Qual der Wahl: Elf Events Weihnachtsmärkte im Altkreis Bersenbrück


Altkreis Bersenbrück. Es war das Weihnachtsmarkt-Wochenende im Altkreis Bersenbrück schlechthin: Insgesamt gingen elf Veranstaltung über die Bühne. Die Nordkreisler hatten die Qual der Wahl.

Der Gesang von Henrik Meyer von der Musikschule Artland kommt den Besuchern des Weihnachtsmarktes des Schützenbundes Talge-Langen beim Durchschreiten des Torbogens auf dem Schulting schon entgegen. Spätestens beim Anblick von Hermann Feilker, Margarethe Kosche und Georg Welp – verkleidet als Weihnachtsmann oder Tannenbaum – ist Stimmung da. Zum Programm gehört unter anderem auch eine Tombola sowie zwei Aufführungen des Krippenspiels unter Leitung von Monika Ströcker. Acht Schießdamen hätten zudem in sechs Stunden 25 Eimer zu je 27 Neujahrshörnchen gebacken, berichtet Präsident Georg Welp.

Auf seinem Platz und in seiner Halle am Kanaldamm in Klein Mimmelage bot der Schützenverein Veer-Burskupper bereits am Samstag seinen Weihnachtsmarkt. „Es ist super mit den neuen Ständen, total schön, auch in der neu renovierten Halle“, freut sich Dietmar Wobbe. „Und mit der Feuerschale vor dem Glühweinstand haben wir eben einen schönen kleinen Weihnachtsmarkt, der total Klasse ist“, findet der Präsident. „Beim Festbratenschießen mit der Armbrust gibt es 24 Scheiben, wie beim Adventskalender, und für jede Scheibe gibt es einen Braten, sofort zum Mitnehmen“, schwärmt der 55-Jährige. „Ich biete Naturprodukte an“, sagt Ernst-Otto Bodemann. „Weiden habe ich zu den verschiedensten Sachen verarbeitet“, schildert der Renslager. „Etwa zu Kiepen, das sind die Körbe, die vor bis zu 100 Jahren in den Dielen hingen und in die Hühner Eier legten“, erklärt der 73-Jährige.

Wenn in Alfhausen auf dem Kirchplatz unter Regie der Werbegemeinschaft der Weihnachtsmarkt ansteht, legen sich die Vereine und Verbände immer mächtig ins Zeug, Viele von ihnen sind schon lange dabei und sorgten auch in diesem Jahr mit ihren Ständen und Buden für adventliches Flair. Auch der gastronomische Part mit Schaschlik, Bratwurst, Glühwein und anderen leckeren Sachen war bei den Alfhausener Vereinen einmal mehr in den besten Händen, bereits am Samstagabend fand ein gemütlicher Glühweinanstich statt. Vervollständigt wurde am Sonntag das bunte Vorweihnachtssortiment auch durch auswärtige Marktbeschicker und natürlich am späten Nachmittag mit dem Besuch des Nikolaus. „Wir sind rundum zufrieden“, war am Abend von Markus Wobbe im Namen der Werbegemeinschaft Alfhausen zu erfahren.

In Ankum tummelten sich am Sonntag bei herrlichem Winterwinter hunderte Gäste auf dem St.-Nikolaus-Markt. Rund um die Arkaden am Alten Marktplatz hatten die Organisatoren Dirk Raming und Klaus Buschermöhle eine Rekordzahl an Buden und Ständen gewinnen können, die in diesem Jahr am Start waren. Sämtliche Plätze unter den Marktbögen waren besetzt, dazu noch diverse Holzbuden und auch Teile des Hotel Schmidts wurden in den Markt einbezogen. Der Nikolaus war bei Einbruch der Dunkelheit höchstpersönlich anwesend, um auf dem Markt, der seinen Namen trägt, die jüngsten Gäste mit Süßigkeiten zu versorgen. Sehr gut zog die jüngste Marketingidee der Gemeinde Ankum, den Glühwein in Gläsern mit dem neuen Logo der Gemeinde auszuschenken. Der Gläserpfand dürfte viele Gäste nicht abgeschreckt haben, das begehrte Souvenir mit dem neuen Logo mit nach Hause zu nehmen.

