Rund 60.000 Flaschen pro Jahr Moderne Tradition in Fürstenauer Kornbrennerei

Spaß bei der Arbeit haben Gisela und Ludger Sandhaus, wenn es darum geht, die Familientradition des Kornbrennens in Fürstenau aufrecht zu halten.Spaß bei der Arbeit haben Gisela und Ludger Sandhaus, wenn es darum geht, die Familientradition des Kornbrennens in Fürstenau aufrecht zu halten.

Fürstenau. Die landwirtschaftliche Kornbrennerei Philipp Becker ist aus dem Stadtbild Fürstenaus nicht wegzudenken. Bekannte Produkte nach traditionellen Rezepturen werden hier unter neuen technischen Standards hergestellt.

Sie sind in Deutschland sehr selten geworden, die landwirtschaftlichen Kornbrennerein, die noch aktiv produzieren. In Fürstenau erfreut sich das Traditionshaus Philipp Becker an der Bahnhofstraße vor den Toren der fürstbischöflichen Schlossanlage im Herzen der Stadt großer Beliebtheit.

Brennerei seit 1830

Die Brennerei, die seit Jahrzehnten von der Familie Sandhaus geführt wird, wurde im Jahr 1830 in das Handelsregister eingetragen, erzählt Ludger Sandhaus. Der heute 50-jährige Brennmeister, der bei verschiedenen Brennereien – von der Lüneburger Heide bis nach Bayern – Erfahrungen sammelte, hat nach dem plötzlichen und unerwarteten Ableben des langjährigen Inhabers Hubert Sandhaus im Herbst 2010 den elterlichen Betrieb übernommen, den er jetzt mit tatkräftiger Unterstützung seiner Mutter Gisela und Mitarbeiterin Olga Meister fortführt.

Hauseigene Spezialitäten

Im Umkreis von rund 40 Kilometern versorgt die Kornbrennerei zahlreiche gastronomische Betriebe und Getränkehändler mit ihren Spezialitäten. Hauseigene Spezialitäten wie der berühmte „Alte Philipp“ und „Hubertus Riela“ werden nach alten traditionellen Rezepten hergestellt und bestechen durch ihren Geschmack und ihre Bekömmlichkeit, erklärt Ludger Sandhaus. Zur Arbeit gehört, so der Brennmeister, sowohl die Bewahrung altbekannter Spirituosen als auch ein zeitgemäßes Artikelsortiment wie zum Beispiel „Beckers Kaffeeschluck“ oder „Coco“, ein sahniger Kokoslikör. Zudem werden den Kunden individuelle Produkte angeboten.

Gebrannt wird im Hause Sandhaus nur mit Weizen. Dabei hat jedes Brenngerät seine spezielle eigene Nuance, erklärt Ludger Sandhaus, wenn er vor der Brenntechnik steht, die zum Teil noch aus dem Jahr 1906 stammt. Pro Jahr verlassen rund 60000 Flaschen Liköre und Spirituosen mit Kräutern oder Gewürzen die Brennerei.

Service steht an erster Stelle

Der Kundenservice wird besonders großgeschrieben. Seien es die Betriebsführungen, die beispielsweise in Verbindung mit den Stadtbesichtigungen oder Draisinentouren stattfinden, oder das individuell verpackte Präsent, das Spezialgebiet von Gisela Sandhaus und Olga Meister, persönliche Beratung und direkter Austausch mit dem Kunden stehen an allererster Stelle, so Ludger Sandhaus.

„Tag der offenen Brennerei“

Derzeit finden in der Brennerei umfangreiche Renovierungsmaßnahmen statt, so sei beispielsweise die Decke des Obergeschosses vollständig erneuert, neue Treppen eingebaut und hochwertige Edelstahltanks im Einsatz, erklärt Ludger Sandhaus. Wenn alles soweit fertig ist, wird ein „Tag der offenen Brennerei“ veranstaltet.

Nur in Pfandflaschen

Der brennereieigene Laden hat täglich von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 14.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Mittwochs ist Ruhetag, und samstags öffnet sich die Tür des traditionellen Geschäftes von 9 bis 12 Uhr. Rund um die Uhr ist das Geschäft im Internet unter www.becker-korn.de zu erreichen. Übrigens: Alle Produkte werden ausschließlich in Pfandflaschen abgefüllt. Schon immer, und so wird es auch bleiben. Heute nennt man das Nachhaltigkeit, für die Brennerei in Fürstenau galt das schon immer.


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