich der Sache an und beschloss mehrheitlich, beide Straßen testweise für drei Monate zu sperren. Aber bereits nach wenigen Wochen regte sich Protest bei einem Teil der Anlieger. Sie legten im Schreibwarengeschäft Runge Unterschriftenlisten aus. Das Ergebnis: Der Rat ließ es bei der Testphase und hob die Sperrung im Oktober 2010 wieder auf.

Vollsperrung nach Testphase wieder aufgehoben

Das Thema war damit aber keineswegs abgeschlossen. Immer wieder gab es zwischendurch Überlegungen, wie die beiden Straßen auch ohne Vollsperrung beruhigt werden könnten. Im Oktober 2016 beschloss der Rat schließlich, den Anliegern zwei Alternativen vorzuschlagen – zum einen sogenannte Plateau-Aufpflasterungen mit Pollern oder das Aufstellen mobiler Betonkübel. Zugleich sollte ein Plan mit den möglichen Positionen der Aufpflasterungen beziehungsweise der Kübel beigefügt werden – erstellt vom Ingenieurbüro Tovar und Partner aus Bersenbrück.

Für Plateau-Aufpflasterungen

Die Anlieger hatten nun die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben und zusätzliche Anmerkungen zu machen. Das Ergebnis liegt inzwischen vor, am Dienstagabend war es Gegenstand von Beratungen im Rat. Am Wacholderweg sind 16 Anlieger und Eigentümer angeschrieben worden. 15 Antworten kamen zurück. Für Plateau-Aufpflasterungen mit Pollern sprachen sich neun Anlieger aus, für mobile Betonkübel fünf. Ein Anlieger enthielt sich der Stimme. Eine Anwohnerin merkte zudem an, dass sie die Lage „nicht so dramatisch“ empfinde, dass verkehrsberuhigende Maßnahmen vollzogen werden müssten.

Zwei Infoabende geplant

Am Tannenweg schrieb die Gemeinde 24 Anlieger und Eigentümer an. Eingegangene Rückantworten: 18. Für Aufpflasterungen sprachen sich zehn Anlieger aus, für mobile Betonkübel fünf. Zwei Befragte bevorzugten keine der beiden Maßnahmen. Unter anderem wies ein Anlieger darauf hin, dass die Aufpflasterungen nicht zu niedrig sein dürften, da sie sonst keine Wirkung erzielten.

Bevor die Gemeinde nun die Verkehrsberuhigung mittels der mehrheitlich gewünschten Aufpflasterungen in Angriff nimmt, will sie aber die Anlieger des Tannenweges und des Wacholderweges jeweils zu einer Infoveranstaltung einladen, an denen auch Vertreter des Ingenieurbüros teilnehmen werden. Unter anderen möchte die Gemeinde über die Standorte sprechen. Hier gebe es unter den Anliegern teilweise unterschiedlichen Ansichten, wie es in einer Vorlage der Verwaltung für den Rat heißt.