Präsentkorb für Familie Kolmes 200.000. Draisinengast in Bippen begrüßt

Von Gesa Hustede

Runde Zahl: Wilhelm Koormann und Helmut Tolsdorf (vorne) überreichten den Eheleuten Kolmes (Mitte) und ihrer Familie als 200.000. Draisinengast einen Präsentkorb. Foto: Gesa HustedeRunde Zahl: Wilhelm Koormann und Helmut Tolsdorf (vorne) überreichten den Eheleuten Kolmes (Mitte) und ihrer Familie als 200.000. Draisinengast einen Präsentkorb. Foto: Gesa Hustede

gehu Bippen. Als 200.000. Draisinengast begrüßten Wilhelm Koormann, Geschäftsführer der Hasetal Touristik GmbH, und Helmut Tolsdorf, Bürgermeister der Gemeinde Bippen, am vergangenen Sonntag die Familie Kolmes aus Lingen.

Vor gut zehn Jahren hat der mittlerweile verstorbene Bippener Metallbauer Horst Leppich die Initiative ergriffen, Draisinenfahrten auf der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Fürstenau und Nortrup anzubieten. Damit, dass dieses Angebot derart gut laufen würde, habe damals noch niemand gerechnet. Leppich experimentierte unter dem Slogan „In Bippen kann man Wippen“ an von ihm selbst gebauten Draisinen. „Im Jahr 2005 brachte er die Draisine schließlich zur Serienreife“, erzählt Tolsdorf, „sodass mit Bippener Clubs und Vereinen sogar Rennen um die Bippener Meisterschaft veranstaltet wurden.“

Touristisches Highlight im nördlichen Osnabrücker Land

Um die Strecke zwischen Fürstenau und Nortrup von der Deutschen Bahn zu pachten, wagte die Hasetal Touristik einen wahren Marathon durch die verschiedenen Behörden. Auch der Landkreis Osnabrück erteilte schließlich die Genehmigung für die Veranstaltung von professionellen Draisinentouren als touristisches Highlight im nördlichen Osnabrücker Land. Der Zweckverband Erholungsgebiet Hasetal konnte die Bahnstrecke zwischen Quakenbrück und Nortrup sogar kaufen. Nachdem verschiedene Fahrzeugtypen getestet wurden, setzten sich drei Draisinentypen der Firma Bippener Metallbau, aufgrund von Kundenbewertungen und der Pflegeintensivität, durch. Circa eine halbe Million Euro, konnte gemeinsam mit Anrainerkommunen und den Landkreisen Emsland und Osnabrück in die touristische Infrastruktur entlang der Strecke investiert werden. Es entstanden Picknickplätze, Schutzhütten, Rastplätze mit Toiletten sowie ein komplett neuer Draisinenbahnhof in Bippen und die Verlängerung der Bahnstrecke in Quakenbrück um einen Kilometer.

Gesamtkapazität von 200 Sitzplätzen

„Wir freuen uns, dass es immer eine so gute, unbürokratische Zusammenarbeit zwischen Bippen, Quakenbrück und der Hasetal Touristik GmbH gab“, betonen Tolsdorf und Koormann. Mit insgesamt 20 Fahrraddraisinen, sechs Handhebeldraisinen und zehn Clubdraisinen stehe heute eine Gesamtkapazität von 200 Sitzplätzen zur Verfügung. Zusätzlich seien alle Fahrzeuge seit zwei Jahren mit einem Elektroantrieb ausgestattet, sodass das Fahrgefühl dem eines E-Bikes ähnle. „Bei den Gästen handelt es sich sowohl um Familien, Clubs und Vereine aus der näheren Umgebung, aber auch um Touristen aus den Hotels und Ferienhöfen, wie ganz besonders die Urlauber vom Alfsee“, sagt Tolsdorf. Er sei sehr erfreut darüber, dass immer mehr Firmen und private Haushalte Ferienhäuser und Wohnungen in dem staatlich anerkannten Kurort Bippen zur Verfügung stellen.

Familienausflug mit 18-köpfiger Gruppe

Am Sonntag besuchte die Familie Kolmes aus Lingen den Draisinenbahnhof in Bippen und stellte damit den 200.000. Gast. Das Ehepaar Heinz und Agnes Kolmes unternimmt zusammen mit ihren vier Kindern, den Ehepartnern und den zehn Enkelkindern jedes Jahr einen Familienausflug im Sommer. Dieses Jahr solle es eine Draisinenfahrt werden, entschied Agnes Kolmes. Nach der Übergabe des Präsentkorbs, ging es für die 18-köpfige Gruppe auf die Bahngleise. Das Angebot in Bippen haben sie schon lange gekannt, aber mit einer Draisine gefahren seien sie noch nie, so Heinz Kolmes. „Früher sind wir in Bippen immer wandern gewesen. Das war herrlich!“, erzählt er.

Transrapid als besondere Attraktion

In den vergangenen Jahren sank die Fahrgastanzahl zwar von über 20.000 auf 15.000 Gäste jährlich, jedoch erwartet Wilhelm Koormann in der Zukunft wieder einen deutlichen Anstieg der Draisinenfahrer. Grund dafür sei der Prototyp des Transrapid, welcher künftig auf dem Gelände der Firma Kemper in Nortrup, unmittelbar in Nähe des Draisinenbahnhofs, stehe. „Ich kann mir attraktive Kombinationsangebote mit einer Draisinenfahrt und der Besichtigung des Transrapid vorstellen“, sagt Koormann und denkt dabei an die touristischen Möglichkeiten ab der nächsten Saison. Tolsdorf ergänzt: „Wir möchten in Zukunft immer wieder neue Ankermöglichkeiten, wie eben den Transrapid oder das Fürstenauer Schloss, zu der Draisinenfahrt anbieten. Die Leute wollen Draisine fahren und etwas sehen.“