Festivitäten beginnen am 3. Juli Schützenverein Berge feiert 350-jähriges Bestehen

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Berge. Der 30. Juni wird in Berge ein besonderer Tag sein. Da beginnen die Feiern zum 350-jährigen Bestehen des Schützenvereins. Eine neue Festschrift informiert über die Geschichte des Vereins.

Natürlich: Das Schützenwesen hat nicht mehr – wie 1667 – eine militärische und politische Bedeutung. Wohl aber immer noch eine Gesellschaftliche. Die Schützen im Osnabrücker Land – das waren dereinst jene Personen, die ihre Dörfer bei Angriffen verteidigten und dem Bischof bei Auseinandersetzungen an den Grenzen halfen. Angesichts der unruhigen Zeiten im 16. und 17. Jahrhundert kamen den Schützen, die sich zu Gesellschaften zusammenschlossen, wichtige polizeiliche und militärische Aufgaben zu. Zudem führten sie Bräuche wie das Vogelschießen mit anschließenden Festessen ein.

Kein Schützenverein ohne Fahne

Auch in Berge lässt sich das Schützenwesen gesichert bereits 1667 nachweisen. Die Schützengesellschaften entwickelten sich zu einem wichtigen Faktor im Ort und verfügten nicht nur über Waffen, sondern auch über eine Fahne. Ohne die ging es nicht. Und wenn die ins Alter kam, musste sie entweder restauriert werden, oder es musste eine Neue her. So geschehen 1717. Da übergab der Bischof den Schützen des Kirchspiels Berge ein neues Exemplar. Das dazugehörige Amt des Fahnenträgers ging an ausgewählte Höfe – zum Beispiel an den Hof Zur Wehde (Zur Wähde) in Dalvers.

Neue Festschrift herausgegeben

Alles Geschichte und Geschichten, die auch in der neuen Festschrift zu lesen sind, die in Kürze passend zum Jubiläumsfest erscheinen wird und die das Redaktionsteam mit Renate und Günter Simper, sowie Helmut Wissel und Reinhard Webering federführend erstellt hat. Rund 140 Seiten wird sie umfassen, viele Bilder aus alter und neuer Zeit enthalten und auch die vergangenen 25 Jahre mit den Präsidenten Wilhelm Heyer, Andreas Markus und Andreas Stienke an der Spitze beleuchten.

Mitgliederzahl wächst beständig

Zu dieser Zeit hatte sich das Berger Schützenwesen schon erstaunlich entwickelt. Lag es nach dem Zweiten Weltkrieg noch völlig am Boden – viele Mitglieder waren ums Leben gekommen, Königskett, und Fahne waren vernichtet oder geraubt, die Schützenhalle abgetragen –, so sah es nach Vorarbeit von verdienten Schützen wie Wilhelms Bruns schon wieder ganz anders aus. Hatten die Berger Schützen 1967 noch 268 Mitglieder, so konnte Wilhelm Heyer in seiner Amtszeit von 1989 bis 1998 auf mehr als 700 Schützen zählen. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Umbau der Schützenhalle nebst Einbau einer Heizungsanlage und der Überbau des Luftgewehrstandes. Das alles erforderte einen tiefen Griff in die Vereinskasse.

„Klinkenputzen“ für die gute Sache

Die Präsidentschaft von Andreas Markus – 1998 bis 2008 – war ergänzenden baulichen Projekten gewidmet – dazu gehörten unter anderem die Erneuerung der Toilettenanlagen sowie die Ausstattung der Schießstände mit moderner Technik. Dazu musten die Schützen angesichts der angespannten Kassenlage auch „Klinken putzen“ und Spenden einwerben. Das sollte gelingen. Was nicht ganz gelang – aber fast: die vom Vorstand angestrebte „schwarze Null“. Überdies fielen in die Zeit von Andreas Markus eine Reihe von Neuerungen: das Ausschießen eines Eichenkönigs am Montag eines Schützenfestes oder das Winterschießen für Vereine, Clubs und Nachbarschaften.

An Zielen mangelt es den Schützen nicht

2008 übernahm schließlich Andreas Stienke die Präsidentschaft im Verein, der inzwischen 850 Mitglieder hatte. Unter seiner Regie gelang es dem Vorstand, die verbliebenden Restschulden innerhalb von drei Jahren abzutragen. Überdies engagierte sich der Vorstand bei vielen Bauprojekten, – ob es nun um die Pflasterung des Weges zum Schützenhaus ging, die Sanierung des vorderen und gleichzeitig ältesten Teils des Schützenhauses oder um die neue Treppe zur Wilhelmshöhe. Kurzum: An Arbeit und Zielen hat es den Berger Schützen nie gemangelt. Profiert haben davon alle, zumal es wohl kaum einen Berger gibt, der noch nie das Schützenfest auf der Wilhelmshöhe besucht hat.


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