Im evangelischen Gemeindehaus in Rieste die Kaffeetafel, auf dem Schützenplatz die Buden – der Weihnachtsmarkt war wieder sehr gut besucht. Die Kistenrollbahn und das Ponyreiten waren ziemlich ausgebucht. Auch das Mini-Hexenhäuschen am Stand der Neuen Kita Lindenallee bauten viele Kinder gerne. Höhepunkt beim Auftritt des Schulchors unter Leitung von Sandra Eckelmann. Auf einem Tisch vor der großen Weihnachtstanne brachten die Mädchen und Jungen singend die Zutaten für einen großen Adventskranz zusammen und beeindruckten damit nicht nur Bürgermeister Sebastian Hüdepohl. Kaum war das letzte Lied verklungen, verstellte ein Feuerwehrauto die Einfahrt zum Schützenplatz. Dieses große Taxi nutzte der Nikolaus zusammen mit Knecht Ruprecht (Jörg Krecke und René Hurrelbrink), um mit seinem Sack voller Süßigkeiten die Kinder zu beglücken. Manche trauten sich aber nur auf Mamas oder Opas Arm an die Herren heran. Die Riester können im kommenden Jahr sogar Jubiläum feiern. Dann findet der 25. Weihnachtsmarkt statt.

Aus dem Weihnachtsmarkt in Berge wurde das Adventseinläuten. Das neue Konzept hat sich bewährt, bestätigte Ingo Hollermann für die Werbegemeinschaft. Nicht mehr auf dem Platz vor der Lutherkirche wurde gefeiert, sondern rund um Museum und Heimathaus und im Jugendheim. Im Jugendheim gab es unter anderem leckeren Wein sowie Liköre und Brände vom Weingut Reis von der Mosel sowie schöne Accessoires. In den Räumen der Kreissparkasse stachen besonders die Schwippbögen ins Auge. Und auch ins Backhaus strömten die Besucher. Frisch gebackene Brote gingen schnell weg. Im Museum Meyer-Haus hatte der Nikolaus ein eigenes Zimmer bekommen und freute sich über zahlreiche Kinder, die für ihn auch Bilder gemalt hatten. Und auf dem Platz vor dem Museum gab die verschiedensten Leckeren. So freuten sich Jessica und Pia über leckere Waffeln; und die Großen über Feuerzangenbowle über offenem Holzfeuer im großen Kessel zubereitet.

Ab 14 Uhr hatten die Verkaufsbuden auf dem Weihnachtsmarkt in Gehrde geöffnet. Der fand wie immer auf dem Platz zwischen Kirche, Schule und Gemeindebüro statt. Mit dem guten Wetter am Nachmittag kamen zahlreiche Besucher, um weihnachtliche Luft zu schnuppern. Adventliche und weihnachtliche Dekorationen, Gehrder Püfferkes und Glühwein an den Ständen sowie Bastelaktionen in den Räumen der Grundschule luden zum Bummeln und guten Gesprächen ein. Traditionell begleitete die Gehrder Blaskapelle den Weihnachtsmarkt mit der passenden Musik. Höhepunkt des Weihnachtsmarktes war in diesem Jahr die Versteigerung eines Lebkuchenhauses. Thomas Uchtmann vom Förderverein der Grundschule leitete die amerikanische Versteigerung, deren Erlös an den Förderverein geht. Selbstverständlich nahm auch der Nikolaus wieder Zeit für die Gehrder Kinder.

Weil die Keding-Schule in Kettenkamp saniert fand der 31. Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz und im Jugendheim statt. Die Reaktionen waren positiv. „Ich könnte mir vorstellen, dass das zu einer dauerhaften Einrichtung wird“, so Walter Ansmann, Vorsitzender der Werbegemeinschaft.

Am Samstag um 18 Uhr fand die Eröffnung des Marktes mit Segnung des Adventskranzes durch Pastor Stefan Tietje und Entzünden der ersten Kerze mit musikalischer Begleitung der Keding-Grundschüler statt.

Am Sonntag ging es um 14 Uhr weiter, die Kirchengemeinde bot Kaffee und Kuchen im Jugendheim an und zeitweise war kaum Platz zu bekommen. Der Förderverein der Keding-Grundschule, bot Basteleien der Kinder zum Kauf an. Als Renner entpuppte sich ein Elch, der schnell ausverkauft war. Auf dem Kirchplatz lockte ein vielfältiges Speisen- und Getränkeangebot durch die Vereine und Verbände, kleine Geschenke konnten erworben werden und der Förderverein „Haus für Kinder und Familie“ machte Werbung in eigener Sache und bot selbstgebackene Kekse an.

