Kooperation mit Helmut Meyer Frauke Athmers aus Schwagstorf im Einsatz für Ghana

Von Maria Kohrmann-Unfeld

Per Handschlag besiegelten Helmut Meyer und Frauke Athmer ihr Engagement für die Menschen in Ghana. Foto: Maria Kohrmann-Unfeld.Per Handschlag besiegelten Helmut Meyer und Frauke Athmer ihr Engagement für die Menschen in Ghana. Foto: Maria Kohrmann-Unfeld.

mkum Schwagstorf. Die gebürtige Schwagstorferin Frauke Athmer und Helmut Meyer aus Klein Bokern haben eines gemeinsam: Sie setzen sich mit großem Engagement für Menschen in Not ein. Nun haben die beiden ein Projekt zum Wohle der notleidenden Menschen in Afrika vereinbart.

In dieser Woche ist Helmut Meyer zu einer dreimonatigen Radtour durch Skandinavien, das Baltikum und Polen aufgebrochen, um unter anderem für den Verein „Songtaa Ghana – Gemeinsam helfen“ Gelder zu sammeln, indem Sponsoren für jeden gefahrenen Kilometer Geld geben können, das direkt in das Hilfsprojekt fließen. Die Tour finanziert er aus seinen privaten Rücklagen.

Helmut Meyer ist seit elf Jahren im Freundeskreis Umunumo Bersenbrück aktiv und engagiert sich immer wieder mittels extremer sportlicher Aktionen für das Projekt „Wasser für Afrika“. Dazu gehören zum Beispiel eine 8271 Kilometer lange Benefizradtour durch Australien und ein 550 Kilometer langer Sponsorenlauf von Gryfino, der Partnerstadt in Polen nach Bersenbrück. Jetzt geht er also auf große Sponsorenradtour durch Skandinavien, das Baltikum und Polen. Nach seiner Rückkehr wird er im Spätherbst über seine Erlebnisse und Begegnungen während der Fahrt berichten.

Songtaa Ghana 2016 gegründet

Frauke Athmer und Simon Roosmann wiederum kümmern sich ebenfalls um bedürftige Menschen in Ghana. Im Januar 2016 gründeten sie den Verein „Songtaa Ghana“; das bedeutet in der Stammessprache im Norden Ghanas: „Gemeinsam helfen“. Der Verein setzt sich für bedürftige Menschen ein, die Nahrung, Kleidung, Wohnraum und die Chance auf Bildung brauchen.

Im März nun wurde Helmut Meyer durch einen Bericht in der Zeitung auf „Songtaa Ghana“ aufmerksam und nahm Kontakt zu Frauke Athmer auf, die inzwischen in Berlin lebt und arbeitet. „Ich habe mir gedacht, dass ich parallel zum Umunumo-Projekt zeitgleich auch für weitere Hilfsaktionen für Afrika fahren kann“, so Helmut Meyer. So machte er Frauke Athmer den Vorschlag, auch für „Songtaa Ghana“ während der Sponsorentour Gelder zu sammeln. Diese nahm das Angebot gerne an und bekräftigte die Abmachung mit einem Handschlag.

Vor neun Jahren absolvierte Frauke Athmer ein freiwilliges soziales Jahr in Tuna, einem Dorf im Norden Ghanas, wo sie bei ihren Gasteltern Lucilla und Oxford sowie deren sechs Kindern lebte und hautnah die Probleme der Menschen mitbekam. Gastmutter Lucilla kümmert sich dort ehrenamtlich um die notleidenden Menschen. Viele Frauen müssen ihre Familien allein ohne ihre Männer durchbringen. Die Müttersterblichkeit ist dort zudem recht hoch. Väter, die mit ihren Kindern allein bleiben, geben diese häufig bei den Großmüttern ab.

Nähmaschinen für Frauen gekauft

Frauke Athmer begann ebenfalls, sich für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Ghana zu engagieren. Spendenaktionen ermöglichten es beispielsweise, Nähmaschinen für die Frauen gekauft, damit sie für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Auch gelang es Frauke Athmer, eine Küche für die Frauengemeinschaft „Christian Mothers“ in Tuna anzuschaffen.

„Inzwischen haben sich die Lebensbedingungen in Tuna gebessert, dennoch ist Unterstützung notwendig, insbesondere in den kleinen abgelegenen Nachbardörfern“, so Frauke Athmer. Der intensive Kontakt zur Gastfamilie, insbesondere zur Gastmutter Lucilla blieb über die Jahre bestehen. Lucilla schlägt Personen vor, die Förderung und Hilfe benötigen, und sie achtet darauf, dass das Geld direkt bei den Bedürftigen ankommt. Frauke Athmer kennt viele dieser Menschen persönlich. Sie entscheidet letztendlich, wer eine Förderung bekommt.

Jeder Kilometer zählt

Knapp 30 Erwachsene und Kinder sowie zwei Frauengruppen mit jeweils 45 und 60 Personen in den Dörfern Nyamyamah und Kongongwie werden von „Songtaa Ghana“ finanziell unterstützt. Der Verein hat zum Beispiel für zwei Dörfer Ziegen angeschafft, die für die Frauen eine finanzielle Sicherheit darstellen. Auch ein Lastendreirad für den Warentransport gibt es inzwischen. Der Verein kümmert sich aber auch um Einzelschicksale, ermöglicht Frauen und Kindern durch Zuwendungen, den Schulbesuch und eine Ausbildung.

Während Helmut Meyer mit seinem Fahrrad unterwegs ist, wird Frauke Athmer eine Liste mit den Namen der Sponsoren anlegen. Diese können festlegen, wie viel Cent sie pro gefahrenen Kilometer zahlen möchten. Aber auch die Angabe eines Maximalbetrages ist möglich.

Wer die Sponsorenradtour unterstützen möchte, kann sich telefonisch oder per E-Mail bei Frauke Athmer melden (Telefon: 030 89628487; E-Mail-Adresse: songtaaghana@gmail.com).


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