Gartenserie Querbeet Warum Maulwürfe und ‚Ameisen keine Schädlinge sind

Von Max Kusche

Der Maulwurf ist wegen seiner Erdhügel nicht sehr beliebt, gleichwohl ist er ein Nützling im Garten, da er den Boden auflockert und beispielsweise Raupen frisst. Symbolfoto: dpaDer Maulwurf ist wegen seiner Erdhügel nicht sehr beliebt, gleichwohl ist er ein Nützling im Garten, da er den Boden auflockert und beispielsweise Raupen frisst. Symbolfoto: dpa

mxk Fürstenau. Wenn es im eigenen Garten kriecht und krabbelt, dann sind Reaktionen wie „Ach du Schreck!“ keine Seltenheit. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass die kleinen Gartenmitbewohner für eine vielfältige Pflanzenwelt nicht nur nützlich, sondern auch notwendig sind. Schädlinge sind sie schon allein deshalb nicht.

Zu den Nützlingen zählt beispielsweise die Ameise. Wer mag schon gern das Jäten und Unkraut zupfen? Ameisen nehmen dem Menschen dabei mehr Arbeit ab, als viele wissen. Denn Ameisen tragen Unkrautsamen davon. Auch kümmern sie sich um gefräßige Raupen oder Schnecken. Weiterhin sind die kleinen Sechsbeiner für einige Pflanzenarten durch das Verteilen ihrer Samen überlebenswichtig. Veilchen und der Lavendel zählen zum Beispiel dazu.

Ein weiterer Nützling, der im Garten eine wichtige Arbeit leistet, ist der Regenwurm. Der frisst unter anderem gerne Pflanzenabfälle, Pilzsporen und Erde, um nach dem Ausscheiden nährstoffreichen Humus zu produzieren. Der zum einen ein hervorragender Dünger und zum anderen Gift für schädliche Kleinstlebewesen im Boden.

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In der Fachsprache ist der Regenwurm ein Destruent, also ein „Zersetzer“. Als hilfreichen Nebeneffekt zu seiner Fressgier, lockert er den Boden auf und macht ihn dadurch aufnahmefähig für Wasser und andere Nährstoffe.

Der nächste nicht so gern gesehene Gartenbewohner ist der Maulwurf. Dabei ist das Tier alles andere als ein lästiger Schädling. Er lockert den Boden auf und erleichtert Pflanzen dadurch die Wurzelbildung. Zudem frisst er Schnecken, Raupen und viele andere Tiere, die Nutz- und Zierpflanzen zum Problem werden könnten.

Last but not least spielen auch Gartenbesucher wie Hummeln und Bienen eine tragende Rolle, und zwar für das gesamte Leben auf der Erde. Durch ihre Flüge von Pflanze zu Pflanze tragen sie Pollen, die an ihrem Körper haften bleiben, mit sich und befruchten die Pflanzen auf diese Weise. Bleiben diese Tiere aus, ist es schlecht um viele Ernten bestellt.

Nütz- und Schädlinge brauchen einander

Der Fürstenauer Gärtnereibetreiber und Pflanzenexperte Harald Münch weiß die vielen Nützlinge auch in seinem Betrieb zu schätzen: „Artenvielfalt ist Lebensqualität“, erklärt er. Hinter der Aussage verbirgt sich die Erkenntnis, dass Nütz- und Schädlinge ohne einander nicht auskommen. Die wichtigen Samenverteiler wie beispielsweise Ameisen müssen schließlich auch etwas fressen. Würde der Gartenbesitzer alle vermeintlichen Schädlinge restlos abtöten, so würde auch die Ameisenpopulation zurückgehen. Darf hingegen die Natur selbst Regie führen, ist auch ein weitgehender Verzicht auf Schädlingsbekämpfungsmittel möglich. Und das wiederum spart Kosten.

Wenn Hummels sich auf Tomatenblüten setzen

Und weiter: Für den Tomatenanbau, so Harald Münch, spielen die Hummeln eine übergeordnete Rolle. Sie setzten sich auf der Tomatenblüte ab und schütteln ihren Körper sanft, sodass der Pollen aus der leicht geschlossenen Blüte ans Tageslicht rückt. Diese spezielle Taktik würde nur die Hummel beherrschen und machten sie so zu einem unverzichtbaren Nützling, so Harald Münch. Auch der Marienkäfer sei wichtig. Vor allem dessen Larven fressen liebend gerne Blattläuse. Das sei ebenfalls eine große Hilfe.

Gegen den nervenaufreibenden Besuch von Raupen oder der Weißen Fliege gebe es auch ökologische Bekämpfungsmittel, die für die Pflanzen und die Nützlinge unbedenklich seien, so der Experte. Der Einsatz von Pestiziden hingegen könne das Leben der Nützlinge in großes Ungleichgewicht bringen.


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