Das Zeltlagerteam lud zum Stockbrot ein, ein kleines Kettenkarussell drehte Runde um Runde. Um 17 Uhr wurde es richtig voll, der Nikolaus samt Knecht Ruprecht und Engel waren nach Kettenkamp gekommen. Und er versprach, auch im nächsten Jahr wieder vorbeizuschauen, wohnen in der kleinsten Gemeinde im Landkreis Osnabrück doch einfach die bravsten Kinder…

„Wir sind zum ersten Mal vollständig drinnen“, sagt Stefan Peters, der in der Reithalle des Reit- und Fahrvereins in Nortrup zusammen mit Jonas Meyer durch das Programm führt. „In der 20 mal 60 Meter großen Halle können wir auf 20 mal 20 Metern einen schnuckeligen und engen Weihnachtsmarkt bieten und haben trotzdem noch auf 20 mal 40 Metern ausreichend Platz für Darbietungen“, preist er Vorführungen auf dem Pferderücken an, etwa die Führzügelklasse der Hawaii-Kinder, während andere lieber die Suttruper Kartoffelpuffer mit Apfelmus probieren. „Ich habe mehrere Teelichthalter gekauft, zum Verschenken und für privat“, sagt Heike Wehberg am Stand der Aktion Talente. „Wir haben die Aufgabe, die zehn Euro, die wir von der St. Aloysius Kirche bekommen haben, zu vermehren“, schildert Loreen Hühold, die sich zusammen mit Kathi Grass, Luisa Pankratz und Henrieke Ermeling der Herausforderung gestellt hat. „Das Siebenfache haben wir schon zusammen“, freut sich Grass.

Kuriose Verfolgung auf dem Weihnachtsmarkt in Merzen: Ein Polizeiauto fährt einem blauen Hubschrauber hinterher, in dem Wagen sitzen Michael und Karl-Friedrich Kerfers. Nun ja, auf einem Kinderkarussell kann der Zahnarzt mit seinem kleinen Sohn eben Sachen machen, die sonst nicht möglich sind, während Frau und Mutter Eva-Maria zuschaut. „Ich bin jedes Jahr dabei und es ist immer toll organisiert und gut besucht“, sagt der Mann, der seit sieben Jahren in Merzen lebt. „Es lief bereits am gestrigen Samstag sehr gut und auch heute, seit es um 15.15 Uhr mit der Kinderkirche angefangen hat“, urteilt Gregor Schröder über das Angebot von Gemeinde und Werbegemeinschaft. „Die Aussteller kommen nicht nur aus Merzen, sondern auch die Ortsteile wirken hier mit, Engelern-Schlichthorst etwa hat einen wunderbaren Stand“, gefällt dem Bürgermeister auch der 33. Weihnachtmarkt. Die Schwestern Ortrud und Gerburg freuen sich derweil über den Zulauf der Weihnachtsbuchausstellung in der Bücherei, seit 2003 mit dem Weihnachtsmarkt verbunden.

Becher von Stangen zu versetzen und Kartoffeln in den Eimer zu werfen ist gar nicht so einfach, wenn man als kleines Kind auf einem Shetlandpony namens Schnibbi sitzt, auf dem Weihnachtsmarkt in Badbergen bei der Voltigiergemeinschaft Artland. Sarina Seifert hatte Spaß an der Sache, zumal die Dreijährige doch ihre ganze Familie aus Fürstenau dabeihatte: Mutter Nicole, Vater Thomas, Bruder Nico und im Kinderwagen noch Schwester Emilia. „Einerseits haben wir die Oma besucht, andererseits eben den Weihnachtsmarkt“, schildert Nicole Seifert die gelungene Kombination. Ob sie auch etwas kaufen will? „Ich habe schon ein paar Sachen gesehen, die ich ganz schön finde“, antwortet sie. Ilse Burlage und Theodor Kleiner vom Kirchenvorstand der evangelischen Kirche St. Georg verkaufen derweil Lose zum Stückpreis von 50 Cent. „Es gibt einen Präsentkorb zu gewinnen, Porzellan und vieles andere“, verleitet Burlage die Besucher zum Kauf. „Das Wetter ist natürlich super“, freut sich Christoph Freese. „Wir hatten noch nie so viele Aussteller, das ist schon enorm“, urteilt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. „Morgens hat es in der Schule mit Brunchen angefangen“, pickt der 45-Jährige ein Angebot beispielhaft heraus.


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