Für bessere Lebensbedingungen Schwagstorferin unterstützt mit „Songtaa Ghana“ Bedürftige in Ghana

Von Maria Kohrmann-Unfeld



mkun Schwagstorf. Vor neun Jahr absolvierte Frauke Athmer aus Schwagstorf ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ghana und lernte die Not der Menschen kennen. Nun will sie sich mit dem Verein „Songtaa Ghana – Gemeinsam helfen“ für bessere Lebensbedingungen der Menschen in Ghana einsetzen.

Zur ersten Versammlung des im Januar 2016 gegründeten Vereins „Songtaa Ghana – Gemeinsam helfen“ war ein Großteil der 25 Mitglieder in der Kolpingstraße in Schwagstorf erschienen.

„Songtaa Ghana“ bedeutet in der Stammessprache im Norden Ghanas: „Gemeinsam helfen“. Der Vereinsvorstand wird gebildet von Frauke Athmer (1. Vorsitzende) und dem jungen Ingenieur Simon Roosmann (2. Vorsitzender). „Songtaa Ghana“ setzt sich für bedürftige Menschen ein. „Sie brauchen Nahrung, Kleidung, Wohnraum und die Chance auf Bildung“, beschreibt Frauke Athmer die Aufgabe.

Angefangen hat alles im Jahr 2008. Nach dem Abitur absolvierte Frauke Athmer damals ein Freiwilliges Soziales Jahr in Tuna, einem Dorf im Norden Ghanas, in dem der inzwischen verstorbene Pater Bernhard Hagen von den Weißen Vätern wirkte. Hier lebte die junge Frau mit ihren Gasteltern Lucilla und Oxford und deren sechs Kindern und gewann so Einblick in die Probleme der Menschen. Gastmutter Lucilla kümmert sich ehrenamtlich um die notleidenden Menschen. Viele Frauen müssen ihre Familien allein durchbringen, weil die Männer sich ihrer Verantwortung entziehen. Die Müttersterblichkeit ist dort recht hoch. Väter, die mit ihren Kindern allein bleiben, geben diese häufig bei der Großmutter ab.

So begann Frauke Athmer, sich für bessere Lebensbedingungen der Menschen zu engagieren. „Wir haben Nähmaschinen für junge Frauen gekauft, damit sie für ihren Lebensunterhalt aufkommen können“, berichtet sie. Mit Spendenaktionen war es ihr sogar möglich, eine Küche für die Frauengemeinschaft „Christian Mothers“ in Tuna anzuschaffen.

Inzwischen lebt die 27-jährige Berufsschullehrerin in Berlin. Der intensive Kontakt zur Gastfamilie blieb über die Jahre bestehen. „Die Lebensbedingungen in Tuna werden besser, dennoch ist Unterstützung notwendig. Und ebenfalls die kleinen abgelegenen Nachbardörfer benötigen dringend Hilfe. Sich in diesen Dörfern verstärkt zu engagieren ist mir ein wichtiges Anliegen“, erklärt Frauke Athmer.

Im Jahresbericht stellte die Vorsitzende mittels einer Powerpoint-Präsentation der Mitgliederversammlung jede einzelne Person vor, die 2016 vom Verein finanziell unterstützt wurde. Dazu gehören zehn Erwachsene und 18 Kinder sowie zwei Frauengruppen mit jeweils 45 und 60 Personen in den Dörfern Nyamyamah und Kongongwie.

Da ist zum Beispiel Mary mit ihren beiden Kindern, die eine Ausbildung zur Schneiderin machen konnte. Sie wird wie viele andere mit einem monatlichen Betrag von 50 Ghana Cedi (das sind umgerechnet etwa 11,48 Euro) unterstützt. Das Mädchen Sotunoh Diitah ist fast blind. Sie besucht eine Schule für Sehbehinderte. Nachdem ihr Vater gestorben ist, kümmert sich der Verein um sie und ihre Mutter. Dann ist da noch die Großmutter, die ihre sechs Enkelkinder großzieht, und Rebecca, die für ihr Lehramtsstudium einen Zuschuss bekommt. Außerdem wurden für zwei Dörfer Ziegen angeschafft, sodass jetzt jede Frau im Besitz eines Tieres ist, das für sie eine finanzielle Sicherheit darstellt.

Lucilla schlägt Personen vor, die Förderung und Hilfe benötigen. Und sie achtet darauf, dass das Geld direkt bei den Bedürftigen ankommt. Frauke Athmer kennt viele dieser Menschen auch persönlich. Sie entscheidet letztendlich, wer eine Förderung bekommt.

Für 2017 ist die Anschaffung eines motorisierten Lasten-Dreirades für den Warentransport geplant sowie ein Garagencontainer, der den Menschen gleichermaßen als Werkstatt und Verkaufsraum dienen soll.

Der Vorstand arbeitet zur- zeit an einem Internetauftritt und versucht, durch Präsenz auf dörflichen Veranstaltungen auf den Verein aufmerksam zu machen. Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge in Höhe von jährlich 20 Euro sowie durch Spenden, für die auch Spendenquittungen ausgestellt werden können.

Nähere Auskünfte zum Verein „Songtaa Ghana – Gemeinsam helfen“ können per E-Mail an SongtaaGhana@gmail.com angefragt werden.


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