Eröffnung um 6 Uhr Dorfladen in Grafeld hat Betrieb aufgenommen

Von Jürgen Ackmann

Kurz nach sechs Uhr klingelte das erste Mal die Kasse des neuen Dorfladens. Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes (hinten) freuten sich ebenso darüber wie Karin Ramler (an der Kasse) als Dorfladen-Leiterin. Foto: Jürgen AckmannKurz nach sechs Uhr klingelte das erste Mal die Kasse des neuen Dorfladens. Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes (hinten) freuten sich ebenso darüber wie Karin Ramler (an der Kasse) als Dorfladen-Leiterin. Foto: Jürgen Ackmann

Grafeld. Um sechs Uhr morgens mit einem Gläschen Sekt anstoßen? Das ist nicht alltäglich. In Grafeld gab es dafür am Dienstag aber einen guten Grund. Genau um diese Zeit öffnete der neue Dorfladen erstmals seine Türen. Wenige Minuten später klingelte bereits die Kasse.

Es war ein besonderer Moment für die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes der Dorfladen-Genossenschaft. Mit den vereinten Kräften von vielen 100 Grafeldern haben sie in den vergangenen vier Monaten dafür gesorgt, dass es in Grafeld mit seinen knapp 800 Einwohnern weiterhin einen Nahversorger vor Ort hat – getragen von den Bürgern. Damit ist endgültig der Schrecken gewichen, der vielen Grafeldern in die Glieder fuhr, als sie kurz vor Weihnachten hörten, dass die Familie Triphaus Ende April ihren Lebensmittel- und Getränkemarkt schließen würde.

Eine komplett neue Front

Gut 130 Tage später sind alle rechtlichen Fragen rund um das Dorfladen-Projekt geklärt. Gleichwohl gibt es noch immer viel zu tun – vor allem baulich. Es fehlt noch ein Carport für den Lieferwagen und Kühlanhänger der Genossenschaft, auch muss die Dorfladen-Genossenschaft in Zusammenarbeit mit Edeka die Lebensmittelregale anders anordnen und befüllen. Das gilt auch für die Präsentation des Obstes. Ein neuer Innenanstrich ist ebenso vorgesehen wie ein neues Schild mit der Aufschrift „Dorfladen e.G“ über der Eingangstür des Geschäftes. Die komplette Front wird überdies neu verblendet.

Mit einer Kommunikationsecke

Schließlich ist im Dorfladen eine kleine Kommunikationsecke geplant. Dort werden zwei Pinnwände für Dorfinfos sowie die Sparkästen der Grafelder aufgehängt. „Die Leute sollen ruhig ein bisschen im Dorfladen bleiben und miteinander ins Gespräch kommen“, sagt Klemens Mehmann vom Vorstand, der mit Vorstandskollegen und Aufsichtsratsmitgliedern um kurz vor sechs Uhr zum Dorfladen gekommen war, um auf das gelungene Projekt anzustoßen.

Umfrage zu Öffnungszeiten wird ausgewertet

Bereits abgearbeitet hat die Dorfladen-Genossenschaft einige wichtige bauliche Vorhaben. So gibt es inzwischen zwei neue Toiletten für Kunden und Personal. Auch der Sozialraum und das Büro für die Mitarbeiter in fertigt. Noch in dieser Woche wird zudem die Befragung unter den Grafeldern zu den Ladenöffnungszeiten ausgewertet und umgesetzt. Auf das Ergebnis ist das Dorfladen-Team bereits gespannt.

Wenn das alles erledigt ist, wird es im Juni/Juli ein großes Fest rund den Dorfladen geben. Dann werden sich die Grafelder auch ein wenig selbst feiern können – für ihren Zusammenhalt, für ihre Tatkraft.