Amerikaner vom Schloss beeindruckt Nachfahren von Joseph W. Selker zu Gast in Fürstenau

Von Jürgen Schwietert

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Selkers aus Pittsburgh und Fürstenau feierten gemeinsam in den Mauern der Stadt Fürstenau, dem Stammsitz der Familie. Foto: Jürgen SchwietertSelkers aus Pittsburgh und Fürstenau feierten gemeinsam in den Mauern der Stadt Fürstenau, dem Stammsitz der Familie. Foto: Jürgen Schwietert

Fürstenau. Zum zweiten Mal nach 1999 haben Nachfahren des Fürstenauers Joseph Wilhelm Selker aus dem amerikanischen Pennsylvania die Stadt ihres Familienstammsitzes besucht.

Joseph W. Selker wurde am 3. Oktober 1865 als fünftes Kind der Familie Selker in Fürstenau geboren. Jetzt feierten erneut sieben Mitglieder der Selker-Familie aus Pittsburgh, Pennsylvania, zusammen mit den Fürstenauern das Schützenfest in Fürstenau. Zu Gast waren Phil Selker mit seiner Frau Rita und ihren Kindern Lindsay, Loraine und Niklas. Diese wurden von Phils Schwester Pamela und ihrem Mann Bob begleitet. Auch diese Selkers waren von der alten Festungsstadt Fürstenau mit dem Schloss beeindruckt.

Ausflug zum Steingrab

„Ganz besonders angetan waren sie vom Schützenfest in Fürstenau mit dem Frühschoppen und dem großen Festumzug der Bürgerschützen mit den sechs Kutschen, die dem Fest innerhalb der Stadt ein ganz besonderes Gepräge verliehen“, so der Fürstenauer Stephan Selker. Trotz des gedrängten Zeitpensums nahmen die Gäste aus den USA das Selker-Stammhaus von 1853 in der vormaligen Haselünner Straße in Augenschein. Weiterhin gab es einen kleinen Ausflug zum Steingrab in Dalum und nach Bippen. Dort wurde die alte Kirche bestaunt. Nach nur einem Tag in Fürstenau mussten die Gäste aus den Vereinigten Staaten sich schweren Herzens wieder von der Fürstenauer Selker-Familie verabschieden und dem Diktat des peniblen Besichtigungsprogramms folgen. Es führte sie weiter nach München und in die Schweiz.

Karriere als Zigarren-Macher

Die Fürstenauer Selkers gehen auf die Mitte des vorvergangenen Jahrhunderts zurück. Am 28. November 1854 heiratete in Fürstenau der Zimmerer und Maurer Hermann Georg Selker. Er wurde am 3. Oktober 1825 in Bentheim geboren. Seine Frau war Elisabeth Hofhaus, die am 20. Oktober 1829 in Fürstenau geboren wurde. Aus dieser Ehe gingen die fünf Kinder Anna, Gerhardt, Gertrude, Karl und Joseph-Wilhelm hervor. Joseph W. Selker absolvierte mit 16 Jahren eine dreijährige Ausbildung zum Zigarren-Macher und arbeitete noch ein Jahr in seiner Ausbildungsfirma. Im damaligen Deutschen Kaiserreich sah er aber keine berufliche Perspektive. Da fasste er 1885 im Alter von nur 20 Jahren einen kühnen Entschluss: Er wanderte in die Vereinigten Staaten aus und arbeitete zunächst in einer Zigarren-Fabrik in Pittsburgh, Pennsylvania. In 1887 siedelte er über in den Ort Clarion, Pensylvania, nördlich von Pittsburgh, und arbeitete in der dortigen Zigarren-Fabrik. Nachdem er 300 Dollar angespart hatte, gründete er 1889 in Clarion seine eigene Zigarren-Fabrik. Diese lief gut und produzierte über fünf Millionen Zigarren im Jahr. Joseph Selker wurde ein „gemachter Mann“, der auch im Rat seiner neuen Heimatstadt jahrelang engagiert war.

Vater von zehn Kindern

Er heiratete 1895 seine Frau Philomena. Das Paar wurde Eltern von zehn Kindern. Joseph W. Selker starb 1906. Er hinterließ eine weitverzweigte Familie, die heute in Pittsburgh, Philadelphia und Chicago ansässig ist. Sein Enkel Philipp Selker betrieb in Chicago eine erfolgreiche Großwäscherei. Er besuchte mit seiner Frau Binie 1999 das Fürstenauer Schützenfest. Damals gab es bereits eine große Wiedersehensfeier im Haus Horst Selker, Ehrenpräsident des Bürgerschützenvereins Fürstenau von 1658 (das Bersenbrücker Kreisblatt berichtete). Jetzt war ein anderer Zweig dieser großen Familie zu Gast in Fürstenau.


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