Zehn Monate zur Bewährung Fürstenauer kauft mit geklauter Kreditkarte ein

Der Diebstahl einer Kreditkarte mit anschließendem mehrfachen Gebrauch hat jetzt das Schöffengericht in Bersenbrück beschäftigt. Symbolfoto: Sigrid SchülerDer Diebstahl einer Kreditkarte mit anschließendem mehrfachen Gebrauch hat jetzt das Schöffengericht in Bersenbrück beschäftigt. Symbolfoto: Sigrid Schüler

Fürstenau/Bersenbrück. Der Diebstahl einer Kreditkarte mit anschließendem mehrfachen Gebrauch hat jetzt das Schöffengericht in Bersenbrück beschäftigt. Der angeklagte Fürstenauer wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Diebstahl, Urkundenfälschung und gewerblichen Betrug in 24 Fällen warf die Anklageschrift dem Angestellten einer Gartenbaufirma vor. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte aus dem Briefkasten seines Vermieters eine Kreditkarte entwendet haben und diese ab dem 23. Mai 2016 zum Kauf von Lebensmitteln und Tabakwaren für den Eigenbedarf, überwiegend bei Tankstellen in Fürstenau, benutzt haben. Auch ein Laptop, weitere Elektrotechnik und mehrere Prepaidkarten seien vom Angeklagten über die Kreditkarte erworben worden. Eine dauerhafte Einnahmequelle habe sich der Angeklagte hierdurch eröffnet, war der Anklageschrift zu entnehmen.

Brief an den Vermieter geöffnet

„Ich gebe zu, dass ich die Sachen gemacht habe“, lautete das knappe Geständnis des Angeklagten nach der Verlesung der Anklageschrift. Die Taten näher konkretisierend gab er zu, aus dem gemeinsamen Briefkasten mit seinem Vermieter einen Brief entnommen zu haben. Neugier auf die Kontoauszüge sei das Motiv gewesen. Nach dem Öffnen habe er die Karte entdeckt, aber zunächst gedacht, diese könne nur mit einer Geheimzahl verwendet werden. Ein Bekannter habe ihm später erklärt, dass die Benutzung auch lediglich mit einer Unterschrift möglich sei.

Bereits Schadenersatz geleistet

Nach dem Ausfüllen der Karte kam diese dann ab dem 23. Mai 2016 zum Einsatz. Auch den entstandenen Schaden räumte der Angeklagte in voller Höhe ein. Inzwischen habe er dem Geschädigten bereits von sich aus freiwillig 2000 Euro Schadensersatz geleistet. Die erste Zeugin, eine Mitarbeiterin in der vom Angeklagten frequentierten Tankstelle, identifizierte diesen als einen ihr bekannten Kunden und wurde noch etwas nach den Begleitumständen der Einkäufe befragt. Eine weitere Zeugin, die Freundin des Angeklagten, wusste zwar um die Karte, weil sie bei der Einweisung ihres Freundes in den Kartengebrauch durch den Bekannten anwesend gewesen war. Ohne diese Einweisung, wäre ihr Freund nie auf die Idee gekommen, diese Karte zu verwenden, sagte sie ferner aus. Auch habe dieser Bekannte konkrete Einkäufe angeregt.

Bekannter sagt eher vage aus

Als Zeuge geladen, machte der Bekannte des Angeklagten vage Angaben von seiner Kenntnis der Einkäufe. Die Einweisung in den Kartengebrauch stritt er hingegen ab. Seine Anwesenheit bei diversen Einkäufen bestätigte er zwar, wollte jedoch nichts von der Art und Weise der Bezahlung gewusst haben. Der Geschädigte selbst erschien nicht zu seiner Zeugenvernehmung. Da die Schadenswiedergutmachung für das Strafmaß von Bedeutung ist, wollte der Verteidiger den Zeugen hören. Die Staatsanwältin hingegen äußerte die Absicht, diese Rückzahlungen als wahr zu unterstellen. Auch das Gericht sah von einer weiteren Ladung des ausgebliebenen Zeugen ab.

Angeklagter zeigt sich geständig

Vier Einträge enthielt der Bundeszentralregisterauszug des Angeklagten, jedoch ohne einschlägigen Bezug zu den jetzt angeklagten Sachverhalten. In ihrem Plädoyer folgte die Staatsanwältin dem Geständnis des Angeklagten, nahm aber im Gegensatz zur ursprünglichen Anklageschrift nach der Beweisaufnahme lediglich Urkundenfälschung und einfachen Betrug, jedoch keinen gewerbsmäßigen Betrug an. Aufgrund der Vielzahl der Taten hielt sie eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, für tat- und schuldangemessen. Ferner forderte sie die Zahlung von 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Der Verteidiger unterstrich die Reue und die Schadenwiedergutmachung seines Mandanten. Bezüglich der Strafzumessung beantragte er die Verhängung einer empfindlichen Geldstrafe, deren Höhe er in das Ermessen des Gerichts stellte. Zehn Monate, ausgesetzt zur Bewährung, sowie eine Geldauflage in Höhe von 1000 Euro zugunsten des Weißen Rings lautete schließlich das Urteil des Schöffengerichts Bersenbrück.


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